Alles über Elektroautos im Praxistest
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Fahrbericht Smart Fortwo Electric Drive: Smartes Angebot

Mit dem Fortwo Electric Drive bringt Smart nicht nur ein ausgereiftes Elektroauto auf den Markt, sondern packt gleich ein ganzes Bündel an Dienstleistungen für Fuhrparkbetreiber dazu.

11,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h sind nicht die Welt. Für den Smart Electric Drive der dritten Generation aber bedeuten 11,5 Sekunden einen Quantensprung – der Vorgänger brauchte schließlich noch 26,7 Sekunden. Um dies zu schaffen, war viel neue Technik nötig, angefangen von der 17,6 kWh starken Lithium-Ionen-Batterie, die bis zu 145 Kilometer Reichweite ermöglichen soll, über einen stärkeren E-Motor bis zum Schnellladesystem, dass die Akkus in einer Stunde fit macht.

Zielgruppe: Unternehmen

Für den Flottenbetrieb aber mindestens ebenso wichtig sind die Dienstleistungen, die Smart dem Elektroflitzer mit auf den Weg gibt. Schließlich soll der Elektroflitzer nicht nur in Deutschland, sondern in 30 Ländern verkauft werden. Wichtigste Zielgruppe sind Unternehmen mit Poolfahrzeugen, Sozialdienste, Carsharing-Anbieter oder einfach nur Gewerbetreibende, deren Mitarbeiter vorwiegend in der Stadt unterwegs sind.

Flottensteuerung übers Internet

Bis zu 16 Schnellladestationen (je 1.048 Euro netto) lassen sich übers Internet mit einem speziellen Flottenserver verbinden. Dieser "Fleet Server" kann somit den Ladevorgang von 16 Smart steuern. Für größere Flotten soll ein passender Server entwickelt werden. Derzeit müssen Großfuhrparks jedoch noch mehrere Server betreiben. Übers Internet kann der Fuhrparkleiter beispielsweise die Zeiten einprogrammieren, an denen der Energieversorger günstigeren Nachtstrom anbietet. Oder nur sauberen Strom aus regenerativen Quellen anwählen – falls dies der Energieversorger anbietet.

Emissionsfrei unterwegs

Doch selbst wenn der lokale Anbieter keinen Ökostrom anbietet – unterm Strich sind die Smart zumindest in Deutschland CO2-neutral unterwegs. Denn Daimler betreibt bei Hof eine eigene Windkraftanlage, die bis zu 2,3 Megawatt Strom ins Netz einspeist – genügend für 2.500 Smart. Über "Plug and Charge" kann der Smart-Besitzer einen Vertrag mit Betreibern von öffentlichen Ladesäulen abschließen. Das Auto wird dann beim Laden automatisch identifiziert, die Kosten über die monatliche Stromrechnung abgebucht. Bundesweit tätige Unternehmen sollen sogar ab Herbst eine Ladeinfrastruktur von unterschiedlichen Betreibern nutzen können. Hubject heißt das von Daimler, BMW, Bosch, EnBW, RWE und Siemens gegründete Projekt, das ein Laderoaming ermöglichen soll.

Überhaupt dreht sich beim Smart ED alles um Vernetzung und Datenaustausch. Über eine App kann der Fahrer jederzeit den Ladezustand ablesen, sich per Twitter oder E-Mail benachrichtigen lassen, wenn die Batterie geladen ist. Und während das Auto an der Ladestation hängt, lässt sich bequem vom Büro oder zuhause aus die Heizung oder die serienmäßige Klimaanlage einschalten. Außerdem wird die mögliche Reichweite auf einer Landkarte übersichtlich dargestellt. Auch die nächste Ladestation kann man mit Hilfe der App suchen. Keine Frage, Smart bringt sowohl für private Käufer als auch für Gewerbekunden ein ausgefeiltes System an den Start, bei dem das Auto Bestandteil eines kompletten Mobilitätskonzepts ist, samt E-Bike und E-Roller (ab 2014).

Aufs Auto abgestimmte Finanzierung

Selbst die passende Finanzierung wird geliefert. Der Kunde wählt, ob er den netto 15.890 Euro teuren Elektro-Smart kauft, least oder finanziert. Gleiches gilt für die Batterie: für 4.010 Euro kaufen, oder für 55 Euro pro Monat bis zu zehn Jahre lang mieten. Wobei in diesem Fall dann Wartung und Austauschgarantie im Preis inbegriffen sind, sollte der Akku schlapp machen. Doch zumindest die Smart-Ingenieure sehen dieses Gefahr nicht: Die Zeiten des Memory-Effekts seien bei Lithium-Ionen-Batterien vorüber. Die Mietbatterie hat zumindest beim Wiederverkauf einen klaren Vorteil, denn der Käufer geht kein Risiko ein: Er übernimmt ein Auto, bei dem die Batterie mit Sicherheit in ordnung ist. Zudem kann er in den Batterie-Mietvertrag selbst einsteigen.

Wie aber fährt sich der Kleine? Kurze Antwort: Nie zuvor machte Smart fahren so viel Spaß. Der Winzling wuselt mit einem Elan durch die Stadt, dass man gar nicht wieder aussteigen will. Ein Tritt aufs Gas an der Ampel, schon sehen Porsche und Co. nur noch die Rücklichter des Winzlings. Das Konzept überzeugte übrigens auch die FIRMENAUTO-Leser. Sie wählten den Smart Electric Drive zum "Firmenauto des Jahres 2012".

Technische Daten Smart Fortwo Electric Drive
Smart Fortwo Electric Drive
Zweitüriges Minicar mit zwei Sitzplätzen
Länge/Breite/Höhe 2.695/1.559/1.565 mm
Gewicht (kg) 975
Zuladung (kg) 175
Kofferraum (l) 220 - 340
Motor/Batterie/Antrieb
Antrieb Permanentmagnet-Synchronmotor
Dauerleistung 35 kW (46 PS)
Spitzenleistung 55 kW (75 PS)
Drehmoment (Nm) 130
Lithium-Ionen-Batterie 17,6 kWh Kapazität
Ladezeit bei 220V/400V 7 Stunden/1Stunde
Weitere Infos Stufenloses Automatikgetriebe, Heckantrieb
Fahrleistungen
0–100 km/h 11,5 s
Höchstgeschwindigkeit 120 km/h
Reichweite 145 km
Einsatzbereich
Langstrecke ■ □ □ □ □
Stadt ■ ■ ■ ■ ■
Preis 19.900 Euro

Autor

Foto

Smart

Datum

4. Juli 2012
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