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Ford Transit Custom: Auftakt nach Maß

Der Ford Transit Custom soll Maßstäbe in der Drei-Tonnen-Klasse setzen. Fahrbericht des langen 155-PS-Modells.

Ford hat bislang mit nur einem Fahrzeug die Klasse von 2,6 bis 4,6 Tonnen bedient. Mit dem Transit Custom gibt es nun ein eigens zugeschnittenes Modell, das unter der 3,5-Tonnen-Grenze Marktanteile holen soll.

Zum Test tritt der kleine Transit mit langem Radstand und stolzen 5,34 Meter Länge an. Das bringt rund 6,2 Kubikmeter Laderaum. Auf die Ladefläche passen bequem drei Europaletten, die der Fahrer sowohl durch die Seiten- als auch die Hecktür einladen kann.
Die sichere Befestigung der Ladung gewährleisten acht Verzurrösen im Laderaum. Praktisch ist zudem, dass Ford auf eine Trittstufe an den Schiebetüren verzichtet. Die rund 50 Zentimeter zur Ladekante sind auch ohne machbar.

Pkw-Komfort im Nutzfahrzeug

Mit seiner Länge gehört der Transit nicht zu den handlichen Vertretern. Trotzdem kommt der Fahrer selbst mit der Parkplatzsuche zurecht, da unser Testwagen in der Ausstattungsversion Limited Parksensoren an Bord hat. Die arbeiten so genau, dass sie die Rückfahrkamera (900 Euro) verzichtbar machen.

Und das ist gut, denn in Sachen Anschaffungskosten schadet es nicht, gelegentlich den Rotstift anzusetzen. Der Limited kostet 33.600 Euro, 3.500 mehr als das Basismodell. Damit ist der frontgetriebene Transit Custom kein Schnäppchen.

Wer bereit ist, Premium zu bezahlen, bekommt aber auch ein Premium-Produkt. Schließlich soll der Transit Custom die Nützlichkeit von Transportern mit dem Komfort von Pkw verbinden. Das klappt nicht nur, weil das Cockpit aussieht wie im Focus oder Mondeo, sondern auch wegen des hohen Fahrkomforts. Selbst bei schneller Fahrt bleibt es angenehm leise im Auto.

Die Sitze sind bequem und bieten guten Halt. Auch an zahlreiche Fächer hat Ford gedacht. Allerdings fehlt der Luke über dem Lenkrad eine Arretierung für den geöffneten Deckel, man muss also immer mit zwei Händen arbeiten.

Auf ganzer Linie überzeugt das Fahrwerk des Custom. Der Transporter kombiniert hohen Federungskomfort auf schlechten Straßen mit der nötigen Straffheit für flotte Fahrten. Dabei übersteuert das Fahrzeug nur selten, was bei einem Frontlenker keine Selbstverständlichkeit ist. Zumal der Testwagen es mit 155 PS auf ein maximales Drehmoment von 385 Newtonmetern bringt.

Ford verbaut in allen Varianten den gleichen Motor mit 2,2 Liter Hubraum und wahlweise 100, 125 oder 155 PS und einem Verbrauch von 6,7 Litern bei allen drei Versionen. Grund dafür ist eine Schwäche des Messverfahrens für den Normverbrauch. Der wird nur im Teillastbereich und bis 120 km/h ermittelt.

Kraftvoller Motor, aber mit Turboloch

Die Praxis sieht natürlich anders aus. So auch bei unserem Testwagen. 9,4 Liter braucht der voll beladene Transit auf unserer genormten Testrunde. Damit rangiert der Ford im Umfeld der Wettbewerber mit vergleichbarer Motorleistung und ähnlicher Getriebespreizung.

Apropos Getriebe: Wenig Freude bereitet der erste Gang, besser gesagt die ausgeprägte Anfahrschwäche. Unter 1.500 Umdrehungen geht wenig. Hat die Nadel des Drehzahlmessers aber erst mal diese Marke passiert, schiebt der Dieselmotor kraftvoll an.

Damit dabei alles glatt geht, hat Ford einiges in die Sicherheitstechnik investiert. Zu ABS und ESP gesellt sich nun auch eine Stabilitätskontrolle für Anhänger. Außerdem gibt es erstmals bei einem Ford-Transporter für  400 Euro Fahrspurassistent und Müdigkeitswarner. Die Investition lohnt sich, zumal 
auch gleich ein Fernlicht-Assistent mitgeliefert wird. Dass die Sicherheitsingenieure erfolgreich gearbeitet haben, zeigt der Euro-NCAP-Crashtest, in dem Ford die Konkurrenz deutlich auf die Plätze verweist.

Der Ford Transit Custom hinterlässt einen überwiegend positiven Eindruck. Vor allem in Sachen Sicherheit sendet Ford mit der neuen Baureihe ein Signal an die Wettbewerber. Kaum erschrecken dürfte die Konkurrenz allerdings der Preis des Transporters. Der setzt keine neuen Maßstäbe.

Autor

Foto

Karl-Heinz Augustin

Datum

23. April 2013
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