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Firmenauto: Bruderkampf: Audi A5 gegen VW Tiguan

Der VW-Konzern tauscht seit Jahrzehnten fröhlich Plattformen und Motoren. Und so manchen beschleicht der Gedanke, auch der neue Q5 könnte für rund 6.000 Euro mehr eine aufgemotzte Version des VW Tiguan sein. Ist er aber nicht. Die einzig größere Gemeinsamkeit ist der 170 PS starke 2.0 TDI. Der Tiguan protzt weniger mit Chromglanz und Detail-Gloria, sondern mit einer sauberen Verarbeitung und praktischen Details wie großen Türtaschen und der in Position wie Neigung verstellbaren Rückbank. Sein bayerischer Cousin hat das auch in petto, möchte aber zum Beispiel für das variable Fondgestühl 168 Euro extra. Zum Ausgleich bietet er den praktischen doppelten Ladeboden mit Verzurrsystem aufpreisfrei, wofür der Tiguan wiederum 135 Euro aufruft. Beide assistieren gerne ihren Fahrern, jedoch auf unterschiedliche Weise: Vom Tiguan gibt es aktive Hilfe beim Einparken, obwohl der Fahrer diese weniger nötig hat als beim Q5. Der dagegen verlangt für etwas optische und akustische Rangierhilfe frech bis zu 1.033 Euro, unterstützt dafür lieber exklusiv beim Spurwechseln und Abstandhalten (zusammen 1.975 Euro). Unabhängig davon kommt er früher zum Stehen als der VW, aus 160 km/h sind es gar zehn Meter. Von den üblichen SUV-Schwächen wie schlechten Bremsen und behäbigem Handling distanziert sich der Audi offensiv. Putzmunter gehorcht der Q5 den Pilotenbefehlen. Fast aufreizend lässig zirkelt der 1,7-Tonner mit seiner übersetzungsvariablen Lenkung um Kurven und verwöhnt mit scheinbar endloser Traktion. Der ebenso einzelradaufgehängte Tiguan wankt eine Spur mehr, bleibt gelassener, aber ist objektiv kaum langsamer. Keine Einigkeit herrscht bei der Auslegung des technisch ähnlichen Getriebes. Wer fleißig runterschaltet, lässt den VW stürmen, während sein Kontrahent elastischer aus der prallen Kraft des laufruhigen, bei Kälte aber etwas phlegmatisch anfahrenden Common-Rail-Diesels lebt. Trotz gleichem Motor brummt er vernehmlicher, aber seine Gänge flutschen sanfter. Zum Ausgleich lässt der Tiguan Spritsparkönige grinsen: Sehr zurückhaltende Fahrweise belohnt er mit 5,6 Liter Verbrauch. Der Q5 schafft solche Minimalwerte nicht, aber immerhin sehr ähnliche bei normaler Fahrweise. Über schlechten Langstreckenkomfort muss man sich hier wie dort keine Gedanken machen. Mit den optionalen adaptiven Dämpfern (861 Euro) schwingt der VW jedoch im Comfort-Modus entspannter über fiese Frostaufbrüche. Eine Investition, die sich sensible Fahrer auch beim ruppiger dämpfenden Q5 gönnen sollten. Doch das hebt den Preis des ohnehin schon teureren Audi schnell über 35.000 Euro.

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Datum

27. März 2009
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