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Fahrbericht Volvo V40: Einer für drei

Mit dem neuen V40 will Volvo die Premium-Kompaktklasse erobern. Die Erwartungen sind hoch. Gleich drei Modelle soll die Schrägheck-Limousine im schwedischen Lager ersetzen.

S40 und V50 hat es schon erwischt, den C30 wird in ein paar Monaten das gleiche Schicksal ereilen: alle drei Modelle werden künftig nicht mehr beim Volvo-Händler stehen – zumindest nicht als Neuwagen. Die Kunden will Volvo mit dem neuen V40 auffangen. Die Shooting-Brake ähnliche Schrägheck-Limousine soll sich in der Kompaktklasse gegen Audi A3, BMW 1er und Mercedes A-Klasse behaupten.

Dass sich Volvo mit dem V40 auf Augenhöhe mit den deutschen Premium-Herstellern sieht, zeigen die Schweden schon beim Einstiegspreis. Mindestens 20.739 Euro müssen Flottenmanager locker machen, wenn es die Basisversion mit Einstiegsbenziner sein soll. Das ist mehr als Mercedes, Audi und BMW für ihre Kompaktwagen aufrufen. Für den schwächsten Diesel verlangen die Schweden allerdings nur 250 Euro mehr – weitaus weniger als das deutsche Premium-Trio. Klimaautomatik, Start-Stopp-System und City-Safety-Funktion inklusive Fußgänger-Airbag gehören dann sogar zum Standard.

Smartphone App wie für Flottenmanager gemacht

Die Aufpreisliste des V40 ist zwar recht umfangreich, günstige Pakete halten die Zusatzkosten aber im Rahmen. Mit Abstands-Tempomat, Toter-Winkel-Warner (warnt auch beim rückwärts Ausparken vor sich seitlich näherndem Verkehr), Verkehrsschilderkennung und Fernlichtassistent schnürt Volvo beispielsweise ein attraktives Sicherheits-Paket für lediglich 1.663 Euro netto.

Fuhparkleiter dürfte beim V40 besonders der weiterentwickelte Volvo on Call – eine Notruffunktion mit automatischer Ermittlung der Fahrzeugposition – interessieren. Über eine speziell für das Notrufsystem programmierte Smartphone-App können Flottenmanager jetzt von jedem Fahrzeug die Position ermitteln sowie Tankinhalt, Restreichweite, Verbrauch, Durchschnittsgeschwindigkeit und Fahrtenbuch bequem vom Büro aus prüfen. Der Betriebsrat sollte vor Gebrauch der App allerdings seinen Segen gegeben, sonst könnte es zu Problemen kommen.

Schlicht und dennoch klassisch elegant

Wesentlich reibungsloser dürfte die Eingewöhnungszeit für die Außendienstler ausfallen, wenn sie im neuen Volvo Platz nehmen. Das Interieur empfängt mit skandinavisch schlichter und dennoch klassischer Linienführung – mit Ikea-Style hat das Ganze nichts zu tun. Hochwertige Materialien unterstreichen hier den Premium-Anspruch der Schweden. Fahrer, Beifahrer und die hinteren äußeren Kollegen nehmen auf sportlich geschnittenen Schalensitzen Platz. Aufgrund der flachen Karosserieform mangelt es den Hinterbänklern allerdings etwas an Kopffreiheit. Der wuchtig wirkende Handbremshebel passt zudem optisch nicht zum modernen Cockpit – eine elektronische Handbremse gibt es nicht einmal gegen Aufpreis. Auch das digitale Kombiinstrument ist mehr Spielerei als sinnvolle Innovation.

Im Kofferraumabteil des V40 präsentiert Volvo wieder nützliche Features. Wer einen doppelten Ladeboden ordert, bekommt bei vorgeklappten Rückenlehnen der hinteren Sitze eine ebene Fläche mit 1.032 Liter Ladevolumen. Im Normalzustand passen 335 Liter Gepäck hinein. Praktisch: Im Kofferraum gibt es mehrere Haken, herumrutschende Einkaufstaschen gehören so der Vergangenheit an.
Laufruhige Diesel

Auf unserer Testrunde im neuen V40 wird schon auf den ersten Metern klar, warum Volvo auf Gepäcksicherung so viel Wert legt: der Kompaktwagen wedelt dynamisch um enge Kurven ohne dabei aber an Komfort zu Geizen. Wankwinkel-Sensoren halten den V40 im Gleichgewicht und steigern das Fahrvergnügen. Die Lenkung vermittelt stets ein optimales Kontaktgefühl zur Straße. Gegen 75 Euro Aufpreis variiert die Lenkkraftunterstützung der Servo in drei Modi – von sportlich schwergängig, bis leichtfüßig sanft für die City.

Zum Markstart im Juli 2012 stehen drei Diesel (D2, D3 und D4) mit 115 bis 177 PS Leistung parat. Die Selbstzünder überzeugen durch ihre Laufruhe und gehen kultiviert ans Werk. Selbst der kleinste Diesel, der 1,6-Liter-Vierzylinder, zieht gut durch und gibt mit dem präzisen Sechsgang-Schaltgetriebe ein gutes Paar ab. Benzinerseitig gesellen sich zum Verkaufsstart zwei 1,6-Liter-Ottomotoren (T3 und T4) mit 150 und 180 PS hinzu. Spätestens die Topversion T5, die Ende des Jahres mit 254 PS folgt, lehrt der deutschen Premium-Konkurrenz das Fürchten.


* Bei 20.000/40.000 km pro Jahr, 60/36 Monate Laufzeit.

Quelle Betriebskosten: Dekra, Stand: Juni 2012

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19. Juni 2012
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