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Firmenauto: Mercedes-Benz A Klasse unter Strom

Der Erfinder des Automobils will bei der Entwicklung vorn dabei sein - und setzt dabei verstärkt auf den Elektroantrieb. Mercedes-Benz nähert sich bei mehreren E-Mobilen Serienbedingungen - wobei vom jüngsten Neuzugang zur Elektroflotte, der A-Klasse E-Cell, im Werk Rastatt lediglich 500 Exemplare zusammengebaut und an handverlesene Kunden ausgeliefert werden. Ein Drittel der Modelle sind für den deutschen Markt reserviert. Für 900 Euro Leasinggebühren dürfen Auserwählte den kompakten Mercedes dann vier Jahre lang (maximal 60.000 Kilometer) fahren. Auch die bereits auf der Los Angeles Auto Show präsentierte Brennstoffzellen-Version der B-Klasse wird zunächst nicht über dreistellige Produktionszahlen herauskommen. Immerhin zeigen beide Modelle, wie sich der Konzern zukünftige Mobilität vorstellt.Die A-Klasse E-Cell unterscheidet sich auf den ersten Blick nicht von den konventionell angetriebenen Versionen, basiert das Modell doch noch auf der aktuellen Modellgeneration mit dem doppelten Boden, der einst ohnehin der erwarteten Einführung von E-Mobilen geschuldet war. Genau dort sind die beiden Lithium-Ionen-Akkus mit einer Speicherkapazität von 36 Kilowattstunden untergebracht; das Platzangebot im Innen- und Kofferraum bleibt unverändert. Für den nahezu lautlosen und (lokal) emissionsfreien Antrieb sorgt ein 70 kW/95 PS starker Elektromotor, dessen Drehmoment von 290 Nm systembedingt bereits von den ersten Umdrehungen an bereitsteht. Die Höchstgeschwindigkeit ist im Interesse der Reichweite auf 150 km/h begrenzt. Zum Vergleich: Ein gleichstarker A160 mit Benzinmotor läuft 175 km/h. Bei der Entwicklung von Elektroautomobilen greift Mercedes in seinen sogenannten modularen E-Drive-Systembaukasten, mit dem der Einsatz von Gleichteilen in den verschiedenen Elektroautomobilen möglich wird. So teilen sich E-Smart und A-Klasse das Ladegerät an Bord sowie den Batterietyp. Bei Getriebe, Leistungselektronik und Motor wiederum machen die elektrische A-Klasse und die Brennstoffzellenversion der B-Klasse gemeinsame Sache.Aufgeladen werden die Batterien der elektrifizierten A-Klasse entweder an der Haushaltssteckdose oder an öffentlichen Ladestationen. Das intelligent ausgelegte Ladesystem ist sowohl auf einphasige 230-Volt-Steckdosen wie auf dreiphasige 400-Volt-Anschlüsse ausgelegt, mit denen sich die Ladezeit für die Menge Strom, die für 100 Kilometer Reichweite benötigt wird, von acht auf drei Stunden verringert.Bei der Ladeelektronik entwickelten die Mercedes-Ingenieure eine sogenannte smart charge communication unit (sccu), die beim Laden alle wichtigen Informationen mit der öffentlichen Ladestation austauscht. Auch die Bezahlung erledigt die Einheit - die Rechnung kommt allerdings dennoch am Ende des Monats ins Haus. Die darf dann konsequenterweise auch ein wenig teuer als nötig ausfallen: Zwar kommt der Strom aus dem gleichen Pool, die Elektronik sorgt jedoch für die Quersubventionierung erneuerbarer Energien durch die Auswahl "grüner" Tarife.Wie schnell sich aus kleinsten Stückzahlen eine Großserienproduktion entwickeln kann, zeigt der Elektro-Smart, der seit drei Jahren in Großversuchen getestet wird. Die sind jetzt abgeschlossen, und vom Jahr 2012 an wird Daimler die Produktion des E-Smart, so Entwicklungsvorstand Thomas Weber, "in den fünfstelligen Bereich steigern."Ähnliches ist für die A-Klasse geplant. Der Nachfolger des aktuellen Modells, der Anfang 2012 auf den Markt kommt, ist für den Elektroantrieb ausgelegt und wird im Laufe seiner Bauzeit als E-Version in größeren Stückzahlen auf den Markt kommen. Bis dahin, so hoffen die Stuttgarter, werden sich die Preise der Batterien deutlich verringert haben. Derzeit, so Weber, „macht beim Smart fortwo allein die Lithium-Ionen Batterie zwischen 40 und 50 Prozent der Gesamtkosten aus.“Mercedes-Benz A-Klasse E-Cell - Technische Daten:Fünftüriger Kompaktwagen, Elektromotor mit 50 kW/68 PS Dauerleistung und 70 kW/95 PS Spitzenleistung, max. Drehmoment 290 Nm, 0-100 km/h in 14,0 s, Vmax 150 km/h (abgeregelt), max. Reichweite 255 km.

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Bild: Hersteller

Datum

25. November 2010
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