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Firmenauto: Dacia Logan trifft ins Schwarze

Ab 7.143 Euro gibt es dieses Auto. Dabei passt hinten deutlich mehr rein als in einen VW Passat Variant: bis zu 2.350 Liter, um genau zu sein (Passat: 1.731 Liter). Und wenn Sie Ihren Mitarbeitern diesen Dacia Logan MCV in der Topausstattung Lauréate und mit dem 86-PS-Diesel gönnen, dann kostet dies Ihr Unternehmen schlappe 10.996 Euro. Dafür bekommen Sie keineswegs einen spartanischen Lieferwagen, sondern einen zivilen Kombi, auf Wunsch sogar mit sieben Sitzen. Der Dacia stammt aus Rumänien, wesentliche Komponenten aus den Regalen von Renault, wo sie zumeist ihr Verfallsdatum erreicht haben. Beispielsweise der Blinkerhebel mit integrierter Hupe – ein Relikt der 80er und 90er. In Deutschlands Fuhrparks ist der Logan trotzdem ein Renner. Sicher, eine Schönheit ist er nicht, aber seit dem Facelift mit der neuen Frontpartie doch ganz gefällig. Und der Kombi sieht ohnehin besser aus als die Stufenheck-Limousine oder das Schrägheckmodell Sandero. Stattlich ist der 4,47 Meter lange Kombi auch, größer als ein VW Golf und vor allem um einiges höher (1,66 Meter). Gediegenheit zählt allerdings nicht zu den Eigenschaften des Logan: Das Innenraumdesign ist – freundlich gesagt – schlicht. Trotzdem ist der Aufenthalt im Dacia keine Strafe. Vier Personen passen gut rein und genießen ein ausgezeichnetes Raumgefühl – auch weil die Fondpassagiere ein halbes Stockwerk höher sitzen. Sogar die dritte Sitzreihe (420 Euro) lässt sich ohne übermäßige Strapazen nutzen. Die Verarbeitung wirkt robust, der Sitzkomfort ist auch auf längeren Strecken akzeptabel und die einfache Bedienung empfindet man in Zeiten überfrachteter Cockpits als Wohltat. Die Paraderolle des Logan Kombi ist die des Lastesels, wobei sich der variable Laderaum den Bedürfnissen eines Servicetechnikers oder Handwerkers bestens anpasst. Selbst bei aufgerichteten Rücksitzen schluckt er 700 Liter und dank großzügiger Ladehöhe, steiler Rückwand und ebenem Boden geht auch sperriges Stückgut problemlos rein. Dabei erleichtert die asymmetrisch geteilte Hecktür das Beladen. Dem Raumangebot angemessen ist die Zuladung (526 Kilogramm), nicht so berühmt die Anhängelast (1.300 kg).  Mit der Sicherheitsausstattung ist es nicht allzu weit her. Die Gurte haben keine Straffer, Seitenairbags gibt es nur gegen Aufpreis und ESP überhaupt nicht. Deshalb ist ein Logan nicht gleich ein gefährliches Auto, aber zumindest ESP sollte Dacia schon anbieten. Zumal der Kombi bei heftigen Lenkmanövern und voller Beladung recht nachdrücklich mit dem Heck nach außen drängt. Mit der unpräzisen Lenkung und seiner Neigung, in Kurven frühzeitig und heftig zu untersteuern, reizt der Logan so wenig zum fröhlichen Heizen wie ein motorisierter Leiterwagen. Und auch der 1,5 Liter große und 86 PS starke Common-Rail-Diesel von Renault fördert nicht gerade das Temperament. Dank seiner 200 Nm Drehmoment ist er ein wackerer Zieher und ermöglicht adäquate Fahrleistungen, mehr aber nicht. 160 km/h sind nach längerem Anlauf drin.  Ob der Rumäne am Ende so viel Geld spart, wie es der niedrige Preis verspricht, hängt von den individuellen Voraussetzungen ab. Rabatte gibt es, zumindest für Kleinkunden, so gut wie keine. Wenigstens bekommt man eine Dreijahresgarantie. Der prozentuale Wertverlust des Autos fällt zumindest bei längerer Nutzung relativ hoch, in Euro jedoch vergleichsweise niedrig aus. Allzu sparsam ist das Auto auch nicht. Die 6,8 Liter Testverbrauch gehen für ein Auto dieser Größenklasse aber in Ordnung. Auch die Versicherung stuft den Logan nicht besonders gnädig ein, so dass die Betriebskosten unterm Strich nicht ganz so attraktiv aussehen wie erwartet. Dass der Dacia Logan gleichwohl ein Angebot ist, das in diesen Zeiten ins Schwarze trifft, lässt sich damit aber nicht wegrechnen.

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6. April 2009
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