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Fahrbericht Seat Ibiza Cupra: Der wilde Spanier

Sind 180 PS zuviel für einen Kleinwagen? Seat beantwortet die Frage mit dem Ibiza Cupra. FIRMENAUTO hat eine erste Runde gedreht.

Was für VW der GTI, ist für Seat der Cupra. Die Modelle mit der aus dem Rennsport abgeleiteten Flagge als Symbol – Cupra steht für Cup Racing – bezeichnen seit Jahren die jungen Wilden im Programm der Spanier. Besonders beliebt überall dort, wo man Tempo macht. Bei der Autobahnpolizei beispielsweise, die aus dem bis zu 310 PS starken Leon II Cupra so manchem Temposünder die Kelle zeigte.

Jetzt können Seat-Kunden es auch mit dem Ibiza wieder krachen lassen und müssen nicht auf den Konzernbruder VW Polo GTI ausweichen. 180 PS macht der kleinste Cupra im Seat-Modellprogramm locker. Von den auch schon sportlichen Ibiza-FR-Modellen unterscheidet er sich unter anderem durch das nochmals um fünf auf 20 Millimeter tiefergelegte Fahrwerk mit 17-Zoll-Rädern.

Ohne Spoiler - ohne Schürze

Wobei sich die sportlichen Accessoires dezent im Hintergrund halten. Wilde Spoiler und breite Schürzen sucht man vergebens. Die Spanier belassen es bei einer leicht überarbeiteten Front mit serienmäßigen Bi-Xenon-Scheinwerfern samt LED-Tagfahrlicht. Nur am Heck, das er den anderen Autofahrern angesichts seiner 228 km/h Höchstgeschwindigkeit am häufigsten zeigen wird, lässt der Cupra die Muskeln spielen. Da rahmt der breite Stoßfänger einen mächtigen mittigen, trapezförmigen Auspuff ein.

Im Innenraum des Dreitürers sind die Änderungen schon eher sichtbar. Schmal geschnittene und zweifarbige Ledersitze sowie das unten abgeflachte Lenkrad unterscheiden ihn von seinen zivileren Brüdern.

Gute Manieren mit Temperament

Doch wie fährt er sich? Erstaunlich manierlich. Obwohl der 1.4 TSI nur die Vorderräder antreibt und der Cupra bereits nach 6,9 Sekunden die 100-km/h-Marke passiert, sind Traktionsprobleme nicht spürbar. Jede Menge elektronischer Helfer sorgen dafür, dass die Leistung des knapp 1.300 Kilo schweren Sportlers auf der Straße ankommt und nicht im Reifenqualm verpufft.

So setzt Seat beispielsweise eine elektronische Quer-Sperrdifferenzial ein. Beginnt das Auto in schnellen Kurven über die Vorderräder zu schieben, bremst das XDS gezielt das kurveninnere Vorderrad ab und zieht den Wagen durch die Kurve. Das bringt einerseits Dynamik, sorgt aber auch für mehr Sicherheit.

Angenehm auch bei gezähmtem Gasfuß

Trotzdem ist der 180-PS-Racer kein Auto, das seinen Fahrer ständig treibt. Im Gegenteil, der Seat lässt sich auch bei gezähmtem Gasfuß angenehm fahren, zumal es die Spanier in Sachen Federung nicht übertrieben haben. Sein per Kompressor und Turbolader doppelt aufgeladener Motor sorgt zwar für hohes Drehmoment bei niedrigsten Touren und entsprechend agile Gasannahme. Soll der Ibiza aber nur lässig im Stadtverkehr mitrollen, schaltet sich das serienmäßige Siebengang-DSG blitzschnell in die höheren Gänge durch. Das zügelt auch in der Praxis den Durst des mit einem Verbrauch von 5,9 Liter/100 Kilometer angegebenen Autos. Auf unserer zurückhaltend gefahrenen ersten Testrunde meldete der Bordcomputer jedenfalls für die Leistung respektable 7,0 Liter.

Der Cupra rollt umfangreich ausgestattet vom Band. Neben besagten Ledersitzen, Klimaautomatik und dem Xenonlicht ist auch das bereits im VW Up vorgestellte mobile Navisystem samt Bluetooth und Sprachsteuerung an Bord. Das relativiert die knapp 20.000 Euro netto, die der Ibiza Cupra kostet. Denn erstaunlicherweise ist der in Sachen Fahrleistung und Verbrauch identische VW Polo GTI sogar 560 Euro netto billiger. Nur eben nicht in Komplettausstattung.

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Datum

1. Februar 2013
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