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Fahrbericht Peugeot Partner Blue HDi 100: Durchdachter Lieferwagen

Der Peugeot Partner Blue HDi 100 erfüllt bereits Euro 6. Ob er wirklich so sparsam ist, wie der Hersteller behauptet, zeigt der Test.

Mit einem Normverbrauch von 4,2 Litern will Peugeot den Partner als Klassenprimus positionieren. Wie viele andere Fahrzeuge auch kann der Franzosen aber in der Realität nicht halten, was die Datentabelle verspricht. Auf der Verbrauchsrunde genehmigt sich der Wagen knapp 5,9 Liter Diesel pro 100 Kilometer, also 1,7 Liter oder rund 40 Prozent mehr als unter Normbedingungen. Im Test-Durchschnitt kommt der Partner auf rund 6,3 Liter. Wenn schon nicht so sparsam wie erhofft, so zeigt der Vierzylinder nach Euro-6-Norm zumindest in den Kapiteln Laufruhe und Lärm Manieren.

Die Fahrprüfung absolviert der Peugeot im niedrigen bis mittleren Tempobereich ausreichend flott. 99 Pferde beschleunigen den Kastenwagen zügig auf Tempo 50 und auch ausreichend schnell auf Landstraßentempo. Darüber hinaus wird es aber zäh. In flott durchfahrenen Kurven lässt das ESP einen leichten Hüftschwung zu. Ansonsten verhält sich der Fronttriebler friedlich und zieht akkurat durch den Radius. Eine Genauigkeit, die der Wagen auf Geraden allerdings vermissen lässt. Die Lenkung wirkt dort unpräzise, das Fahrwerk sehr schwammig.

Weitere Kritik gilt dem Getriebe. Die Schaltwege sind lang. Es fällt schwer, ohne leichtes Rühren den gewünschten Gang zu finden. Auch der Rückwärtsgang verlangt Nachdruck. Von der Schaltung abgesehen hinterlässt der Fahrgastraum im Test einen soliden Eindruck.

Auf dem sieben Zoll großen Touch-Display steuert der Fahrer seine Musik und hat Fahrzeugdaten sowie Rückfahrkamera im Blick. Diverse Ablagen und Fächer lassen kaum Wünsche offen, anders als die Bestuhlung. Die Trennwand hinter der Sitzbank begrenzt den Längeneinstellbereich des Fahrersitzes deutlich.

Der Peugeot ist umfangreich und praxisgerecht ausgestattet

Der Laderaum bietet standardmäßig rund 3,8 Kubikmetern Volumen, wird die Multiflex-Bank umgeklappt wächst der Laderaum auf 4,1 Kubikmeter. Der einzige Weg, Euro-Paletten in den Kasten zu bugsieren, führt durch das Heckportal mit Flügeltüren. Die maximale Ladebreite beträgt dort 1.230 Millimeter. Die Schiebetür auf der Beifahrerseite öffnet nur 640 Millimeter weit.

Der Peugeot Partner rangiert mit einem Basispreis von 18.550 Euro (alle Preise netto) in ähnlichen Gefilden wie die direkte Konkurrenz im Segment. Serienmäßig hat er bereits ein Radio samt CD- und MP3-Spieler, Tempomat und Schiebetür sowie die Sicherheitssysteme ABS und ESP an Bord. Der Beifahrerairbag fehlt im Serienumfang. Die Rückfahrkamera fällt mit mindestens 1.620 Euro ins Budget. Für 290 Euro sind die Parkpiepser am Heck deutlich preisgünstiger. Wer auf sein Smartphone zugreifen möchte, kann dies über Mirror-Link und Apple Car-Play (330 Euro).

Der Peugeot Partner bietet sich eher Branchen an, die kleinere Ladungsträger befördern, wie Paket- und Expressdienste. Mit einer Zuladung von knapp 650 Kilogramm hat er aber auch noch ein paar Reserven für Spezialeinbauten in petto, sei es als Werkstattwagen oder für Kühl- und Frischedienste.

Autor

Foto

Karl-Heinz Augustin

Datum

5. April 2016
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