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Firmenauto: Gebrauchtwagenpreise stagnieren

Der Aufwärtstrend bei den Gebrauchtwagenpreisen ist zunächst gestoppt. Dies weist der Restwert-Indikator des Verbandes markenunabhängiger Fuhrparkmanagementgesellschaften (VMF) aus. Zwar haben sich die Preise für gebrauchte Fahrzeuge seit ihrem Tiefpunkt im Januar langsam aber stetig wieder nach oben entwickelt, im Oktober registrierte der Indikator aber erstmals seit fünf Monaten einen leichten Rückgang von 0,1 Prozentpunkten. „Der Aufwärtstrend ist damit nicht gestoppt, er kann sich durchaus noch fortsetzen. Wenn auch nur sehr langsam“, kommentiert Michael Velte, der Vorstandsvorsitzende des VMF. Ob die kleine Verschnaufpause beim Wachstum schnell wieder vorbei ist, hänge unter anderem davon ab, ob die Automobilhersteller bei ihren Vermarktungsaktivitäten und der Nachlassgestaltung bei Neufahrzeugen vernünftig und sensibel für Risiken vorgingen. „Von den Gebrauchtwagenpreisen aus dem Jahre 2008 sind wir noch sehr weit weg. Der Markt wird sich innerhalb der nächsten 24 Monate weiter in diese Richtung bewegen, wenn auch nicht mehr gänzlich am damaligen Niveau anknüpfen können“, ist sich Velte sicher. Im Oktober 2008 lagen die durchschnittlichen Restwerte gebrauchter Fahrzeuge noch gut fünf Prozentpunkte über den aktuellen Zahlen, also bei 42,4 Prozent. Bei einem durchschnittlichen Neuwagenpreis von 26.000 Euro macht eine Differenz von fünf Prozentpunkten im Restwert 1.300 Euro aus. Die Nachfrage von Privathaushalten nach Gebrauchtwagen schätzt der VMF eher zurückhaltend ein, da sich Vorzieheffekte aus dem Jahr der Abwrackprämie nach wie vor auswirken. Die Fuhrparkbetreiber dagegen würden jetzt Ersatzinvestitionen nicht mehr weiter aufschieben wollen, wodurch einige Wagen, oft Leasingrückläufer, in den Gebrauchtwagenhandel gelangten. Dazu kämen strategische Aktivitäten der Hersteller, die zugelassene Neuwagen im Handel zur Sicherung ihrer Marktanteile bei Neuwagen platzieren. Das sieht nicht nur der VMF mit Sorge: Laut dem Institut für Automobilwirtschaft tendieren die Automobilhersteller derzeit dazu, „zusätzliche Neuwagen in den Markt drücken, die zeitversetzt als junge Gebrauchtwagen vermarktet werden“, sagte Prof Willi Diez vor kurzem bei der Vorstellung einer Studie zum Gebrauchtwagenmarkt. Velte bestätigt die Gefahr, dass die Restwerte durch diese Aktionen wieder unter Druck geraten. Der VMF-Restwert-Indikator ist ein Ergebnis aus einem Langzeitvergleich: Aus einem in Oktober 2008 "eingefrorenen" Bündel von zirka 10.000 Fahrzeugen verschiedener Fabrikate, Modelle, Laufzeiten und Laufleistungen wird jeden Monat eine Bewertung nach Eurotax-Schwacke zu Händlereinkaufspreisen ermittelt. Durch diese monatliche Bewertung der theoretischen Vermarktung kann man den Werteverlauf des Gebrauchtwagenmarktes sehr gut verfolgen. Im Ergebnis erhält man den durchschnittlichen Wiederverkaufswert, also den zu erzielenden Restwert der zirka drei Jahre alten Pkw. 

Foto

Foto: Torsten Zimmermann/WWW.TOZIGRAFIE.DE

Datum

17. November 2010
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