Firmenauto: Elektronische Deichsel im Test

Das EU Projekt Sartre (Safe Road Trains for the Environment) untersucht, wie weit sich die Abstandsregelsysteme moderner Fahrzeuge zu so genannten Roadtrains zusammenschalten lassen. Auf dem Volvo Testgelände in Göteborg liefen nun erste Tests außerhalb des Simulators. Der Vorgang ist bekannt unter dem Namen Platooning. Hierbei fährt ein Führungsfahrzeug, gelenkt von einem Berufskraftfahrer, dem Konvoi voraus. Die Fahrzeuge messen selbständig Abstand, Geschwindigkeit und Richtung des Vordermanns. Dabei gibt es keine feste Verbindung. Der Konvoi könne jederzeit verlassen werden, sagt Volvo. Die nötigen Sensoren sind schon heute aus ähnlichen Assistenzsystemen verfügbar. Der zunächst größte Vorteil ist der Komfort für die Fahrer in den nachfolgenden Fahrzeugen. Lange Zeit bei Autobahntempo zu fahren kann stark ermüdend wirken. Die Konzentration leidet und die Unfallgefahr steigt. Zudem folgt auf lange Autobahn-Etappen oft der hektische Stadtverkehr am Reiseziel, der hohe Konzentration fordert. Dank des Platoonings könnte der Fahrer theoretisch unterwegs sogar schlafen – oder er bereitet sich auf die Fahrt nach der Autobahn-Etappe vor. Tom Robinson, Projektkoordinator von Sartre geht einen Schritt weiter. „Platooning bietet die Aussicht auf bessere Verkehrssicherheit, optimale Nutzung des Verkehrsraums, höheren Fahrerkomfort auf langen Reisen sowie verringerten Kraftstoffverbrauch und damit geringere CO2-Emissionen“, sagt Robinson. Der Faktor Mensch sei die Ursache für 80 Prozent aller Verkehrsunfälle. Zumindest in den „Trittbrett-Fahrzeugen“ spiele der Fahrer eine wesentlich geringere Rolle. Die Verantwortung wandert allerdings nahezu vollständig zum Fahrer des Zugfahrzeugs. „Ein geschulter Berufsfahrer, der die Kolonne anführt, ist ein wichtiger Faktor, um die Sicherheit in dem Projekt zu gewährleisten“, ergänzt Erik Nordin von Volvo Technology. Weitere Vorteile des Platoonings seien laut Robinson geringere CO2-Emissionen und weniger Staus, da die Fahrzeuge mit geringem Abstand hintereinander fuhren. Robinson sieht das Problem in der Umsetzung nicht in der Technik. Das größte Problem sei die öffentliche Akzeptanz. Schließlich müssten alle EU-Staaten ein entsprechendes Gesetzeskonzept verabschieden.

Datum

31. Januar 2011
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