Renault Clio 14 Bilder Zoom

Fahrbericht Renault Clio: Schicker Individualist

Der neue Clio ist das erste Auto im neuen Renault-Design und der erste mit dem neuen Dreizylinder-Benziner unter der Haube. FIRMENAUTO hat schon mal ein paar Runden gedreht.

Was erwartet der Fahrer eines Dienstwagens von einem Kleinwagen? Dass er ihn nur einigermaßen komfortabel und sicher von A nach B bringt, genügt heutzutage den Ansprüchen an einen Firmenwagen jedenfalls nicht mehr. Da muss ein Auto schon mehr bieten, will es sich in einem Segment behaupten, in dem sich gut 40 Fahrzeugmodelle tummeln.

Viele Farb- und Ausstattungskombinationen

Renault setzt auf zwei Trends, die derzeit bei den Kunden besonders gut ankommen: Personalisierung und Spritsparen. Die Idee: Der Käufer soll sein Auto mit diversen Optik-Paketen farblich individuell zusammenstellen. Deshalb haben sich die Designer etliche Optikpakete ausgedacht, die der Käufer zusätzlich zu den vier Ausstattungsniveaus ordern  können. Farbige Kreise auf dem Dach? Rote Zierstäbe im Kühler? Den Instrumententräger in Blau oder doch lieber glänzend schwarz? Rot-schwarze Sitze? Ab der mittleren Ausstattung Dynamique können sich Clio-Käufer bei der Bestellung nach Belieben austoben.

Die Crux dabei: Nicht alle Pakete gibt es mit allen Motoren und nicht alle Motoren gibt es mit allen Ausstattungslinien. So hat der Einstiegspreis von 10.756 Euro netto – immerhin auf Niveau des Vorgängers - eher theoretischen Charakter. Denn dafür gibt es nur den trägen, 75 PS starken 1,2-Liter-Vierzylinder, der schon im letzten Clio nicht die beste Figur abgegeben hat. Wesentlich besser gefällt der neue Benziner mit 900 cm³ Hubraum, 90 PS und Start-Stopp (12.100 Euro). Der quirrlige Dreizylinder läuft angenehm leise, verkneift sich die bei Drillingen üblichen Vibrationen und hängt munter am Gas.

Alle Motoren nur mit Fünfganggetriebe

Und er bringt uns zurück zur zweiten tragenden Thema des Clio: Spritsparen. Den Normverbrauch von nur 4,5 Liter an (95 g CO2/km) verfehlte der Energy TCe 90 auf der ersten Testfahrt von FIRMENAUTO jedoch deutlich. Ob es daran liegt, dass er wie alle Clio-Motoren auf den sechsten Gang verzichten muss und man auf der Autobahn am Berg früh zurückschalten muss? Jedenfalls meldet der Bordcomputer nach 200 mäßig schnell gefahrenen Kilometern einen Verbrauch von knapp sieben Liter – das können andere Benziner auch. Wer will, kann den Turbobenziner sogar mit Leichtlaufreifen, verstärkter Rekuperation und länger übersetztem fünften Gang bestellen, was den Normverbrauch nochmals um 0,2 Liter senkt. Dann allerdings muss er auf all die hübschen Styling-Pakete verzichten.

Was aber nicht wirklich schlimm ist. Auch so macht der Clio IV eine richtig gute Figur. Mit kurzen Überhängen, hoher Gürtellinie und wuchtiger C-Säule steht er stämmig auf seinen 16-Zöllern. Doch was gut aussieht, ist nicht immer praktisch: die Karosserie ist so nach hinten so unübersichtlich, das Heckfenster so mini ausgefallen, dass man nicht um Parkpiepser herumkommt.

Futuristisches Cockpit

Auch innen setzen die Franzosen konsequent auf modernes Design, mit schicken Farben und gut verarbeiteten Materialien. Das Cockpit wirkt fast schon futuristisch. Die Instrumente und der große Digitaltacho sitzen tief in ovalen Schächten und lassen sich gut ablesen. Ab Frühjahr 2013 kann man auch das Multimediasystem R-Link bestellen, das sich über Apps bedienen lässt, sowie ein Soundmodul, das den Motorenklang verändert. Ganz klar: Dieser Clio ist ein junges Auto für junge Käufer. Allerdings zeigen sich auch kleine Schwächen: Die schicken, farbigen Oberflächen spiegeln sich an sonnigen Tagen extrem in der Frontscheibe, die fummelige Lehnenverstellung versteckt sich unter der Mittelarmlehne und die Griffe auf der Innenseite der Heckklappe sind so unpraktisch geformt, dass man sich eher schmutzige Finger holt und die Klappe außen zudrückt.

Noch einem weiteren Trend folgt Renault: Der neue Clio wurde wieder größer, streckt sich mittlerweile auf 4,06 Meter Länge und sprengt mit einer Breite von 1,73 Metern längst die Dimensionen, die man gemeinhin mit einem Kleinwagen verbindet. Entsprechend luftig sitzt man vorne, wo auch Großgewachsene genügend Platz haben, zumal sich die Sitze sehr weit nach hinten schieben und das Lenkrad nun auch in der Reichweite verstellen lassen. Hinten dagegen bleibt alles beim alten, da kann auch Renault nicht zaubern. Dafür packt der Kofferraum anständige 300 Liter Gepäck, 15 Liter mehr als beispielsweise der Opel Corsa. Kisten und Koffer müssen jedoch über eine hohe Ladekante gewuchtet werden.

Beim Fahrwerk setzt Renault auf Härte

Doch wie fährt sich Renaults Kleiner? So agil, wie er aussieht, und ausgesprochen sicher. Besonders die neu abgestimmte Lenkung lässt Freude aufkommen. Nur bei der Federung haben die Franzosen den Begriff Sportlichkeit etwas zu wörtlich genommen. Unterm Strich wird der Clio wohl die Erwartungen von Renault erfüllen und an die 22-jährige Erfolgsgeschichte der drei Vorgänger mit 11,5 Millionen verkauften Fahrzeugen anknüpfen. Und wer sich mit dem aktuellen Angebot noch nicht ganz anfreunden kann, muss vielleicht bis Frühjahr 2013 warten. Dann kommt der als Firmenwagen noch tauglichere Kombi.

Technische Daten Renault Clio
Renault Clio dCi 75 eco dCi 90 eco 1.2 16V TCe 90 Eco-Drive
Hubraum (cm³) 1.461 1.461 1.149 898
Zylinder 4 4 4 3
Leistung kW (PS)/min 55 (75)/4.000 66 (90)/4.000 54 (74)/5.500 66 (90)/5.250
Drehmoment (Nm/min) 200/1.750 220/1.750 107/4.250 135/2.500
0-100 (s) 14,2 11,7 15,4 13,0
V-max (km/h) 168 178 167 185
Verbrauch (l/100 km) 3,6 D 3,6 D 5,5 S 4,3 S
CO2 (g/km) 95 93 127 99
Kofferraum (l) 300 300 300 300
Zuladung (kg) 505 512 508 504
Preis (Euro) 12.521 15.210 10.756 12.100
Betriebskosten* (Ct/km) 52,5/33 52,6/35 44,9/30,5 52,6/35

* Bei 20.000/40.000 km pro Jahr, 60/36 Monate Laufzeit.

Quelle Betriebskosten: Dekra, Stand: September 2012

Autor

Foto

Renault

Datum

21. September 2012
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