Ford Capri, Luxus 6 Bilder Zoom

Ford Capri: Beau de Cologne

1969 kam der Ford Capri nach Deutschland. Die Ära von Ponycars wie dem Mustang war auf dem Höhepunkt und die Deutschen konnten nun endlich mitreiten.

Einen Aufschneider nennt der Kölner Windmänche. Ein solches setzte ihm Ford 1969 vor die Haustür. 86 Millionen Mark hatte die ­Detroiter Zentrale ins Werk Köln-Niehl gebuttert. Alles für ein Auto, das ursprünglich Colt heißen sollte. Diese Patrone aber hatte Mitsubishi bereits geladen. So kam es zu jener mediterranen Wortschöpfung für ein Auto, das amerikanischer nicht sein konnte.

Capri war der Mustang für Deutschland

Fünf Jahre zuvor hatte Ford im Stammland USA den Mustang von der Koppel gelassen. Die Ära der Ponycars war auf dem Höhepunkt und die Deutschen sollten endlich mitreiten, so das Kalkül. Es ging auf. Ford musste sich anfangs entschuldigen, mit der "ungewöhnlich lebhaften Nachfrage" nicht Schritt halten zu können. Bis zur IAA des ersten Verkaufsjahres waren bereits 75.000 Bestellungen eingegangen. Und das, obwohl der 1300er  Einstiegs-Capri gerade mal 50 PS aus seinem Vierzylinder hustete und mit 133 km/h jeden Quartettstich verlor.

Wer beim Kauf auf Typenschilder verzichtete, stand ­immer unter Verdacht, einen solchen 1300 zu fahren. Das Fahrwerk stammte vom biederen Taunus, die hintere Starrachse war an schnöden Blattfedern fixiert. All das schien die Caprifischer nicht zu stören. Das Auto war einfach zu schön. Zudem machten moderate 6.993 Mark den Traum auch für Normalverdiener erlebbar.

Erfolg trotz journalistischer Lästereien

Nur die schreibende Zunft störte sich zuweilen am Missverhältnis von Schein und Sein. "Gezähmter Präriehengst" lästerte etwa die Bunte damals. Ford schlug zurück.

Alles oberhalb der Basis galt fortan als Sportgerät. Im Spitzenmodell Capri 2300 GT werkelte gar ein V6, der den Beau de Cologne auf knapp 200 Sachen und von Rennsieg zu Rennsieg trieb. Die Autobahnpolizeidirektion Düsseldorf zeigte sich beeindruckt und orderte gleich mehrere Capri in Kölle. Die Weißen Mäuse – benannt nach ihrer blütenreinen Farbe – jagten fortan die anderen Halbstarken jener Zeit. Opel Manta, Toyota Celicia oder ­Renault 17 waren solche Kandidaten. Windmännche allesamt. Aber irgendwie sympathische Zeitgenossen.

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23. Januar 2013
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