Firmenauto: Abwrackprämie: Druck auf Restwert steigt

Bereits seit Jahren kämpfen die Hersteller mit Überkapazitäten, die zwischen 20 und 50 Prozent liegen. Um ihre Autos in den Markt zu bringen, haben sich die Hersteller mit hohen Rabatten und subventionierten Leasingangeboten ihre Pfründe gesichert. Sinkende Restwerte Doch die immer schneller sinkenden Restwerte machten den Konzernen einen dicken Strich durch die Rechnung. Verstärkt wurde die Situation durch die Wirtschaftskrise. Michael Bergmann, Geschäftsführer von Eurotax Schwacke, beziffert den Verlust durch sinkende Gebrauchtwagenpreise auf insgesamt 3,1 Milliarden Euro. „Fahrzeugwerte, die bislang in den Büchern von Autobanken, Leasinggesellschaften und Flottenbetreibern stehen, werden sich nicht mehr realisieren lassen und müssen von den Firmen als Verluste verkraftet werden“, sagt Bergmann.   Vor allem große und hubraumstarke Modelle lassen sich kaum verkaufen oder nur durch massive Preisnachlässe in den Markt drücken. Eingebrochen sind auch die osteuropäischen Absatzkanäle und darunter leiden insbesondere die Leasinggesellschaften. „Die Restwerte von drei Jahre alten Gebrauchten sank allein in den letzten sechs Monaten um 6,2 Prozent“, bestätigt Bergmann. Insgesamt schätzt der Experte den Rückgang der Restwerte zwischen 2008 und 2010 auf mehr als 20 Prozent. Doch der Sinkflug der Restwerte scheint noch nicht zu Ende. Bergmann rechnet frühestens Mitte 2010 mit einer Erholung der Nachfrage. Außerdem geht der Experte davon aus, dass die Restwerte in den nächsten fünf Jahren das Niveau des Jahres 2008 nicht mehr erreichen werden. Darunter leiden vor allem Leasinggesellschaften, die hohe Rückstellungen für die Restwertrisiken bilden mussten. Neuzulassungen Nicht ganz so schlecht stellt sich die Situation bei den Neuzulassungen dar. Die Abwrackprämie federt die negativen Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Automobilbranche erheblich ab. Mittlerweile hat die Bundesregierung den Prämientopf von 1,5 auf fünf Milliarden Euro aufgestockt.  Eurotax Schwacke rechnet damit, dass in diesem Jahr aufgrund der Prämie die Zahl der Neufahrzeuge auf 3,6 Millionen Einheiten ansteigt.  „Ohne die bisher genehmigte Abwrackprämie hätte sich die Zahl der Neuzulassungen unterhalb des Niveaus von 2008 auf 2,8 Millionen Fahrzeugen eingependelt“, sagt Bergmann. Aussichten Doch was passiert nächstes Jahr? Ohne Prämie? Die Experten von Eurotax Schwacke werten bis zu 70 Prozent der 1,4 Millionen Neuwagenkäufe als Mitnahme- und Vorzieheffekt. „Autos, die in den nächsten Jahren definitiv nicht gekauft werden“, erklärt Bergmann. Fest steht, dass die Abwrackprämie im laufenden Jahr dem Abwärtstrend, zumindest in Teilen entgegen wirken konnte. Trotzdem wird ein erheblicher Teil der positiven Effekte nach Ablauf der staatlichen Prämie verpuffen, wenn 2010 um neue Käufer gerungen wird und die Restwerte weiter fallen. Das Gesamtneuwagenvolumen wird im Jahr 2010 auf 2,8 Millionen Autos schrumpfen. „Die Branche fällt im nächsten Jahr vom Abwrackprämien-Hoch ins Volumen-Tief“, orakelt der Geschäftsführer.  

Datum

16. Juli 2009
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