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Fuhrparkverband: E-Auto-Förderung ist nicht nachhaltig

Der Bundesverband Fuhrparkmanagement steht den Plänen des Bundesverkehrsministeriums, E-Autos gesetzlich zu fördern, skeptisch gegenüber.

Das Ziel, bis 2020 eine Million Elektroautos auf die Straßen zu bringen ist, das scheint mittlerweile klar, kaum zu erreichen. Daher greife der Bund "auf die übliche und im Ergebnis meist nicht zielführende Subventionspolitik" zurück. Laut Fuhrparkverband sehe Bundesverkehrsminister unter anderem staatliche Prämien für den Kauf von E-Autos, eine Subventionierung des Aufbaus einer Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge auf Rasthöfen, Sonder-Abschreibungen für Elektroautos für Unternehmen und Sonderparkplätze für Elektroautos vor.

Emissionen reduzieren

"Das Ziel muss sein, die Emissionen zu reduzieren. Es ist aus Sicht des Fuhrparkverbands generell richtig und begrüßenswert neue Technologien zu fördern, die dieses Ziel unterstützen und zu einer stärkeren Unabhängigkeit von Mineralölkraftstoffen führen", sagt Marc-Oliver Prinzing, Vorsitzender des Vorstands des Bundesverbands Fuhrparkmanagement. Dies treffe jedoch keine einseitige Festlegung auf Elektromobilität, zumal die Nachhaltigkeit dieser Technologie aktuell nicht gegeben sei. Betrachte man den Lebenszyklus eines E-Autos inklusive Herstellung, Betrieb und Recycling, sehe die Bilanz nicht positiv aus. Der Fuhrparkverband zitiert eine Studie des Schweizer Bundesamts für Umwelt, wonach die sparsamste Dieselversion des VW Golf eine 32 Prozent geringere Umweltbelastung verursache als ein Elektroauto der Kompaktklasse. Nur wenn der nötige Strom aus alternativen Energiequellen komme, lasse sich die gewünschte Nachhaltigkeit darstellen.

Erdgas als Alternative

Der Verband kritisiert darüberhinaus, dass andere nachhaltige Technologien wie beispielsweise Erdgas kaum Unterstützung seitens der Bundesregierung fänden. Demnach können mit Biogas betriebene Erdgas-Fahrzeuge im Vergleich zu einem entsprechenden Benziner 95 Prozent CO2 einsparen. Solches Biogas aus Abfall sei bereits an zehn Prozent der Erdgastankstellen erhältlich.

Der Fuhrparkverband führt zudem ein Rechenbeispiel an. Frankreich subventioniere Elektroautos mit 7.000 Euro. Bei einem Fördertopf von 400 Millionen Euro reiche dies nur für rund 57.000 Stromer. Für den selben Betrag könne man hingegen das Tankstellennetz für Erdgasfahrzeuge in Deutschland mehr als verdoppeln (900 zu 2.000 Tankstellen). "Damit könnte auf einen Schlag das derzeit noch größte Hemmnis für die Durchsetzung von umweltfreundlichen Erdgasfahrzeugen beseitigt werden", sagt Prinzing.

Autor

Foto

Jacek Bilski

Datum

27. Mai 2014
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