Firmenauto: INTERVIEW: Ständige Preiserhöhungen gefährden Weihnachtsgeschäft - GfK

NÜRNBERG (dpa-AFX) - Ständige Preiserhöhungen könnten nach Einschätzung des Marktforschungsunternehmens GfK das Weihnachtsgeschäft gefährden. "Die größte Gefahr für die Konsumstimmung und damit das Weihnachtsgeschäft wären weitere Preiserhöhungen", sagte GfK-Experte Dirk Mörsdorf am Mittwoch in Nürnberg der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Neuerliche Preisrunden wären Gift für den Konsum. Die grundsätzlichen Rahmenbedingungen für Konsum und Wirtschaft in Deutschland seien trotz der Turbulenzen am Kredit- und Ölmarkt angesichts weiter sinkender Arbeitslosigkeit, besserer Einkommensaussichten und robuster Unternehmensgewinne aber durchaus positiv.

"Die Stimmung bei den Verbrauchern ist momentan schlechter, als es die Lage vermuten lassen würde", sagte Mörsdorf mit Blick auf die neuerliche Eintrübung der Konsumstimmung. Der Grund sei die bisher nicht abreißende Flut von Preiserhöhungen insbesondere bei Gütern des täglichen Lebens. Preiserhöhungen in diesem Bereich hätten eine psychologische Signalwirkung und ließen besonders die "gefühlte Inflation" steigen. Viele dächten dabei nicht in nackten Prozentzahlen, sondern in Kategorien wie - "alles wird teurer". Dabei werde zurzeit das Gefühl genährt, dass alles, was ich heute mehr verdiene, morgen schon durch Preiserhöhungen wieder aufgefressen werden könnte. Die Deutschen seien historisch beim Thema Preise besonders sensibel.

"Wenn die Risiken nicht stärker zum Tragen kommen und die Sparquote der Verbraucher weiter zurück geht, könnte der Konsum im Weihnachtsgeschäft durchstarten", zeigte sich Mörsdorf verhalten optimistisch. Vor diesem Hintergrund erwartet die GfK weiter eine Beschleunigung des Konsumwachstums in Deutschland im vierten Quartal. Nach der Konsumdelle im ersten Halbjahr sei der Trend im dritten Quartal bereits positiv. Allerdings müsste das Weihnachtsgeschäft außergewöhnlich gut verlaufen, um für das Gesamtjahr noch ein Wachstum von 0,6 Prozent beim privaten Verbrauch zu erreichen.

Der Euro-Höhenflug dürfte die Verbraucher unterdessen eher kalt lassen. "Der Euro-Höhenflug ist ein zweischneidiges Schwert", sagte Mörsdorf. So sorge der starke Euro zwar einerseits für günstigere Preise für Fernreisen und Importgüter. Doch mittel- bis langfristig dürfte die Euro-Stärke die Exportwirtschaft belasten und damit die Konjunktur eher dämpfen. Derzeit sei aber die Konjunktur in Deutschland robuster als zuletzt häufig dargestellt. Positiv wirke auch die deutlicher als geplante Senkung des Arbeitslosenversicherungsbeitrags im kommenden Jahr. Weitere Mut machende Entscheidungen müssten nun folgen, damit die Bürger entlastet und mehr Vertrauen in die Zukunft gewinnen würden.

Datum

28. November 2007
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