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Fahrbericht Opel Corsa: Im Dreiklang auf die Überholspur

Mit schicker Optik, mehr Komfort, spurtstarken Dreizylinder-Motoren vielen Assistenzsystemen soll der neue Opel Corsa Maßstäbe setzen. Der erste Fahreindruck ist verheißungsvoll.

Mit Opel geht es wieder bergauf, die Ziele sind hochgesteckt: Im Vergleich zum letzten Jahr konnten die Rüsselsheimer um gut 10.000 Autos zulegen. Aktuell liegt der Markanteil bei 7,6 Prozent, und bis 2016 wollen die Hessen wieder zurück in die schwarzen Zahlen. Dabei spielt der Corsa eine sehr wichtige Rolle, denn der Bestseller macht rund ein Viertel des Opel-Gesamtabsatzes aus. Wie auch schon bei seinen Vorgängern gibt es den modernisierten Kleinwagen als coupéhaften Dreitürer oder praxistauglichen Fünftürer. Der Corsa beginnt bei netto rund 10.000 Euro, zwei zusätzliche Pforten kosten 630 Euro mehr.

Beim neuen Rüsselsheimer blieb (fast) kein Stein auf dem anderen

Vorne wie hinten übernimmt der Corsa Opels neue Designsprache. In der Länge hat der Rüsselsheimer mit 4,02 Metern minimal zugelegt, Breite, Höhe sowie Radstand blieben hingegen gleich. Zwar basiert der neue Corsa in den Grundzügen auf der gleichen Bodengruppe seines Vorgängers, jedoch blieb kein Bauteil unberührt.
 
Es wurde überall umfassend überarbeitet oder gänzlich erneuert, das spürt man. Dank großzügigem Verstellbereich von Lenkrad sowie Vordersitzen findet sich schnell eine optimale Position und das Platzangebot ist weiterhin auf allen Plätzen ordentlich. Im Vergleich zum Erzrivalen VW Polo schluckt der Corsa-Kofferraum etwas mehr Gepäck. Er fasst beim Dreitürer 280 bis 1.090 Liter. Der Fünftürer nimmt mit 285 bis 1.120 Litern sogar noch ein bisschen mehr mit. Und für Kleinkram befindet sich unter dem Laderaumboden ein Staufach.

Smartphone-App für die Navigation

Die Materialauswahl rund ums neu geformte Cockpit gefällt mit weichen Kunststoffen und schicker Klavierlackoptik. In der Mittelkonsole befindet sich ein Sieben-Zoll-Touchscreen. Das von Opel auf den Namen getaufte Intellilink-Bediensystem gibt es für 252 Euro und ist aus dem kleinen Adam bekannt. Der Monitor zeigt das Streamen von Musik via Smartphone an und mit einer kostenpflichtigen App (42 Euro) auch das Navigieren über dasTelefon. Da das Kartenmaterial auf dem Handy gespeichert wird, verursacht die so genannte BrinGo-App keine weiteren Zusatzkosten.

Alle wichtigsten Funktionen lassen sich vom Lenkrad aus steuern, so bleiben die Hände schön am Volant. Allerdings funktionierte die App auf unserer Runde nicht einwandfrei und zickte manchmal. So sagte die Software-Stimme Abbiege-Kreuzungen in der Stadt oftmals viel zu spät an oder stürzte auch schon mal völlig ab. Da ist Raum für Verbesserungen. Alternativ gibt es auch eine Smartphone-Halterung für 76 Euro. So ist das Telefon fest mit dem Fahrzeug und seinen Lautsprechern verbunden und die Routenführung kann beispielsweise mittels Google Maps direkt erfolgen. Das ist derzeit die bessere Lösung.

Breites Spektrum an Fahrerassistenten

Dafür arbeiten die vielen Assistenzsysteme, die der Corsa jetzt zu bieten hat, absolut zuverlässig. Sofern das Fuhrpark-Budget mitspielt, sind unter anderem eine Verkehrsschilderkennung, der Spurhalte- und Fernlichtassistent oder ein Kollisionswarner erhältlich. Wer möchte, kann noch zur Rückfahrkamera oder dem halbautomatischen Parkassistenten greifen, der den Rüsselsheimer sowohl längs als auch quer einparkt. Sicherheitsbewusste können das Angebot noch mit optionalen Bi-Xenonscheinwerfer für 630 Euro abrunden.

Drei neue Benzinmotoren bringen den Corsa in Schwung

Insgesamt sieben Motoren stehen bereits zum Verkaufsstart zur Verfügung. Die Topbenziner mit zwei aufgeladenen Dreizylindern mit 90 und 115 PS sowie der 100 PS starke 1,4-Liter Turbo sind nagelneu, die beiden Turbodiesel wurden überarbeitet und sind sollen jetzt mit deutlich unter vier Litern Verbrauch auskommen. Die Selbstzünder standen allerdings zur ersten Ausfahrt noch nicht bereit.
 
Doch schon die Ottomotoren überzeugen durch die Bank. Während der 1,4-Liter Turbo mit einem fülligen Drehmoment von 200 Newtonmetern antritt und sich sehr schaltfaul bewegen lässt, hängt der stärkere der beiden Dreizylinder-Turbo putzmunter am Gas. Das kleine Maschinchen hat nur einem Liter Hubraum, entfaltet seine Kraft aber schön gleichmäßig und gibt sich angenehm elastisch. Als Dreizylinder ist er akustisch kaum auszumachen. Dazu tragen seine hohe Laufkultur sowie die stets sehr zurückhaltende Geräuschkulisse bei – mehr Motor braucht eigentlich kein Mensch.
 
Auch das neuentwickelte Sechsganggetriebe gefällt mit kurzen Wegen und lässt sich einfach bedienen. Das Schalten macht soviel Laune, dass der Verbrauch bei flotter Fahrweise auch schon mal über sieben Liter ansteigt. Wer es aber ruhiger angeht, kommt im Schnitt mit einem Liter weniger hin. Einziges Mako: Da es den leistungsbereiten Dreizylinder erst ab der zweiten Ausstattungsstufe Edition gibt, ist er gegenüber dem 90 PS-Dreizylinder gleich um 1.605 Euro teurer.

Umfangreiches Set-up für Chassis und Lenkung

Das Fahrwerk erhielt eine ausführliche Überarbeitung und ist nun steifer ausgelegt. Zudem wurde der Schwerpunkt des Fahrzeugs etwas abgesenkt. Unser Testwagen war mit einem optionalen 17-Zoll-Sportfahrwerk ausgerüstet, damit geht der Corsa sehr handlich sowie agil ums Eck. Die großen Räder scheinen den Fahrkomfort nur unwesentlich zu schmälern, denn selbst auf grobem Kopfsteinpflaster filtert das Fahrwerk die derben Stöße noch ordentlich weg. Die neuentwickelte Servolenkung arbeitet jetzt geschwindigkeitsabhängig. Bei niedrigem Tempo ist sie angenehm leichtgängig und erleichtert das Rangieren, auf der Landstraße oder Autobahn gibt sie dagegen viel Rückmeldung und agiert präzise.

Der neue Corsa punktet insgesamt mit ausgewogenen Fahreigenschaften, bietet eine reichhaltige Sicherheitsausstattung und gefällt mit ansprechendem Design. Und da er nicht teurer geworden ist, dürfte er schnell neue Freunde in den Fuhrparks von Kurieren und Pflegediensten finden.

Autor

Foto

Opel

Datum

4. November 2014
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