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Fahrzeugbeschaffung: Die besten Finanzierungsarten für Ihre Flotte

Leasing, Kauf, Miete oder Corporate Carsharing - Wie Unternehmen ihren Fuhrpark beschaffen, hängt von vielen Faktoren ab. Wir zeigen, welche Möglichkeiten es gibt und worauf es ankommt.

Zahlen lügen nicht, heißt es. Schon gar nicht, wenn es um kaufmännische Entscheidungen geht wie bei der Frage, welche Beschaffungsvariante für den Fuhrpark die günstigste ist – kaufen, leasen, mieten oder Corporate Carsharing? Dabei gehen die Meinungen auseinander. Die einen kaufen ihre Dienstwagen aus Überzeugung, die anderen setzen auf Leasing. Miete und Corporate Carsharing nutzen Flottenbetreiber in der Regel als zusätzliche Beschaffungsform, um den Fahrzeugpool zu bestücken, Pendelverkehre zu bedienen oder Auslastungsspitzen abzufangen.

Grundsätzlich gilt: Je größer der Fuhrpark, desto häufiger leasen Unternehmen ihre Firmenwagen. Bei Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern ist Leasing mit mehr als 45 Prozent die Nummer eins der Finanzierungsmethoden. Zwar ziehen die kleinen Unternehmen nach. Dennoch liegt der Anteil der Kauffuhrparks am Flottenmarkt laut TCC Car Consultants noch immer über 40 Prozent. Nimmt man die kreditfinanzierten Flotten hinzu, kommt man sogar auf einen Anteil von über 60 Prozent.

Kauf

Auf den ersten Blick erscheint es häufig günstiger, die Firmenwagen zu kaufen,  sind die Aufwendungen (Kaufpreis minus Wiederverkaufswert) doch meist niedriger als die Summe der Leasingraten. Dabei hängen die Finanzierungskosten im Wesentlichen von zwei Faktoren ab: zu welcher Rendite das vorhandene Kapital alternativ investiert werden könnte und zu welchen Konditionen ein Darlehen aufgenommen werden kann. Ist die Entscheidung für einen Kredit gefallen, lassen sich Monatsraten, Sonderzahlungen und Laufzeit individuell vereinbaren.

Dann gilt es, einige Besonderheiten zu beachten. So können die Anschaffungskosten nicht auf einen Schlag als Betriebsausgaben abgezogen werden, sondern müssen über die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Nutzungsdauer von sechs Jahren abgeschrieben werden. Die Abschreibungen mindern am Jahresende den Betriebsgewinn. Werden die Fahrzeuge nach Ende ihrer Laufzeit verkauft, müssen die Erlöse als außerordentliche Gewinne versteuert werden.

Die Vermarktung gehört zu den größten Herausforderungen bei gekauften Fuhrparks. Der Fuhrparkmanager trägt das Risiko, das Fahrzeug zu einem niedrigeren Preis verkaufen zu müssen als ursprünglich kalkuliert. Das könnte derzeit zum Problem werden. Der aktuelle Restwert-Index des Verbands unabhängiger Fuhrparkmanagement-Gesellschaften (VMF) befindet sich seit geraumer Zeit im Sinkflug. Zudem steht die Firma beim Verkauf an Privatpersonen und Mitarbeiter in der Gewährleistungspflicht. Trotzdem kann sich der Kauf lohnen. Etwa wenn unklar ist, wie stark das Fahrzeug genutzt werden soll. Beim Leasing muss der Nutzer am Ende der Laufzeit kräftig nachzahlen, sollte die im Vertrag vereinbarte jährliche Kilometerzahl überschritten werden. Wer unter dem Limit bleibt, hat dagegen unnötig hohe Kosten.

Außerdem findet sich für spezielle Ausstattungswünsche nicht immer ein Leasinganbieter. Wer etwa besondere Einbauten für seinen Dienstwagen benötigt, die Autos in extravaganten Farben lackieren möchte, außergewöhnliche Einsatzarten vorweist, kommt oft nicht am Kauf vorbei.

Leasing

Für Fuhrparks, die sich für Leasing als Finanzierungsform entscheiden, gelten folgende Voraussetzungen: Grundsätzlich setzt sich die Leasingrate aus dem Anschaffungspreis, dem kalkulatorischen Restwert und der Verzinsung des eingebrachten Kapitals zusammen. Die Leasingrate fällt monatlich an und gilt in voller Höhe als Betriebsausgabe. Damit steigen Eigenkapitalquote und Liquidität. Ein Leasingvertrag läuft mindestens zwei Jahre. Will der Kunde vorzeitig aussteigen, ist das kaum möglich. Darüber hinaus drohen Nachzahlungen, wenn die vereinbarte Laufleistung überschritten wird. Wer dagegen zu wenig fährt, produziert unnötige Kosten.

In der Regel müssen Flottenbetreiber die Fahrzeuge vollkaskoversichern. ­Dabei könnte es sich durchaus rechnen, auf Kaskoschutz zu verzichten und stattdessen Rückbildungen für den Schadenfall zu bilden. Schlechte Karten haben die Firmen auch bei einem Totalschaden. Sie besitzen dann zwar ein außerordentliches Kündigungsrecht und müssen die Leasingraten nicht bis zum regulären Vertragsende bezahlen, doch um die sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung für entgangene Zinsen und Gewinne kommen sie nicht herum.

Am Ende der Laufzeit trägt die Leasinggesellschaft das Verkaufsrisiko – zumindest bei Kilometerverträgen. Beim Restwertvertrag hängt die Rate vom zum Vertragsbeginn festgelegten Restwert ab. Wird dieser nicht erzielt, muss der Kunde nachzahlen. Ein Risiko, das Flottenbetreiber zunehmend scheuen. Jedoch gilt in beiden Fällen: Übliche Gebrauchsspuren sind mit der Leasing­rate abgegolten. Liegen weitere Schäden vor, müssen die Kunden tief in die Tasche greifen. Im Schnitt liegen die Nachzahlungen bei rund 700 Euro.

Insgesamt geht der Trend geht zum Full-Service-Leasing. Das bringt je nach Dienstleistungstiefe schlankere, effektivere Prozesse und sinkende Kosten in der eigenen Fuhrparkverwaltung. Darüber hinaus profitieren die Kunden von Großkundentarifen der Leasinggesellschaften unter anderem im Einkauf bei Werkstätten, Reifenhändlern oder Versicherungen. Gleichwohl ist Leasing für viele Firmen aber nicht nur die günstigste Alternative. Sie bietet durch vertraglich fixierte Kosten ein hohes Maß an ­Planungssicherheit.

Miete

Einen Dienstwagen zu mieten ist in der Regel teurer als zu leasen. Schwankt jedoch der Fahrzeugbedarf, liegen die Vorteile der Langzeitmiete auf der Hand. Nach Ablauf der Mindestmietzeit, die meist 28 Tage beträgt, können Mietfahrzeuge jederzeit zurückgegeben werden. Dazu kommen Kostentransparenz und Planungssicherheit. Höchstens unvorhergesehene Mehrkilometer oder die Selbstbeteiligung im Schadenfall können die Bilanz verhageln. Dafür entfällt jeglicher Verwaltungsaufwand. Da der Vermieter Halter des Fahrzeugs ist, kümmert er sich um Versicherung, Steuer, Reifen oder Inspektion. Trotz großer Auswahl müssen die Vermieter bei speziellen Ausstattungswünschen passen. Die Fahrzeuge können nicht individuell konfiguriert werden.

Während beim Kauf und Leasing das Unternehmen Fahrzeughalter ist, und entsprechend die Rechte und Pflichten in Bezug auf Gewährleistung und Instandhaltung des Fahrzeugs übernimmt, überlässt bei der Langzeitmiete der Vermieter dem Kunden ein Fahrzeug zur Nutzung, bleibt aber selbst Eigentümer und Halter.

Corporate Carsharing

Mit Corporate Carsharing können Fuhrparkmanager nicht die komplette Flotte ersetzen. Einsparpotenziale ergeben sich in erster Linie im Fahrzeugpool. Willi Loose, Geschäftsführer des Bundesverbands Carsharing, sieht als Faustregel: "Bis zu 15.000 km/Jahr kann Carsharing günstiger als ein Firmenfahrzeug sein." Firmen wie Infineon sparen im direkten Kostenvergleich mehr als 30 Prozent ein.

Pro und Kontra Kaufen

+ Eigentum am Fahrzeug
+ Anspruch auf Garantie des Herstellers
+ Auto kann frei eingesetzt/verkauft werden
+ Kein Rückgabeprozedere
+ Versicherungsumfang selbst bestimmt
– Bindung von Kapital
– Keine Planungssicherheit der laufenden Betriebskosten
– Restwertrisiko
– Verkauf der Fahrzeuge in Eigenregie (evtl. Gewährleistungspflicht)

Pro und Kontra Leasing

+ Auto bleibt Eigentum der Leasinggesellschaft
+ Schonung des Eigenkapitals/Liquidität
+ Leasingraten sind Betriebsausgaben
+ Unternehmen können von Rabatten der Anbieter profitieren
+ Fuhrpark ist immer auf dem neuesten Stand
+ Planungssicherheit/sichere Kalkulationsbasis
+ Kein Restwertrisiko bei Kilometerverträgen
– Einschränkungen bei der Nutzung
– Eventuell Nachzahlungen und Probleme bei der Rückgabe

Pro und Kontra Corporate Carsharing

+ Flexiblere Mobilität auf kurzen Strecken
+ Keine Kapitalbindung
+ Niedrige Prozesskosten im Fahrzeugpool
+ Kein aufwendiges Rückgabeprozedere
+ Fahrzeugauslastung steigt erheblich
+ Schnelle Implementierungsphase
+ Integrationsmöglichkeit von Elektromobilität
+ Fahrzeuge können gegen Bezahlung auch privat von Mitarbeitern genutzt werden
+ Automatische Kostenerfassung und Zuordnung zur Kostenstelle
+ Positiver Imageeffekt
– Nicht zur Mitarbeitermotivation geeignet
– Keine individuellen Ausstattungsmöglichkeiten
– Eventuell eingeschränkte Verfügbarkeit
– Eventuell eingeschränkte Verfügbarkeit

Pro und Kontra Langzeitmiete

+ Vermieter ist Fahrzeughalter (Halterhaftung bleibt beim Vermieter)
+ Kein Reparaturrisiko
+ Planungssicherheit
+ Kein Verwaltungsaufwand
+ Keine umständliche/unsichere Rückgabe
+ Kein Restwertrisiko
+ Hohe Flexibilität/Mobilitätsgarantie
+ Taggenaue Abrechnung
– In der Regel teurer als Leasing
– Keine individuelle Fahrzeugausstattung

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Datum

31. Oktober 2013
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