Firmenauto: Saubermann aus Japan

Ganz in strahlendem Weiß empfängt uns der RX 450h. Fast als wollte er sagen: „Seht her wie sauber ich bin.“ Für einen großen SUV konkurrenzlos günstige 6,3 Liter (148 g CO2) soll er verbrauchen. Können wir das glauben? Also Startknopf drücken, ein leiser Gong ertönt – all Systems ready, die Batterien des Hybridantriebs sind voll geladen. Lautlos rollt der große SUV mit Elektroantrieb vom Parkplatz, reiht sich in den Verkehr ein. Bis zu 40 km/h schnell und bis zu drei Kilometer weit kann man mit dem neuen Hybriden rein elektrisch fahren – sofern die Akkus voll geladen sind. Die bestehen auch bei der inzwischen dritten Generation des RX noch aus Nickelmetallhydrid. Lithium-Ionen-Batterien sind zwar fertig entwickelt, aber die Serienfertigung ist laut einem Lexus-Sprecher noch nicht ganz ausgereift. Nach ein paar Minuten haben wir die Stadtgrenze erreicht, geben Gas. Lautlos schaltet sich der neue V6-Benziner mit 3,5 Liter Hubraum und 249 PS Leistung dazu. Er besitzt ein maximales Drehmoment von 317 Newtonmetern. Hier gab es beim neuen RX die meisten Veränderungen, allesamt auf geringeren Verbrauch ausgerichtet. So arbeitet der Motor arbeitet nun nach dem sogenannten Atkinson-Prinzip, das über eine geänderte Ventilsteuerung mehr Verbrennungsenergie in Bewegung umsetzt. Außerdem verfügt der Motor über eine gekühlte Abgas-Rückführung und Abgaswärmenutzung. An der Gesamtkonfiguration des Hybridsystems hat sich wenig geändert. Die Akkus aus Nickelmetallhydrid – Lithium-Ionen-Batterien bekommt erst die nächste Hybridgeneration – sitzen wieder unter der Rückbank, noch immer übernimmt ein stufenloses Automatikgetriebe die Kraftübertragung. Dass der Motor manchmal unvermittelt aufheult, um den Wagen wie am Gummiband und sehr kraftvoll vorwärts zu ziehen, ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Sobald der Wagen aber auf Touren ist, herrscht fast gespenstische Ruhe im Auto. So leise wie im Lexus fährt man in kaum einem anderen Auto. Nachdem wir 50 Kilometer lang das Gaspedal höchstens sanft gestreichelt haben, checken wir per Bordcomputer den Verbrauch: 6,4 Liter/100 Kilometer. Prima für ein Auto dieser Größe, das leer schon 2,1 Tonnen wiegt. Aber jetzt wollen wir es wissen, geben Gas und fahren so wie Otto-Normalverbraucher. Siehe da: Der Verbrauch pendelt sich bei immer noch sehr akzeptablen 8,5 Litern ein. Weniger gut gefällt das Abrollverhalten: Die 19-Zöller(18-Zoll ist Serie) poltern über jedes Schlagloch und geben die Stöße recht unvermittelt in den Innenraum weiter. Besser macht es die nun optional erhältliche Luftfederung. Auch was die Fahrdynamik und Agilität angeht, kommt der RX nicht an die Qualitäten beispielsweise eines BMW X5 heran. Wohl aber beim Preisgestaltung. Zwar kostet das Basismodell mit 50.160 Euro nun fast 7.000 Euro mehr als bisher, ist aber sehr umfangreich ausgestattet. Und in Vollausstattung mit Luftfederung, aktivem Fahrwerk, adaptivem Tempomat, Head-up-Display und anderen Nettigkeiten stehen fast 80.000 Euro auf dem Kaufvertrag, ein Audi Q7 oder BMW X5 ist aber noch immer etliche Tausender teurer.

Datum

12. Mai 2009
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