Firmenauto: Sicherheitsrisiko Abwrackprämie

Die sogenannte Umweltprämie mag einen gewissen ökologischen Nutzen mit sich gebracht haben, doch eines hat sie gewiss nicht: unsere Straßen sicherer gemacht. Nach Schätzungen der Unfallforschung der Versicherer (UDV) haben die Deutschen im vergangenen Jahr 830.000 Autos ohne den elektronischen Schleuderschutz ESP zugelassen. Die Ausrüstungsquote aller neu zugelassenen Autos sank von 81 Prozent im Jahr 2008 auf 78 Prozent. Wegen der Abwrackprämie hatten sich die Käufer statt für einen größeren Gebraucht- für einen kleinen Neuwagen entschieden. Dabei handelte es sich oft um Einstiegsmodelle, bei denen ESP nicht zur Serienausstattung gehört. Laut dem Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD) schreckten Aufschläge von 300 Euro und mehr Kunden im Mini- und Kleinwagensegment ab, Fahrerassistenzsystem gesondert zu ordern. ESP ist von November 2011 an Pflicht für alle neu auf den Markt gebrachten Fahrzeuge, ab November 2014 gilt dies für alle Neuwagen. Aktuell ist aber laut UDV noch in einem Viertel aller Fahrzeugmodellreihen die serienmäßige Schleuderhilfe Fehlanzeige. Von den Minis würden nur elf Prozent mit ESP angeboten, bei Kleintransportern sind es 23 Prozent und bei Kleinwagen auch nur die Hälfte. Dacia und Daihatsu beispielsweise hätten gar kein Auto mit serienmäßigem Schleuderschutz im Angebot, bei Lada etwa gebe es ESP nicht mal gegen Aufpreis. Hingegen hätten es ab der Oberen Mittelklasse aufwärts alle Modellreihen an Bord. Nach Untersuchungen der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) sind Fahrzeuge mit ESP zu 40 Prozent weniger in Schläuderunfälle mit schweren Personenschäden verwickelt als Autos ohne das elektronische Sicherheitssystem. ARCD und UDV fordern daher alle Hersteller auf, ihre Modelle sofort serienmäßig mit ESP auszuliefern und nicht zu warten, bis es gesetzlich vorgeschrieben ist.

Datum

21. Mai 2010
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