Firmenauto: ROUNDUP/EADS-Chef: Bei Werksverkauf entscheidet nicht nur der Preis

MÜNCHEN (dpa-AFX) – Beim geplanten Verkauf von Airbus-Werken will der EADS <PEAD.PSE> <EAD.ETR>-Konzern nicht nur nach der Höhe der Angebote entscheiden. Verhandelt werde auch über die späteren Zulieferpreise, die Airbus dann für Produkte dieser Werke zahlen müsse, sowie über die Bedingungen einer Risiko-Beteiligung am Programm für den neuen Langstreckenflieger A350, sagte EADS-Chef Louis Gallois der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX in München. "Wir lassen uns nicht unter Zeitdruck setzen." Es gebe ein echtes Rennen zwischen allen fünf verbliebenen Bietern. "Wir wollen offene Verhandlungen, um für Airbus das beste Ergebnis zu erzielen."

Angesichts des zehn Milliarden Euro teuren Entwicklungsprogramms für den A350 will der Konzern mehrere Airbus-Werke ganz oder teilweise verkaufen und dabei die Programmrisiken auf mehrere Schultern verteilen. EADS will sich von 6 der 16 Airbus-Werke sowie neuerdings auch vom EADS-Standort Augsburg trennen, der vor allem für Airbus arbeitet. Verhandelt wird noch mit dem amerikanischen Boeing-Zulieferer Spirit, dem Voith-Konzern (Heidenheim) sowie GKN (Großbritannien), Latécoère (Frankreich) und MT Aerospace, das zum OHB-Konzern in Bremen gehört. In den zum Verkauf stehenden Werken sollen vor allem Teile für den neuen A350 gebaut werden. Airbus will gut die Hälfte des neuen Fliegers, der ab 2013 zur Verfügung stehen soll, bei externen Zulieferern fertigen lassen.

Gallois bekräftigte, dass der Konzern seine Rüstungssparte auch durch Zukäufe stärken wolle, um sich vom zyklischen Geschäft mit der Zivilluftfahrt unabhängiger zu machen. Besonderes Augenmerk liege dabei auf den USA. Derzeit liefere Airbus mit seinen Flugzeugen für den zivilen Luftverkehr 63 bis 64 Prozent der Umsätze. Beim Erzrivalen Boeing entfielen nur 47 Prozent der Umsätze auf den zivilen Bereich. Soweit müsse EADS zwar nicht gehen, zumal Airbus stark wachse. "Aber wir müssen uns in diese Richtung entwickeln." Auch in Europa wolle EADS bei der Konsolidierung der Rüstungsbranche eine Rolle spielen. Diese sei in den vergangenen Jahren nur mühsam vorangekommen. "Diese Entwicklung ist nicht abgeschlossen. EADS wird dabei eine aktive Rolle spielen." An einer Komplettübernahme des französischen SAFRAN-Konzerns habe EADS entgegen Spekulationen kein Interesse; für interessante Konzernteile gebe es keinen Verkäufer. SAFRAN ist in den Bereichen Triebwerke (SNECMA), Kommunikation, Sicherheitstechnik und Elektronik aktiv.

Beim Bau eines Montagewerks für A320-Flugzeuge in China kommt der Konzern laut EADS gut voran. "Wir liegen im Plan." In den nächsten Jahren werde für den dortigen Markt produziert werden. "Hamburg wird zur Drehscheibe für die Lieferungen von Baugruppen und Teilen nach China." Auf lange Sicht werde man es im Flugzeuggeschäft auch mit chinesischen Wettbewerbern zu tun bekommen. "Für größere Flugzeuge könnten sie in ein bis zwei Jahrzehnten über die Technologie verfügen. Beim Marketing, Produkt-Support und Marktzugang werden wir noch lange die Nase vorne haben." Allerdings sei dies nicht genug. In der Branche brauche man das Vertrauen der Kunden und eine starke Zulieferer-Struktur. "Es könnte lange dauern, bis wir einen chinesischen Herausforderer haben werden, aber eines Tages wird es ihn geben." Werke in weiteren Ländern seien derzeit nicht geplant. "Wir wollen nicht die Montagestätten für dieselben Flugzeuge vervielfachen."

Datum

3. Oktober 2007
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