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Fahrbericht VW Golf: Der Golf wird zum digitalen Büro

Optisch gibt’s wenig Neues beim Golf, dafür ist der VW jetzt mit riesengroßem Infotainment bestens vernetzt. Was die Frischzellenkur sonst bringt, klärt die erste Ausfahrt mit dem neuen 1.5 TSI.

Außendienstler, denen der Golf VII so richtig gut gefällt, können aufatmen. Äußerlich ändert sich nur wenig. Neue Stoßfänger vorn wie hinten etwa oder optional Voll-LED-Scheinwerfer (Serie bei Highline), die das Xenonlicht ersetzen. Eine weitere Neuerung betrifft die Heckleuchten. Sie sind jetzt ebenfalls mit LED-Technik bestückt und mit dynamischen Blinklichtern ausgerüstet.

Dafür gibt’s etliche technische Updates. Für mehr Sicherheit und Komfort sorgt die City-Notbremsfunktion, die nun auch Fußgänger erkennt. Darüber hinaus lässt sich der Golf mit einem Stauassistenten ordern. Mit ihm fährt der Golf teilautonom durch den Stop-and-Go-Verkehr. Er bremst und beschleunigt vollautomatisch und lenkt ebenso selbständig bis Tempo 60.

Den Innenraum haben die Wolfsburger weitaus mehr auf den Kopf gestellt. Als erstes fällt das neue Digital-Display. Der 12,3 Zoll große Monitor ist ähnlich wie Audis virtuelles Cockpit auf Knopfdruck konfigurierbar. Je nach Gusto erscheinen dann entweder die Instrumente im Vordergrund oder die Navigations-Karte tritt dominanter in Erscheinung. Das gestochen scharfe Active Info Display kostet 558 Euro (alle Preise netto).

9,2 Zoll großer Bildschirm und Gestensteuerung

Was sonst nur Fahrern eines BMW 5er oder 7er vorbehalten war, hält nun Einzug in die kompakte Golf-Klasse. Gemeint ist die Gestensteuerung, über die der Fahrer seine Kommandos per Handbewegung eingibt. So genügt ein Wisch nach rechts oder links und das System ändert den Radiosender, wechselt die Playlist aus dem Musikalbum. Mit einen Format von 9,2 Zoll in der Diagonalen ist der Touchscreen-Bildschirm des neuen Top-Navis Discover Pro riesengroß und er verfügt über eine kristallklare Auflösung.

Eine App verbindet den Golf mit dem Eigenheim

Allerdings ist das Infotainment auch nicht ganz billig. 2004 Euro (alle Preise netto) verlangt VW für das Infotainment System. Überhaupt hat sich der Golf zu einem rollenden Computer gewandelt, selbst eine Vernetzung mit dem eigenen Haus ist jetzt möglich. Stellen Sie sich vor: Sie erwarten um 19 Uhr Ihren Freund zu Besuch, stehen aber noch im Stau. Über die App Door Bird wird eine Videoverbindung zwischen Fahrzeug und Eigenheim aufgebaut, sobald er an klingelt. Ein Knopfdruck, und sie können den Freund vom Auto aus die Tür öffnen. Alternativ könnte so auch der Paketbote auf gleichem Wege ein Päckchen in der Garage abstellen, die dann automatisch öffnet. Nur die Waschmaschine lässt sich vom Golf aus noch nicht fernsteuern, mal sehen was die Smart-Home-Vernetzung in Zukunft noch so alles bringt.

Ein neuer 1,5-Liter TSI schickt den 1,4er in Rente

Völlig neu im Motorenprogramm ist der 1,5-Liter große Benziner, der den 1.4 TSI nach und ablöst. Auch das neue, ebenfalls 150 PS starke Triebwerk schaltet bei niedrigen Drehzahlen automatisch zwei Zylinder des Motors ab. Gibt der Fahrer anschließend Gas, kehrt der Antrieb wieder in den regulären Modus zurück.

Dieses permanente Wechselspiel klappt auch beim neuen Antrieb so unmerklich, dass man beim Fahren davon überhaupt nichts davon mitbekommt. Auch sonst gefällt der laufruhige 1.5 TSI. Er beschleunigt den Golf flott und selbst bei höherem Tempo schwinden dem Turbobenziner nicht die Kräfte. Exakt fünf Liter soll der Motor verbrauchen, auf unserer ersten Runde zeigte der Bordcomputer einen Schnitt von 5,8 Litern an. Dienstwagenfahrer, die mit weniger Leistung auskommen, sollten bis zum Sommer 2017 warten. Dann bekommt der 1.5 TSI einen kleineren Ableger mit 130 PS. Das Besondere an der schwächeren Leistungsstufe ist neben der variablen Turbinengeometrie eine Segelfunktion, die den Motor unter Gaswegnahme komplett abschaltet. Für den Verbrauch gibt VW 4,6 Liter an.

Neues DSG feiert Premiere im Golf

Eine weitere Neuerung betrifft die Kraftübertragung. Anstelle von sechs hat das DSG-Doppelkupplungsgetriebe nun sieben Gänge. Die größere Spreizung und der zusätzliche Gang sollen den Verbrauch um 0,3 Liter senken. Wie gewohnt schaltet auch das neue DSG schnell und ruckfrei.

Bei der Ausstattung bleibt es bei den drei Versionen Trend-, Comfort- und Highline, wobei die Einstiegsversion nun etwas aufgewertet wurde. Jeder Golf fährt nun mit LED-Rückleuchten sowie Radio samt 6,5 Zoll großem Zoll Tochscreen vor. Einen USB-Anschluss für das Smartphone lassen sich die Wolfsburger dagegen weiterhin mit 172 Euro bezahlen. So bleibt der Golf ein Premium-Kompakter, nicht nur bei der Qualität, sondern auch beim Preis. Los geht’s mit dem 85 PS starken TSI-Dreitürer bei genau 15.000 Euro netto, der 1.5 TSI beginnt als Comfortline bei 20.273 Euro. Mit fünf Türen kostet der Golf jeweils 756 Euro mehr.

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VW

Datum

8. Februar 2017
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