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Firmenauto: Restwerte stabilisieren sich

Das Gebrauchtwagengeschäft birgt hohe Risiken und bringt wenige Profit – es sei denn, man macht es richtig. So lautet das Fazit der aktuellen Dekra-Studie „Optimierung im Gebrauchtwagen-Management". Die Untersuchung wurde im Auftrag der Dekra vom Institut für Automobilwirtschaft (IFA) an der Hochschule Nürtingen-Geislingen durchgeführt. Das Gebrauchtwagengeschäft ist die Achillesferse des Autohandels", erklärt Prof. Willi Diez, wissenschaftlicher Leiter der Studie. Zu den zentralen Problemen gehören die geringe Profitabilität und die hohen Restwertrisiken, vor allem bei Leasingrückläufern. Trotzdem sei es möglich mit Gebrauchten Geld zu verdienen, so die Studie. „Das funktioniert aber nur, wenn die Unternehmen ihre Potenziale voll ausschöpfen, sagt Diez. Seiner Ansicht nach muss der Handel dazu die Prozesse von der Hereinnahme der Autos bis zum Verkauf konsequent optimieren. Würden Händler aktiv Gebrauchte dazukaufen und ihren Verkauf beschleunigen, sind laut Diez Bruttoertragssteigerung bis zu 1,5 Prozent möglich. „Hier gilt die alte Kaufmannsregel Im Einkauf liegt der Gewinn", erklärt der Experte. Zusätzlich empfiehlt Diez eine engere Zusammenarbeit mit den Herstellern Die unterstützen ihre Vertragshändler bereist. "Bislang geschieht dies durch spezielle Gebrauchtwagenprogramme und der Unterstützung beim Verkauf besonders problematischer Fahrzeuge. Doch eine bessere Steuerung der Neuwagenverkaufskanäle und ein effektives Remarketing wäre für die Händler noch wirkungsvoller", stellt Diez im Rahmen der Studie fest. Gleichzeitig deckt die Studie die größten Schwächen des Autohandels auf: das Fehlen einer entsprechenden Vermarktungsstrategie, eine zufallsgesteuerte Sortimentsstruktur, die mangelhafte Nutzung von Internetbörsen, die starke Dezentralisierung und eine fehlende detaillierte Kostenabrechnung sowie schlechtes Bestandsmanagement. Als sehr problematisch sieht der Experte die hohe Zahl der Standtage. Während Gebrauchtwagen in Deutschland im Schnitt 110 Tage auf dem Hof stehen, sind es der Studie zufolge in den Niederlanden 77 Tage und in England lediglich 45 Tage. Dabei beweist die Studie: Je länger die Autos stehen, umso weniger Gewinn verbucht der Händler. Künftig gehen die Experten davon aus, dass sich Nachfrage und Vermarktungswege deutlich ändern. Trotz positiver Vorzeichen wir das Geschäft mit Gebrauchten weiterhin schwierig bleiben, so das Fazit der Studie. Das Institut für Automobilwirtschaft rechnet für das laufende Jahr mit einem stagnierenden Gebrauchtwagenmarkt, nachdem die Zahl der Besitzumschreibungen zuletzt viermal in Folge gesunken ist. Einerseits werde die Nachfrage durch das derzeit niedrige Preisniveau gestützt, andererseits hemmen die unsichere Wirtschaftslage und möglicherweise steigende Arbeitslosigkeit eine Marktbelebung. Die Studie kostet 89 Euro und kann per Mail unter barbara-jutta.conzelmann@dekra.com bestellt werden.

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Foto: Torsten Zimmermann/WWW.TOZIGRAFIE.DE

Datum

15. Juni 2010
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