Range Rover Sport von vorne 9 Bilder Zoom

Fahrbericht Range Rover Sport: Es lebe der Sport

Der neue Range Rover Sport ist athletischer denn je. Dem Offroad-Anspruch der Marke wird er dennoch gerecht. Fahrbericht.

Flop, flop, flop, klonk. So haben wir uns das nicht vorgestellt. Auf den ersten Metern im neuen Range Rover Sport stapfen wir so ziemlich in jeden abgesenkten Gullideckel. Und der Außenspiegel touchiert derweil herausstehende Äste. Eigentlich könnten wir ja dem neuen Range leicht den Schwarzen Peter zuschieben. Was macht sich der sportlichste Land Rover mit Außenspiegeln auch über 2,10 Meter breit. Und das noch auf den schmalen Sträßchen im walisischen Hinterland, die schon Mini-Fahrern eng vorkommen müssen.

Machen wir aber nicht. Denn eigentlich ist das 4,85 Meter lange Dickschiff trotz seiner üppigen Abmessungen leicht durch Gassen zu manövrieren. Vielmehr kämpfen wir mit dem britischen Linksverkehr. Unsere ungewollten Drifts Richtung Bordsteinkante sind also eher der ungewohnten Lenkradseite zuzuschreiben. Den krummen Fahrstil würde uns zum Glück kein Passagier übel nehmen. Mit seinem komplett neu entwickelten Fahrwerk samt adaptiven Dämpfern bügelt der Sport sogar die Gullideckel glatt.

Aluminiumkarosserie spart 420 Kilo Gewicht ein

Nach zwei, drei durchfahrenen Dörfern finden wir uns auch auf der linken Seite des Mittelstreifens spielend zurecht und staunen wie gezielt der Range dank neuer elektronischer Servo den Lenkbefehlen gehorcht. An Dynamik gewinnt er alleine schon durch das neue Aluminiumfahrgestell, welches er vom normalen Range Rover übernimmt. Ganze 420 Kilo kommt er dadurch leichter daher. Das spürt man. Für einen SUV fegt der Koloss äußerst agil und vor allem wankstabil über Landstraßen. Kaum zu glauben, dass wir gerade zwei Tonnen Blech mit uns herumschleppen. Den Dynamik-Modus, der nochmals Fahrwerk, Lenkung und Gasannahme schärft, braucht es nicht einmal.

Um den bulligen Range Rover standesgemäß in Schwung zu bringen, genügt der 292 PS starke V6-Diesel. Mit seinen 600 Nm Drehmoment und der souverän agierenden Achtstufen-Automatik schiebt der Dreiliter-Selbstzünder lässig an. Auch unter Volllast ist von der Anstrengung des Motors nichts zu hören. Den Sechszylinder haben die Briten scheinbar in Watte gepackt. Sollten Sie sich allerdings für den Fünfliter-V8-Benziner entscheiden, sieht das schon wieder anders aus. Mit seinen 510 PS katapultiert er den SUV in nur 5,3 Sekunden auf Tempo 100 und brüllt dabei wie ein reinrassiger Sportwagen.

Technische Unterstützung fürs Gelände

Der Range Rover Sport wäre aber kein echter Land Rover, wenn er sich nicht wie seine Markenbrüder auch durch Schlamm und tiefe Pfützen wühlen könnte. Also biegen wir vom gut geteerten britischen Asphalt ab in ein matschiges Waldgebiet. Den Offroad-Ausflug genießt der Allradler in vollen Zügen. Macht dank Getriebeuntersetzung, optionalem Hinterachs-Sperrdifferenzial und einer Bodenfreiheit von knapp 30 Zentimetern vor nichts halt, verschränkt wenn es sein muss seine Achsen um ganze 55 Zentimeter. Völlig unangestrengt robbt der Sport-SUV sogar durch bis zu 85 Zentimeter tiefes Wasser. Schwimmen kann er aber noch nicht. Sollte es mal zu tief werden, meldet sich der Range piepsend zu Wort. Sensoren an den Außenspiegeln messen ständig die Wassertiefe.

Assistenten hat der Range Rover Sport ab sofort noch mehr im Gepäck. Die neue Kamera an der Frontscheibe vereint Spurwechsel-, Fernlicht- und Stauassistent sowie eine Verkehrszeichenerkennung. Vor unschönen Parkremplern schützen nun neben Piepsern und Rückfahrkamera auch ein Ein- sowie Ausparkassistent, ein Kollisionswarner beim rückwärts Heraussetzen aus Querparklücken sowie ein Flankenschutz beim Rangieren in engen Tiefgaragen.

Kühlschrank, Wifi und High-End-Anlage

Darf‘s auch noch etwas Luxus sein? Für den Range kein Problem: Der bunkert im kleinen Kühlschrank in der Ablage zwischen den Vordersitzen wohltemperierte Getränke. Zeigt dem Beifahrer auf dem acht Zoll großen Dual-View-Monitor des Navis seinen Lieblings-Filstreifen – während der Fahrer der Navi-Route weiter folgt. Oder spielt über die klanggewaltige 1.700-Watt-Anlage mit 23 Boxen die britischen Charts vor. Unser Range ist sogar ein fahrender Wifi-Hotspot. Einfach Tablets und Smartphones mit dem System koppeln und auf den bequemen Ledersesseln lümmelnd im Internet surfen. Bei so viel Entertainment fühlen wir uns gleich wie im heimischen Wohnzimmer. Ungefähr so haben wir uns das auch vorgestellt.

Autor

Foto

Land Rover

Datum

10. Juli 2013
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