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Foto: Suzuki

Fahrbericht Suzuki Ignis: Dieses SÜVchen traut sich was

Selbst mancher große SUV verzichtet auf Allrad, um Sprit zu sparen. Bei Suzuki gehört der 4x4-Antrieb zum Marken-Kern. Passt das auch zum Mini-SUV Ignis?

Jetzt kommen die Kurzen dran! Der SUV-Boom macht auch vor Minicars keinen Halt. Der neueste Weggefährte für Großstädter, die wochenends in die Pampa flüchten, kommt von Suzuki. Dürfen wir vorstellen: Ignis, 3,70 Meter kurz, etwas prall um die Hüften, kraxelt dafür wenn’s sein muss auf allen Vieren. Wobei die weit ausgestellten Radkästen ja gewollt sind. Der Ignis soll robust aussehen, damit jeder weiß: dieser Bonsai-SUV kann Offroad. Denn im Gegensatz zu Konkurrenten wie VW Cross Up und Opel Adam Rocks mimt der Suzuki nicht nur den Abenteurer, er verfügt tatsächlich über Allradantrieb.

Bessere Traktion durch Vierradantrieb

Wobei das Wörtchen Offroad richtig einsortiert werden will. Mit 18 Zentimetern Bodenfreiheit trauen wir uns den Ritt quer durch den Wald natürlich nicht zu. Dafür pflügen wir mit dem Mini-SUV souverän verschneite Bergstraßen hinauf und brausen grifffest über Schotterpisten. Suzuki geht es um eine bessere Traktion und spielt auf das Thema Sicherheit an.

Das Beste: Wir müssen uns gar nicht um den Vierradantrieb scheren, das System waltet und schaltet von alleine. Eine Visko-Kupplung sortiert die Kraft des 90-PS-Benziners individuell auf alle vier Räder, sobald an der eigentlichen Antriebsachse, der Vorderachse, Schlupf entsteht. Nur mit einer Taste für das Allradsystem müssen wir uns auseinandersetzen: die Grip-Control-Taste. Drückt der Fahrer diese schon vor dem Anfahren, beispielsweise am rutschigen Hang, fährt der Suzuki noch kontrollierter an.

Sie brauchen gar keinen Allradantrieb? Keine Sorge, den Ignis gibt’s auch ohne und damit rund 3.400 Euro netto günstiger (1.2 Dualjet ab 10.000 Euro). Dann allerdings mit deutlich weniger Serienausstattung. Der Motor ist in beiden Fällen der gleiche: ein Saugbenziner mit 90 PS und 1,2 Liter Hubraum. Im Schnitt kommt der 60 Kilo schwerere Allradler auf 5,0 Liter, der Ignis mit reinem Vorderradantrieb auf 4,6 Liter Super. Höherer Preis, höhere Spritkosten: Genau aus diesem Grund machen kostenbewusste SUV-Fahrer einen Bogen um den Vierradantrieb. Für die dürfte die Start-Stop-Automatik eher ein Thema sein. Nur leider müssen Sie dafür tief in die Tasche greifen und gleich die höchsten Ausstattungslinie Comfort+ (14.319 Euro) mitbestellen. Dann gibt sich der Suzuki immerhin mit 4,3 Litern auf 100 km zufrieden. Allrad und Start-Stop gibt‘s übrigens nicht zusammen.

Fährt sich flott und macht richtig Laune

Untenrum ist der Vierzylinder nicht der Kräftigste, wirbelt ab 2.500 Touren aber umso mehr. Und trotzdem brummt er uns nicht die Ohren voll. Mit dem Ignis durch die Stadt zu düsen, macht daher richtig Spaß. Kompakte Abmessungen, kleiner Wendekreis und eine hohe Sitzposition zeichnen ihn geradezu aus für den dichten City-Verkehr. Und auch sonst macht er eine anständige Figur. Die Gänge flutschen sauber durch die Fünfgang-Box und er federt komfortabel.

Die Sitze sind ebenfalls bequem, für den ein oder anderen eventuell ein wenig eng geschnitten. An sich geht die Rundumsicht in Ordnung, nur hinter der dicken C-Säule verstecken sich gerne Fahrzeuge im toten Winkel. Warum Suzuki deshalb zusätzlich die untere Kante der Fondfenster zugeblecht hat, bleibt uns ein Rätsel. Es macht dem Fahrer das Leben unnötig schwer, wir müssen uns ständig den Hals verrenken, wenn wir sicher gehen wollen, dass wir niemanden übersehen.

Viel Platz für ein 3.70 Meter kurzes Auto

Überrascht sind wir vom üppigen Raumangebot des kleinen Japaners. Vorne ist es für ein Minicar richtig luftig, vor allem um die Beine rum. Nur ein großer Touchscreen ragt aus dem Armaturenbrett hervor. Auf den kann der Fahrer via Apple Car Play und MirrorLink sein Smartphone spiegeln. Selbst wer hinten Platz nehmen muss, wird nicht eingepfercht. Die Fondbank besteht in den beiden höheren Ausstattungslinien aus zwei Einzelsitzen, mit denen Mitfahrer unabhängig vom Nebenmann 18 Zentimeter vor und zurück rücken können. Die Lehnen rasten zudem in mehreren Neigungswinkeln ein. Eine clevere Raum-Lösung. Schließlich reichen die 267 Liter Kofferraumvolumen in den meisten Fällen schon aus, sodass sich die hinteren Mitfahrer stattdessen mehr Beinfreiheit gönnen dürfen.

Die Ausstattungsliste fällt umfangreich aus. Einzeln kann der Kunde zwar nichts hinzubuchen, dafür zwischen vier Linien wählen. In der umfangreichsten Version Comfort+ sind LED-Scheinwerfer, Klimaautomatik, Navi, Keyless-Go oder Sicherheitssysteme wie Müdigkeits- und Spurverlassenswarner an Bord. Lediglich ein Totwinkelassistent fehlt uns, wegen der schlechten Sicht nach schräg hinten. Der Kunde kann sich seinen Wunsch-Ignis aus knalligen Farbkombinationen für innen und außen individuell zusammenstellen. Bunt waren die Kurzen ja aber schon immer.

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Datum

14. Februar 2017
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