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Firmenauto: Kritik an CO2-Grenzen für Lieferwagen

Das von EU-Kommissar Stavros Dimas vorgeschlagene Gesetz zur CO2-Regulierung leichter Nutzfahrzeuge stößt bei Interessenvertretern und Politik auf Kritik. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) etwa moniert den falschen Zeitpunkt für die Regulierungsmaßnahme. Die Nutzfahrzeugindustrie erlebe den größten Einbruch seit der Weltwirtschaftskrise im vergangenen Jahrhundert und viele Unternehmen kämpften um ihre Existenz, erklärte VDA-Präsident Matthias Wissmann. In einer solchen Situation sei ein Gesetzesvorhaben, das von Herstellern und Zulieferern hohe Investitionen erzwingt, nicht nachvollziehbar. Noch deutlicher wurden die zuständigen politischen Vertreter des Bundeslands Hessen. Sie bezeichneten den CO2-Regulierungsvorschlag als faulen Kompromiss zu Lasten der Automobil- und Zulieferindustrie. Wirtschaftsminister Dieter Posch und Europaminister Jörg-Uwe Hahn erklärten unisono: „Der Industriestandort Europa wird auf diese Weise unnötig geschwächt.“ Klimaschutz dürfe nicht zu Lasten der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen und deutschen Automobil- und Zulieferindustrie gehen. Wissmann wies darauf hin, dass der Anteil der leichten Nutzfahrzeuge an den gesamten verkehrsbedingten Kohlendioxid-Emissionen nur zwei Prozent betrage. Zudem hätten die Hersteller der Nutzfahrzeugbranche schon immer Wert auf einen möglichst niedrigen Verbrauch ihrer Fahrzeuge gelegt, da die Kunden aus der Transportbranche vor allem die Betriebskosten im Auge hätten. CO2-Reduktion und Wirtschaftlichkeit seien daher schon immer untrennbar miteinander verbunden gewesen. Dennoch schloss Wissman eine CO2-Regulierung nicht grundsätzlich aus. Benötigt würden jedoch angemessene Grenzwerte und Übergangsfristen, die den langen Produktzyklen und Entwicklungszeiten leichter Nutzfahrzeuge Rechnung tragen. Sieben Jahre dauere im Schnitt die Entwicklung leichter Nutzfahrzeuge, ein Produktzyklus sogar zehn Jahre. Deswegen sei das Langfristziel von 135 Gramm im Jahr 2020 unrealistisch. Kritik übte Wissmann zudem an den geplanten Strafzahlungen, die sich an den Sanktionen aus der Pkw-Regulierung orientieren. Vor allem für kleine und mittelständische Kunden der Nutzfahrzeugindustrie werde dadurch der Kostendruck erhöht, da sie letztlich die Kosten der Regulierung anteilig zu tragen hätten. Ähnlich sieht dies auch Dr. Jörg Mosolf, Vorsitzender des Lenkungskreises Güterverkehr des Deutschen Verkehrsforums in Berlin. Er befürchtet bereits deutliche Preisaufschläge, wenn die Hersteller kurzfristig den Flottenwert auf 175 Gramm CO2 senken müssten. Mehrkosten bei der Anschaffung von Neufahrzeugen könnten sich die Transporteure unter den aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen nicht leisten.

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Foto: photo 5000/Fotolia.com

Datum

29. Oktober 2009
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