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Fahrbericht Seat Ibiza: Erfolgsmodell, neu aufgelegt

Scharfe Form, spritzige Motoren, viel Platz: Der neue Seat Ibiza hat das Zeug, die Erfolgsgeschichte der Baureihe fortzuschreiben.

Frag mal jemanden, welches Auto ihm spontan zu Seat einfällt. Wetten, dass der sofort den Ibiza nennt? 33 Jahre Bauzeit, vier Modell-Generationen und 5,4 Millionen verkaufte Fahrzeuge sind ein mächtiges Pfund. Wenn der Polo zu teuer, der Corsa zu bieder und der Fiesta zu langweilig ist, landet man schnell beim Ibiza. Der war immer ein wenig anders, knackiger, pfiffiger und vor allem bezahlbar. Kein Wunder, dass sich Seat rühmt, zehn Jahre jüngere Käufer zu haben als der Wettbewerb.

Sportlich sieht der neue Ibiza aus, mit kurzen Überhängen und weit in die Ecken gerückten Rädern. Optisch lassen die Spanier nichts anbrennen. Technisch allerdings auch nicht, denn der Seat darf als erstes Modell die neue Kleinwagen-Plattform des VW-Konzerns nutzen. Sie ermöglicht nicht nur variablere Abmessungen, sondern auch den Einsatz von Assistenzsystemen wie dem serienmäßigen Kollisionswarner samt Bremseingriff oder dem Abstandstempomaten samt Stauassistent.

Für den neuen Ibiza hat Seat neue Farben entwickelt.

Länger ist der kleine Seat aber nicht geworden. Mit 4,06 Zentimetern sortiert er sich immer noch genau zwischen dem Marken-Einstiegsmodell Mii und dem kompakten Leon ein. Trotzdem hat man spürbar mehr Platz als im Vorgänger, der zumindest auf den Rücksitzen sehr eng geschnitten war. Woran liegt’s? Zum einen an der fast neun Zentimeter breiteren Karosserie, zum anderen am längeren Radstand. Auch der auf 355 Liter gewachsene Kofferraum schluckt nun ein Täschchen mehr und deutlich mehr als die Gepäckabteile der Konkurrenz, die alle nur um die 280 Liter groß sind. Beim Beladen hilft der variable Kofferraumboden. Außerdem gleicht er in der obersten Stellung die Kante aus, die entsteht, wenn man die hinteren Lehnen umklappt.

Soviel zur Theorie. Also einsteigen und starten. Wir wählen einen knallroten 1.0 TSI in der sportlichen FR-Version. Der steht auf breiten 17-Zöllern und macht auch innen mit schmal geschnittenen Sportsitzen, farbigen Nähten und Hochglanz-Einlagen optisch etwas her. Nur die billig wirkende Hartplastik-Oberfläche des Cockpits passt nicht so recht ins Bild.

Touchscreen mit Apps und Smartphone-Integration.

Sportliches Ambiente im Innenraum

Im leicht zum Fahrer geneigten Cockpit sitzen glasklare Rundinstrumente sowie der acht Zoll große Bildschirm mit Glasoberfläche im iPad-Look. Smartphone-Integration via Android Auto, Mirror Link und Apple Car Play ist mittlerweile Standard, da lässt auch Seat nichts anbrennen. Eine induktive Ladeschale fürs Handy haben auch die meisten Neuwagen. Doch der Ibiza geht einen Schritt weiter und koppelt das Smartphone kabellos mit der Autoantenne. Das Ganze kostet samt der schnellen, übersichtlichen Navigation und DAB-Radio faire 815 Euro.

Ein Druck auf den Startknopf erweckt den kleinen Benziner zum Leben. Gang rein, los geht’s. Der aufgeladene Dreizylinder hängt richtig gut am Gas, dreht willig und für einen Dreizylinder erstaunlich geschmeidig hoch, lässt sich aber auch schön untertourig fahren. Wobei es nicht unbedingt die 115-PS-Version sein muss (ab 15.200 Euro netto in Ausstattung Style). Schon mit 95 PS (Reference, ab rund 12.800 Euro) ist man üppig motorisiert. Flott geht’s ums Eck und der Beifahrer will erschrocken nach dem Haltegriff im Dach griffen. Leider umsonst. Griffe hat Seat ebenso eingespart wie Regler für die Belüftungsdüsen. Selbst einen Kleiderhaken sucht man vergebens.

Neben dem Turbo-Dreizylinder gibt es weiterhin den Saugbenziner 1.4 MPI mit 75 (12.000 Euro) oder sogar nur 65 PS (10.915 Euro, ab Ende 2017). Mehr Power geht auch: Im Sommer 2017 schiebt Seat den 150 PS starken 1.5 TSI nach. Außerdem ist für 2018 der Einsatz eines Erdgasmotors geplant.

Dieser saubere und sparsame Antrieb könnte das Auto für Unternehmen interessant machen, die sich aus ökologischen Gründen vom Diesel verabschieden. Seat jedoch setzt weiterhin auf den Selbstzünder. Ende des Jahres kommt der 1.6 TDI gleich in drei Versionen mit 80, 95 und 115 PS. Erst dann ist auch das DSG-Getriebe erhältlich.

Und der Kombi? Der wurde gestrichen. Dessen Rolle übernimmt ab Ende des Jahres der ebenfalls auf der Kleinwagen-Architektur aufbauende Mini-SUV Arona.

Seat Ibiza mit markantem Tagfahrlicht.

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Seat

Datum

12. Mai 2017
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