Porsche Panamera S Hybrid, Fahrbericht, Porsche sportlich 4 Bilder Zoom

Fahrbericht: Porsche Panamera S Hybrid

Er ist der schnellste Serien-Hybrid der Welt und der sparsamste Porsche aller Zeiten: unterwegs im Panamera S Hybrid.

Wenn man noch vor ein paar Jahren erzählt hätte, man fährt einen viertürigen Sportwagen mit 380 PS bei nur knauserigen 6,8 Liter Verbrauch, wahrscheinlich wäre man unmissverständlich für verrückt erklärt worden. Aber die Zeiten ändern sich und mit ihnen ihre Notwendigkeiten. Im Jahr 2011 ist es höchste Zeit, verantwortungsvoller mit der Umwelt umzugehen. Das weiß auch Porsche. Mit dem Panamera S Hybrid stellen die Schwaben einen Konsumverächter vor, der die Messlatte für Luxussportwagen ziemlich hochlegt. So hoch, dass selbst Hybrid-Skeptiker unter den anvisierten Vorstandsreihen und Führungsetagen der letzte Zweifel geraubt werden soll. Aber der Reihe nach.

Der Panamera S Hybrid nutzt den gleichen Antriebsstrang wie der Cayenne S Hybrid, bestehend aus einem Dreiliter-V6-Kompressor (333 PS) von VW sowie einer 47 PS starken Elektromaschine von Bosch. Gesamtleistung hier wie dort: 380 PS.  Der Panamera kann kurze Distanzen rein elektrisch bewältigen – bis zu 85 km/h und maximal zwei Kilometer weit. Dies geschieht vollautomatisch oder per Knopfdruck. Sollten die gekühlten Nickel-Metallhydrid-Batterien im Heck erschöpft sein, nimmt der V6-Benziner seine Arbeit auf. Anders als bei den leistungsverzweigten Vollhybriden von Toyota und Lexus erfolgt die Kraftübertragung beim Porsche-Parallelhybrid nicht über ein Planetengetriebe, sondern mittels tatkräftiger Achtstufenautomatik.

Er rollt und rollt: Der Panamera ist ein grandioser Segler

Schafft er aber das hochgesteckte Ziel von 6,8 Litern? Bedingung hierfür sind zunächst rollwiderstandsarme Reifen, die sich Porsche erstaunlicherweise mit 100 Euro extra honorieren lässt. Ohne sie verbraucht der Panamera 0,3 Liter mehr. Da es sommerlich warm ist, bleibt auf der Testrunde die Klimaanlage an. Oder haben Sie schon mal einen Entscheidungsträger im verschwitzten Anzug aussteigen sehen?

Der Öko-Gran-Turismo surrt jedenfalls los und das Wechselspiel der Antriebe beginnt. Sofort fällt die konventionelle Achtgangautomatik auf, die mit sanften Gangwechseln begeistert. Noch beeindruckender ist die pfiffige Steuerungselektronik, die leichtes Gefälle erkennt. Bekundet dann der Fahrer seinen Sparwillen unter Gaswegnahme, wird der V6-Kompressor via Trennkupplung vom Antriebsstrang gekappt und der Panamera gleitet über weite Strecken bei null Verbrauch und Emissionen.

Das sogenannte Segeln funktioniert bis 165 km/h und man ertappt sich oft dabei, den mächtigen Wagen einfach schwungvoll rollen zu lassen. Ohne Klimaanlage wäre noch mehr drin gewesen, dennoch hält sich sein Durst in Grenzen: 7,1 Liter waren es im Schnitt.

Was die Anschaffung kostet, spart der Betrieb

Dass der Porsche sportliche Gene hat, beweisen bullige 580 Newtonmeter Drehmoment ab 1.000 Touren sowie die Tatsache, dass der Hybrid trotz Spritsparreifen sehr dynamisch ums Eck geht. Zwar sind bei flotter Gangart gute zehn Liter fällig, für ein fast zwei Tonnen schweres Fahrzeug ist das aber immer noch mehr als respektabel. Porsche gibt für den Sprint auf 100 km/h nur 6,0 Sekunden an, der Vorwärtsdrang soll erst bei 270 km/h enden.

Spätestens jetzt dürften Hybridgegner eines Besseren belehrt sein, denn die E-Maschine gibt ihre volle Kraft bereits ab der ersten Umdrehung Richtung Hinterachse ab. Nur minimal später setzt der kompressorunterstützte V6-Motor ein, um mit lebhaftem Nachdruck die Beschleunigung fortzusetzen. Wer allerdings in den Genuss des sportlichen Sparens kommen möchte, muss tief in die Tasche greifen: Porsche verlangt für den Panamera S hybrid stattliche 89.231 Euro.

Zwar ist die Serienausstattung mit Automatik, Luftfederung sowie Servotronic gegenüber dem herkömmlichen Panamera S mit V8-Aggregat und 400 PS umfangreicher, ausstattungsbereinigt ist der V6-Hybrid aber immer noch gut 5.000 Euro teurer. Das dürfte die betuchte Klientel allerdings wenig stören. Schließlich will sie doch kräftig sparen.

Technische Daten Porsche Panamera S hybrid

Karosserie

  • Viertürige Schräghecklimousine mit vier Sitzplätzen
  • Länge/Breite/Höhe: 4.970/1.931/1.418 mm
  • Gewicht: 1.980 kg
  • Zuladung: 405 kg
  • Kofferraum: 335–1.153 l

Motor/Batterie/Antrieb

  • Sechszylinder-Vollhybridmotor

Benziner

  • Hubraum: 2.995 cm3
  • Leistung: 245 kW (333 PS) bei 5.500/min
  • Drehmoment: 440 Nm bei 3.000/min.

Synchron-Elektromotor

  • Leistung 34 kW (47 PS)
  • Drehmoment: 300 Nm
  • Nickel-Metallhydrid-Batterie mit 1,7 kWh Kapazität
  • Systemleistung: 279 kW (380 PS)
  • Verbrauch: 6,8 l S/100 km
  • CO2-Ausstoß: 159 g/km.
  • Achtgangautomatik, Heckantrieb

Fahrleistungen

  • 0–100 km/h: 6,0 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 270 km/h
  • Reichweite (Normverbrauch): 1.269 km

Einsatzbereich

  • Langstrecke: ● ● ● ● ●
  • Stadt: ● ● ● ● ○

Preis

  • 89.231 Euro

Foto

Achim Hartmann

Datum

22. November 2011
5 4 3 2 1 0 5 0
Kommentare
Kostenloser Newsletter
Newsletter Small

+++ Alle Tests +++
+++ Alle News +++

Und immer bequem und kostenlos per E-Mail.

  • Alle Bereiche
  • Branche
  • Auto
  • Management
  • ecoFleet
  • Recht/Steuer
  • Service
  • Firmenauto des Jahres