Alles über Elektroautos im Praxistest
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Fahrbericht Volvo C30 Electric: Praxistauglicher Stromer

Nur 250 Stück baut Volvo vom C30 Electric. Einen davon hat Firmenauto intern für zwei Wochen als  eingesetzt.

Die meisten Elektroautos sind nicht als E-Auto konzipiert, sondern lediglich umgebaute Serienautos und insofern nur ein Kompromiss. Das trifft auch auf den in einer Kleinserie gebauten Volvo C30 Electric zu. Die 250 Autos werden in einem dreijährigen Versuch europaweit von ausgewählten Kunden getestet.

Angepasste Instrumente

Doch den Eindruck eines Provisoriums macht der kompakte Volvo überhaupt nicht. Im Gegenteil: Von außen sieht das Coupé zwar aus wie jeder andere C30, ­innen aber begrüßt es seinen Fahrer mit speziell auf den E-Antrieb angepassten Instrumenten und einem kleinen Schalthebel für die Automatik in der Mittelkonsole.

Während in anderen Autos die Batterie wertvollen Strom für Heizung und Klimaanlage bereitstellen muss, übernimmt das im Volvo ein Ethanol-Zuheizer beziehungsweise -Kühler mit einem 14,5-Liter-Tank, dessen Einfüllstutzen unter dem normalen Tankdeckel sitzt.

Der C30 kann an jeder herkömm­lichen Steckdose geladen werden

Die beiden je 140 Kilo schweren Lithium-Ionen-Batterien haben die Ingenieure so verbaut, dass Fußraum und Kofferraumvolumen komplett erhalten bleiben.
Doch bevor es losgeht, heißt es Strom bunkern. Eine Schnellladefunktion gibt es für die Zellen mit einer Gesamtkapazität von 24 kWh nicht. Der Wagen zieht seinen Saft in rund acht Stunden über die herkömmliche 220-Volt-Dose.
 
Doch dann kann es losgehen: Kurz am Schlüssel drehen, die Elektrik fährt hoch und leise summend rollt der C30 los. Auf den leichtesten Tritt aufs Gas reagiert der 111 PS starke Motor blitzschnell, schiebt den kleinen Volvo vehement an. Wie üblich arbeitet der Motor beim Bremsen und Ausrollen als Generator und speist Strom in die Batterie zurück. Doch der C30 hat eine zweite Fahrstufe: H wie Highway. Sie koppelt den Motor vom Antriebsstrang ab, sobald der Fuß vom Gas geht. Dann  rollt das Auto und rollt und rollt.
Schon nach kurzer Zeit haben wir den Dreh raus: Rote Ampel? Auf D schalten, Motorbremse ausnutzen, Batterie laden. Fließender Stadtverkehr? So oft es geht mitsegeln. Das erfordert ein wenig Weitsicht. Es macht aber auch Spaß, gegen die Verbrauchsanzeige zu fahren. Die versprochenen 150 Kilometer Reichweite waren trotzdem nicht zu schaffen, nach 120 Kilometern war Schluss.

Seltener Gast an der Steckdose

Die haben uns aber immer genügt, denn wir nutzten den Volvo wie ein typischer User-Chooser ­seinen Firmenwagen. Täglich zehn Kilometer ins Büro, viele Termine im näheren Umkreis, einkaufen, Wochenendausflüge in die Um­gebung. Oft musste der Wagen nur jeden zweiten, dritten Tag ans Netz.

Selbst wenn ein Interessent bereit wäre, den C30 für 930 Euro pro Monat zu leasen: Die Chance, noch ein Exemplar zu erwischen, ist gering. Schade eigentlich, denn selten hat sich ein Kompromiss als so praxistauglich erwiesen.

Autor

Foto

Augustin

Datum

10. Oktober 2012
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