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Fahrbericht Volvo XC90: Schwer im Kommen

Neue Plattform, neues Marken-Gesicht, ein Touchscreen im Tablet-Format und ausschließlich Vierzylinder: Der Volvo XC90 zeigt, wo die Reise der Schweden hingeht.

Die Neuauflage des XC90 ist Volvo alles andere als überstürzt angegangen. Ganze 13 Jahre rollte das alte Modell vom Band. Die Verzögerung hatte aber einen guten Grund. Mit dem großen SUV läutet Volvo eine neue Ära für alle Modellreihen ein. Er basiert als erstes Modell auf der neuen Plattform, auf der bis 2018 alle Modelle ab der 60er-Baureihe stehen werden.

Obwohl er mit 4,95 Metern der längste Volvo aller Zeiten ist und auch wuchtiger als sein Vorgänger auftritt, speckte er dank der neuen Architektur um 150  Kilo ab. Aber ganz ehrlich: Bei über zwei Tonnen fällt das nicht wirklich ins Gewicht. Umso größer ist die Verwunderung beim Blick ins Datenblatt. Der XC90 hat ausschließlich kleine Zwei­liter-Vierzylinder unter seiner dicken Haube. Der Grund ist simpel. Volvo fehlen die kleinen Modelle, um bei den künftig strengeren CO2-Richtlinien Spritschlucker ausgleichen zu können.

Kultivierter Diesel mit Allrad

Aber keine Sorge: Selbst der schwächste im Bunde, der D5 AWD, leistet 225 PS. Seine 470 Nm Drehmoment bringt der Biturbo so gekonnt auf alle vier Räder, dass uns zu keinem Zeitpunkt der Gedanke kommt, untermotorisiert unterwegs zu sein. Zudem schaltet die Achtgang-Automatik flüssig durch, hält die Drehzahlen niedrig und den kultivierten Motor somit leise.

Wer es dennoch kräftiger mag, kann zum 320 PS starken Turbobenziner T6 samt Kompressor greifen oder aber zum Plug-in-Hybriden mit zusätzlichem Elektromotor an Bord (400 PS Systemleistung). Der schafft bis zu 50 Kilometer elektrisch und drückt den Normverbrauch auf 2,5 Liter (59 g CO2/km). Wenn es der Fahrer darauf anlegt, wuchtet der Hybridstrang den 2,4-Tonner sogar in 5,9 Sekunden auf Tempo 100. Zweifel, ob der XC90 zu schwach auf der Brust ist, könnten erst Ende des Jahres aufkommen. Dann schiebt Volvo mit dem D4 (41.512 Euro) einen neuen Einstiegsdiesel mit nur 190 PS und Frontantrieb nach.

Volvo bietet erstmals Luftfederung an

Dass die Schweden strikt auf Vierzylindermotoren beharren, bringt neben dem geringeren Verbrauch weitere Vorteile mit sich. Die Ingenieure hatten so genügend Platz, um dem SUV eine Vorderradaufhängung mit Doppelquerlenkern einzubauen, wodurch das Dick- schiff spürbar neutraler und ohne starke Seitenneigung durch Kurven fegt. Ob es der Fahrer komfortabel oder sportlich angeht, kann er nun über eine Luftfederung
(2.151 Euro) beeinflussen, die individuell die Härte der Querblattfedern der Integral-Hinterachse justiert.

Die neue Hinterradaufhängung ist zwar teurer in der Produktion, dafür kompakter, was wiederum dem Kofferraum zugutekommt. Schon bei aufgestellter zweiter Sitzreihe bringt er ordentliche 721 Liter Gepäck unter. Verschwinden zusätzlich die Rücksitze flach im Ladeboden, vergrößert sich das Heckabteil auf über zwei Meter Länge und 1.886 Liter – das reicht sogar für kleineres Ikea-Mobiliar.

Viel Platz im schicken Innenraum

Über zu wenig Platz dürfen sich auch die Passagiere nicht beschweren. Auf der in Längsrichtung verschiebbaren Rückbank können 1,90 Meter große Kollegen die Beine ausstrecken. Und selbst in der optionalen dritten Reihe (1.260 Euro) sitzen Personen bis 1,70 Meter bequem.

Die besten Plätze sind die dicken Sessel in der ersten Reihe, umrahmt von offenporigem Naturholz, weichem Leder und Softtouch-Kunststoffflächen. Das Cockpit ist typisch skandinavisch: geradlinig, modern, sachlich, ohne jeglichen Firlefanz. Da passt der riesige Touchscreen im Tablet-Format perfekt hinein. Wischen, ziehen, drücken: Fast alles wird über die Touchfläche bedient, vom Navi bis zur Sitzheizung. Wer sich aber vor der Fahrt nicht ausreichend einarbeitet, fährt die ersten Kilometer definitiv Schlangenlinie.

Neue Fahrerassistenzsysteme

Nur gut, dass Volvo eine ganze Armada an neuen Sicherheitssystemen anbietet. Neben dem Spurverlassenswarner, der uns beim Rumtippen auf dem Touchscreen durch Vibrationen im Lenkrad zur Aufmerksamkeit mahnt und den Wagen automatisch in der Spur hält, tastet sich Volvo mit dem Stau-Assistenten erstmals ins teilautonome Fahren vor. Schafft es der Fahrer trotz 360-Grad-Kamera nicht in enge Parklücken, übernimmt der SUV auch das Ein- und Ausparken ganz alleine.

Droht dem Volvo zudem ein anderes Fahrzeug aufs Heck aufzuprallen oder läuft der Fahrer Gefahr von der Straße abzukommen, strafft der XC90 vorsorglich die Sicherheitsgurte. Ebenfalls neu: der Kreuzungsassistent. Übersieht der Fahrer beim Abbiegen ein entgegenkommendes Fahrzeug, greift der Volvo mit einem Bremsmanöver ein.

Autor

Foto

Volvo

Datum

6. März 2015
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