Firmenauto: INTERVIEW: Arabischer Immobilienkonzern Nakheel erwägt Börsengang

DUBAI (dpa-AFX) - Der in Dubai ansässige Immobilienkonzern Nakheel prüft zur Finanzierung von Großprojekten oder einer möglichen Auslandsexpansion den Gang an die Börse. Die Gesellschaft steht hinter den weltweit bekannten Projekten "The Palm" und "The World", künstlich geschaffenen Inseln vor der Küste Dubais in Form einer riesigen Palme und der Weltkarte. Künftig wolle Nakheel sowohl in traditionellen Märkten wie Westeuropa und den USA als auch in den aufstrebenden Märkten Asiens und Osteuropas investieren, sagte Nakheel-Chef Chris O´Donnell der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Die ersten Vorhaben seien ein Gemeinschafts-Hotelprojekt mit MGM in Las Vegas sowie Großbauten in Singapur und Thailand. Derzeit entwickelt Nakheel Bauvorhaben im Volumen von rund 60 Milliarden US-Dollar.

Nakheel weise einen für Projekte dieser Größe ungewöhnlich niedrigen Kreditfinanzierungsanteil von zwölf Prozent auf, gegenüber einem Branchendurchschnitt von 70 Prozent. Dieser Anteil werde sich angesichts des erfolgreichen Geschäftsmodells - bislang sei jedes Projekt profitabel gewesen - künftig kaum erhöhen, hieß es. Den Großteil der Investitionen finanziert das Unternehmen über Vorabverkäufe von Wohnimmobilien und Hotels.

ÖKOLOGISCHES BAUEN

Trotz der offenbar komfortablen Finanzausstattung ist für die bislang noch nicht börsennotierte Aktiengesellschaft ein Going Public denkbar. "Das Thema IPO steht nach wie vor auf unserer Agenda", sagte O´Donnell ohne einen Zeithorizont zu nennen. Eine weitere Möglichkeit sei die Ausgabe von Anleihen. Er könne sich durchaus in den kommenden zwölf Monaten eine Bond-Emission im Volumen von zwei bis drei Milliarden Dollar vorstellen, erläuterte er.

Wie O´Donnell betonte, hat sich Nakheel die Themen Nachhaltigkeit und Umwelt auf die Fahnen geschrieben. So habe die Gesellschaft eine eigene Umweltsparte mit einem permanenten Forscher- und Expertenteam aufgebaut und sei damit Vorreiter im Nahen Osten. Ziel sei es, globale Standards ökologischen Bauens zu übernehmen und diese - wo immer möglich - zu übertreffen.

Dies gelte bereits auch für die aktuellen Prestigeprojekten "The Palm" und "The World". Dort kämen unter anderem von Bioreaktoren betriebene Kläranlagen, integrierte Mülltrennungs- und Recyclingsysteme oder energieeffiziente Bewässerungs- und Kühlsysteme auf dem neuesten Stand der Technik zum Einsatz.

GIGANTOMANIE

Meldungen, wonach Nakheel den höchsten Wolkenkratzer der Erde mit einer Höhe von 1.050 Metern plane, wollte der CEO nicht bestätigen. Er sagte lediglich, der an der "Dubai Waterfront" geplante Turm werde ein ikonisches Bauwerk mit Kultstatus. Derzeit errichtet Nakheel-Wettbewerber Emaar Properties den "Burj Dubai", der bereits jetzt 584 Meter und 156 Stockwerke aufweist und damit das weltweit höchste Bauwerk ist. Die Investoren wollen die endgültige Höhe des Turms noch nicht preisgeben, nannten aber eine Mindesthöhe von 700 Metern.

Nakheel gehört zu den weltgrößten privaten Immobiliengesellschaften und hat Zugriff auf über 50 Prozent der noch unbebauten Wohnfläche des Emirats. Davon sind bislang lediglich 10 Prozent projektiert. Das nach eigenen Aussagen profitable Unternehmen hat im Geschäftsjahr 2006 mit 800 Mitarbeitern einen Umsatz von 11,95 Milliarden Dirham (2,26 Mrd Euro) erwirtschaftet. Im laufenden Geschäftsjahr ist die Zahl der Beschäftigten auf rund 2.000 gestiegen und soll 2008 auf rund 3.000 Mitarbeiter zunehmen. Nakheel wird von der Herrscherfamilie Al Maktum über die staatliche Holding Dubai World kontrolliert, die über 50.000 Beschäftigte zählt und Aktivitäten in über 100 Ländern steuert./

Datum

5. November 2007
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