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Fahrbericht Skoda Octavia: Eine Klasse größer

Die dritte Auflage des Skoda Octavia wird komfortabler, technisch fortschrittlicher und deutlich größer. Für den Klassenprimus Golf wird die Luft langsam eng.

Irgendwie muss sich der Skoda Octavia ja von seinem Technikvater VW Golf unterscheiden. Während die Konzernbrüder Audi A3 und Seat Leon auf edel und sportlich machen, hat sich der tschechische Ableger mit den ersten beiden Ausgaben als großzügiger Platzspender einen Namen gemacht. Vor allem bei Flotten kommt das an. Seit Jahren setzt sich der Octavia die Krone als beliebtestes Importfahrzeug unter den Dienstwagennutzern auf. Natürlich liegt das auch am Preis. Der Neue bleibt beim Startpreis erneut unter der 16.000-Euro-Grenze (brutto) – viel Auto für wenig Geld also.

Mit 4,66 Metern wächst der Skoda in der dritten Generation noch einmal um neun Zentimeter und lässt den Golf (4,26 Meter) damit ganz schön klein aussehen. Die Achsen hat Skoda sogar um zehn Zentimeter auseinandergezogen (Radstand: 2,69 Meter). Und das schafft Bewegungsfreiheit im Innenraum. Wir schwingen die breiten Fondtüren auf und rutschen bequem auf die Rückbank. Wie bitte, das soll eine Kompaktklasse sein? Selbst Großgewachsene schubbern hier nicht mit den Knien an den Vordersitzen und die Damenwelt braucht sich auch bei hochtoupierten Frisuren keine Sorgen machen. Zum Dachhimmel ist es ebenfalls noch ein gutes Stück.

Praktische Details im Kofferraum

Mehr Platz bietet auch der Kofferraum. 590 Liter passen unter die Fließheck-Klappe, wenn alle fünf Sitze belegt sind. Per Knopfdruck fallen die Rückenlehnen der Fondsitze nach vorne und der Octavia nimmt es gar mit 1.580 Liter Gepäck auf – 125 mehr als zuvor. Optional lässt sich jetzt sogar der Beifahrersitz flach legen.

Die tiefe Ladekante und die weit aufschwingende Hintertür erleichtern das Beladen. Praktisch: Netze und Taschenhaken fixieren die Ladung. Wenn es mal schnell gehen soll, dreht man einfach die neue Wendematte im Kofferraum auf die mit Gummi beschichtete Seite nach oben. Ganz barrierefrei zeigt sich das Heckabteil des Skoda allerdings nicht. Beim Ausladen bereitet uns eine extrem hohe Ladeschwelle Kreuzschmerzen. Und bei umgelegten Rücksitzlehnen bleibt eine kleine Stufe stehen.

Sparsamer 1,6-Liter-Diesel

Genug hin und her geklappt. Wir wollen den neuen Octavia schließlich auch noch fahren. Vom penibel verarbeiteten Cockpit aus starten wir den 105 PS starken Diesel per Knopfdruck. Kultiviert, laufruhig und vibrationsarm schiebt uns der Selbstzünder voran. Obwohl der Tscheche rund 100 Kilo leichter aus der Kur kommt, geht es allerdings nicht wirklich zackig vorwärts. Bei langen Autobahnetappen wäre zudem ein sechster Gang wünschenswert. Ab Tempo 120 brummt sich das Aggregat im Bug nämlich deutlich in unsere Ohren.

Neue Pendlerrekorde sind aber auch nicht die Mission des Octavia. Er soll möglichst sparsam und komfortabel von A nach B kommen. Und das tut er. Zwar nicht wie von Skoda versprochen mit 3,8 Litern pro 100 Kilometer. Mit einem gefühlvollen Gasfuß, lässt sich aber durchaus eine vier vor dem Komma schaffen. Auf die noch sparsamere und mit 110 PS auch etwas stärkere Green-Line-Version müssen sich Flottenmanager noch bis Ende 2013 gedulden. Dann fährt der Octavia übrigens auch optional mit Erdgas vor.

Jede Menge Assistenzsysteme

Sofort im Angebot: die komplette Bandbreite an Assistenzsystemen die wir bereits vom neuen Golf kennen. Fernlichtassistent, Abstandstempomat inklusive City-Notbremsfunktion, Spurhalteassistent, Einparkassistent, Müdigkeitserkennung und Multikollisionsbremse – automatischer Bremseingriff bei Unfall – kosten allerdings alle Aufpreis.

Kommen noch weitere Extras wie das schlüssellose Startsystem oder das Navi mit acht Zoll großem Touchscreen hinzu, schießt der anfangs verlockende Grundpreis in die Höhe. Wem der Octavia dann doch zu teuer ist, der kann sich ja für den neuen Rapid entscheiden. Auch der gehört zur Kompaktklasse und ist immerhin noch 22 Zentimeter länger als der neue Golf VII.

Zudem gibt es die Modell-Varinate 1.8 TSI mit 180 PS Leistung. Der Benziner sprintet von 0-100 km/h in 7,3 Sekunden und verbraucht nach Herstellerangaben 6,1 Liter Super-Benzin auf 100 Kilometer. Netto-Preis: 20.327 Euro.

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Datum

14. Januar 2013
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