Obwohl der Fahrdienst des Bundestags Erdgasautos einsetzt hat er seine Klimaziele weit verfehlt. Zoom

Flotten-/Fahrzeugmarkt: Regierungsflotte in der Kritik

Obwohl der Fahrdienst des Bundestags Erdgasautos einsetzt, hat er seine Klimaziele weit verfehlt. Die Politiker wollen nicht auf kleinere Modelle umsteigen.

Der Fahrdienst für die 620 Bundestagsabgeordneten steht wieder in der Kritik. Zum wiederholten Mal verfehlt er die bereits 2009 vereinbarten Klimaschutzziele, nach denen die Limousinen seit 2010 maximal 140 und seit 2012 maximal 120 g CO2 pro Kilometer ausstoßen sollen. Doch lediglich 37 Mercedes E 200 NGT mit Erdgasantrieb erfüllen diesen Richtwert. Die übrigen 146 Limousinen liegen deutlich darüber.

Laut »Spiegel online« haben die Abgeordneten die Vorgaben des Ältestenrats wieder über den Haufen geworfen. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) begründete den Schritt damit, dass es keine passenden Limousinen gäbe. Laut der "Hannoverschen Allgemeinen" (HAZ) setzen gehobene Limousinen mit Werten knapp unter 200 g CO2 den Standard. Aus Sicherheits- und Komfortgründen wollten die Abgeordneten aber nicht in kleinere Autos umsteigen. Bärbel Höhn von den Grünen hat dafür kein Verständnis. "Das kann ich nicht verstehen, weil man in der Regel nur wenige Minuten im Auto sitzt. Da reichen auch kompaktere Autos", sagte sie gegenüber der "HAZ". Auch ins Taxi steigen kommt wohl nicht infrage. Einige Parlamentarier haben sich beklagt, dass Taxifahrer dazu neigten, Belehrungen politischer Art abzugeben.

Biogas-Fahrzeuge im Fuhrpark

Dabei war die Fahrbereitschaft auf einem guten Weg. Vor mehr als einem Jahr nahm der Dienstleister des Deutschen Bundestages Roc-Vin die Erdgas-Limousinen in seinen Fuhrpark auf. Betankt werden sie mit Biogas, was den CO2-Ausstoß im Vergleich zu einem Benziner um rund 80 Prozent senkt. Dieser Berechnung liegt laut Roc-Vin die komplette Energiebilanz von der Produktion, dem Transport bis zum eigentlichen Verbrauch zugrunde. "Betrachtet man die ganze Flotte, unterschreitet der CO2-Ausstoß die 120-Gramm-Vorgabe je Kilometer. Außerdem entstehen weniger Stickoxide als bei Dieselmodellen und nahezu kein Feinstaub. Das wissen viele Politiker zu schätzen", sagt Torsten Diehl, Geschäftsführer von Roc-Vin.

Regierungspräsidium Stuttgart: Einsatz von E-Autos möglich

Das Fraunhofer Institut hat untersucht, ob die Fahrbereitschaft des Regierungspräsidiums Stuttgart mit ihren 68 Pkw und Transportern Elektroautos einsetzen könnte. Dazu wurde der Fuhrpark vorübergehend um sieben E-Autos erweitert. Ergebnis: Bis zu einem Drittel der Flotte könne durchaus mit Strom fahren. Besonders die im Postdienst eingesetzten Fahrzeuge mit ihren festen Routen ließen sich umstellen. Teilweise müssen dazu allerdings Routen neu geplant oder an den Außenstellen Ladestationen eingerichtet werden, da die Fahrstrecken zu lang für E-Autos sind. Das Regierungspräsidium will nun erste Stromer anschaffen.

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alex tossi

Datum

13. November 2013
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