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Genfer Autosalon 2015: Die Neuheiten von A bis Z

Von Audi R8 bis Opel Karl: Der 85. Genfer Salon zeigt einmal mehr die ganze Bandbreite des Automobils.

Mit dem Genfer Salon beginnt für Europa traditionell das Autojahr. Auch bei der mittlerweile 85. Auflage der Frühjahrs-Schau gibt es wieder zahlreiche Pkw-Neuheiten zu sehen. Eine Übersicht von A bis Z.

Audi:

Die edle VW-Tochter setzt in Genf vor allem auf Leistung. Highlight auf dem Stand wird die zweite Auflage des Supersportwagens R8. Der Allrader tritt optisch schärfer auf, bleibt technisch aber seinem Konzept vorerst treu. Für den Antrieb sorgt wie bei seinem nächsten Verwandten, dem Lamborghini Huracan, ein V10-Benziner ohne Turboaufladung, aber mit rund 600 PS. Während sich der Zweisitzer so kommod im Wettbewerbsumfeld einpasst, will der Kompakt-Sportler RS3 eine neue Bestmarke setzen. Mit knapp 370 PS aus fünf turbogeladenen Zylindern wird er das weltweit stärkste Serienmodell seiner Klasse. Allradantrieb ist natürlich immer an Bord. Das gilt auch für den Q7 E-Tron, der Plug-in-Hybridversion des Oberklasse-SUV, die in Genf Beleg für die Effizienzbemühungen der Marke sein soll.

BMW:

Lange Zeit war undenkbar, dass BMW einen Van baut. Nun kommt bereits die zweite Variante: Als 2er Gran Tourer feiert die Langversion des kompakten Familienwagens seine Premiere. Der verlängerte Radstand erlaubt den Einbau zweier zusätzlicher Sitze. Ungewöhnlich in dieser Klasse: Außer Front- wird es wohl auch Allradantrieb geben.

Ferrari:

Auch die italienischen Sportwagentraditionalisten kommen an Downsizing und Turboaufladung nicht vorbei. Nun setzen sie auch beim Nachfolger seines Mittelmotorsportlers 458 Italia auf Turboladung. Dank der Zwangsbeatmung kommt der V8 des neuen 488 GTB bei nur 3,9 Litern Hubraum auf 492 kW/670 PS Leistung. Das soll für eine Spurtzeit von nur drei Sekunden auf Tempo 100 reichen.

Ford:

Neben dem Muscle Car Mustang und dem Supersportwagen GT zeigt Ford in Genf nun das dritte neue Dynamik-Modell: Der Focus RS soll mit über 320 PS Konkurrenten wie Golf R oder Mercedes A 45 AMG das Fürchten lehren. Weil das Vorgängermodell seine überbordende Kraft nur mit Mühe über die Vorderachse auf den Asphalt bekam, gibt es diesmal Allradantrieb.

Honda:

Der Honda Jazz zählt zu den praktischsten Kleinwagen auf dem Markt. Weil er für den großen Erfolg wohl etwas zu bieder aussieht, haben die Japaner ihn nun zum Mini-SUV aufgepumpt. Als HR-V soll er Opel Mokka und Co. möglichst viele Kunden abluchsen. Eher um Image als um Absatz geht es bei den zwei weiteren Neuheiten der Japaner. Mit Hightech-Hybridantrieb und Leistung ohne Ende tritt die erstmals gezeigte Europaversion des Supersportwagens NSX an. Ohne Elektrounterstützung aber ebenfalls mit viel Kraft kommt der Civic Type R aus, die frontgetriebene Top-Version des Kompaktwagens.

Hyundai:

Die Bezeichnung „ix35“ war wohl doch etwas zu sperrig: Hyundai kehrt bei der Neuauflage seines Kompakt-SUV wieder zum alten Namen „Tucson“ zurück. Zudem wollen die Koreaner dem VW Tiguan in Sachen Qualität und Anmutung enger auf die Pelle rücken. Als zweite Neuheit gibt es das i20 Coupé zu sehen, bei dem es sich allerdings nur um die dreitürige Version des Kleinwagens i20 handelt. Immerhin gibt es ein eigenständiges Heckdesign und etwas mehr Kofferraumvolumen.

Jaguar:

Das neue Mittelklassemodell XE soll Jaguar neue Kundenkreise erschließen. Anders als beim gefloppten X-Type mit seiner Ford-Mondeo-Technik setzen die Briten gegen BMW 3er und Co. diesmal auf eigenes Know-How, zu dem auch Aluminium-Leichtbau und neue Motoren zählen. Die leisten zwischen 120 kW/163 PS und 250 kW/340 PS und sollen die Limousine mit Heckantrieb gleichsam zum kraftvollen Gleiter wie zum sportlichen Kurvenräuber machen. Die Preise starten bei 36.500 Euro.

Kia:

Kia zeigt den überarbeiten Kleinstwagen Picanto mit angepasstem Markengesicht, neuen Ausstattungsdetails und Euro-6-Motor. Der Dreizylinder kommt weiterhin auf 51 kW/69 PS. Auch Preis ändert sich vorerst nichts, der Dreitürer steht weiterhin ab 9.550 Euro in der Preisliste, der Fünftürer ist ab 9.950 Euro zu haben.

Mazda:

Mit dem MX-5 legt Mazda einen absoluten Fahrspaß-Klassiker neu auf. Die Japaner haben den Wagen konsequent auf Leichtbau getrimmt und um den Fahrer herum entwickelt, freiwillig den Radstand und mit ihm den Innenraum um zwei Zentimeter gekürzt. Bei dem handlichen Format verspricht auch der nominell eher schwache Benziner mit 96 kW/131 PS dynamische Fahrleistungen. Besser geeignet für den Familienalltag dürfte aber der neue CX-3 sein, mit dem Mazda erstmals in der Mini-SUV-Klasse antritt. Die aufgebockte Version des Kleinwagens Mazda2 wird wahlweise von einem 1,5-Liter Diesel mit 105 PS, oder einem Zweiliter-Benziner mit 120 oder 150 PS angetrieben. Der Basispreis soll deutlich unter 19.000 Euro liegen.

McLaren:

Die Briten ergänzen ihr Sportwagen-Portfolio um eine weitere Variante. Der 675LT soll das leichteste, schnellste und reinste in der „Super Series“-Familie sein. Gegenüber den bekannten 650S und 625C setzt er sich durch höhere Motorleistung (496 kW/675 PS), ein verlängertes Heck und optimierte Aerodynamik ab. „LT“ steht für Longtail und weist nicht nur auf das verlängerte Heck hin, sondern ist auch eine Reminiszenz an den Rennwagen McLaren F1 GTR Longtail von 1997.

Mercedes:

Mit dem CLA hat Mercedes der kompakten Stufenhecklimousine die Spießigkeit ausgetrieben. Nun soll die Kombi-Version Shooting Brake das gleiche für den Kompakt-Kombi leisten. Motorenangebot und lieferbare Extras entsprechen dem viertürigen CLA. Für den Shooting Brake wird es zunächst zwei 2,1-Liter-Diesel (100 kW/136PS und 130 kW/177 PS) geben. Die Palette der vier „zivilen“ Benziner reicht von 90 kW/122 PS bis 155 kW/211 PS, letzterer ist auch mit Allrad zu haben. Als Sahnehäubchen gilt der 265 kW/360 PS starke CLA 45 AMG Shooting Brake. Die Preise starten bei 29.819 Euro.

Opel:

Nach dem Rückzug von Chevrolet und dem damit verbundenen Aus für den Spark ist der Posten des preisgünstigen Einstiegsmodells im GM-Europa-Portfolio frei. Opel füllt die Lücke nun mit dem Kleinstwagen Karl. Der bietet im Gegensatz zum Großteil der einschlägigen Konkurrenz serienmäßig fünf Türen und ebenso viele Plätze. Für den Antrieb gibt es einen 55 kW/75 PS starken Dreizylinderbenziner mit einem Liter Hubraum. Die Preisliste startet mit 9.500 Euro etwas oberhalb der einschlägigen Konkurrenten, dafür gibt es eine ordentliche Basisausstattung inklusive Servolenkung. Darüber hinaus krönen die Rüsselsheimer ein halbes Jahr nach Markteinführung die neue Generation des Corsa mit einem OPC-Sportmodell. Das wartet mit 152 kW/207 PS, breiter Lufthutze auf der Motorhaube und adaptivem Fahrwerk auf. Die Preise dürften bei rund 25.000 Euro starten.

Porsche:

Ein auf maximale Fahrdynamik ausgelegter Cayman, das hat im Porsche-Portfolio noch gefehlt. Diese Lücke schließt nun die neue GT4-Version, die vom Sechszylinderboxer des 911 angetrieben wird und mit 283 kW/385 PS für fast 300 km/h Spitzengeschwindigkeit sorgt. Der Spurt von null auf 100 km/h soll in 4,4 Sekunden absolviert sein. Äußerlich gibt sich der GT4 mit drei markanten Luftöffnungen an der Front und einem feststehenden Heckflügel deutlich als Hochleistungsmodell zu erkennen.

Renault:

Mit dem Mini-SUV Captur hat Renault gezeigt, dass sie auch gute SUV bauen können. Nun wollen die Franzosen diesen Erfolg eine Klasse höher mit dem Kadjar wiederholen. Der nutzt dafür die Technik des Erfolgsmodells Qashqai von Kooperationspartner Nissan, verpackt sie aber in etwas dynamischere Formen. Zu Motoren und Preisen haben sich die Franzosen noch nicht geäußert.

Seat:

Erstmals gibt es den stärksten Leon auch als Kombi. Wie die bekannte Limousine zieht der Leon Cupra als ST wahlweise 195 kW/265 PS oder 206 kW/280 PS aus zwei turbogeladenen Litern Hubraum. Die Preise für die handgeschaltete Version starten bei 32.650 Euro, soll ein Doppelkupplungsgetriebe die Gangwechsel übernehmen, werden mindestens 34.260 Euro fällig.

Skoda:

Optisch und in Sachen Verarbeitung soll die Neuauflage von Skodas Flaggschiff Superb deutlich ambitionierter ausfallen als der geräumige, aber zurückhaltende Vorgänger. Statt Ford Mondeo und VW Passat nimmt der Tscheche künftig eher Mercedes E-Klasse und BMW 5er ins Visier. Außer mit großem Platzangebot und komfortablem Fahrwerk soll er dabei auch mit einer langen Ausstattungsliste punkten, auf der sich nun auch ein Abstandstempomat oder ein Fernlichtassistent finden. Der Basispreis soll aber günstig bleiben und unterhalb von 25.000 Euro starten.

Subaru:

Der japanische Allradspezialist bringt mit dem Levorg einen sportlichen Kompakt-Kombi nach Europa. Technische Daten nennt der Hersteller noch nicht, in Japan ist der Levorg bereits auf dem Markt und wird von turbogeladenen Boxermotoren mit bis zu 218 kW/296 PS angetrieben. Hinsichtlich der Abmessungen sortiert sich der Kombi unterhalb des Mittelklassemodells Legacy Kombi ein, der nur mit schwächeren Benzinern und einem Diesel angeboten wird. Darüber hinaus präsentieren die Japaner in Genf den überarbeitete Offroad-Kombi Outback sowie die Dieselversion des SUV-Modells Forester.

Ssangyong:

Auch die Japaner wollen ab dem späten Sommer mit dem Tivoli am Boom bei den kleinen SUV profitieren. Die bisher vor allem für ihre Design-Sünden wie den Van Rodius bekannten Koreaner haben dem 4,20-Meter-Mobil diesmal ein exaltiertes, aber gefälliges Blechkleid und einen bunten Innenraum verpasst. Beim Antrieb besteht die Wahl zwischen Benziner und Diesel, ein Allradantrieb dürfte gegen Aufpreis zu haben sein. Der Preis ist noch nicht bekannt, er wird aber wohl unterhalb von 20.000 Euro liegen.

Volvo:

Die Schweden setzen in Genf voll auf das Crossover-Thema. Neben dem gerade eingeführten Oberklasse-SUV XC90 gibt es mit dem S60 Cross Country eine Mittelklasse-Limousine im Offroad-Kleid zu sehen. Das Basismodell muss ohne Allradantrieb auskommen und wird von einem zwei Liter großen Vierzylinder-Diesel mit 133 kW/181 PS bewegt. Wer beide Achsen angetrieben wissen will, muss den Fünfzylinder-Diesel mit 158 kW/215 PS wählen und könnte sich dann zumindest in leichtem Gelände wohl fühlen.

VW:

Gleich zwei Familienautos feiern bei VW Neuauflage. Im unteren Preissegment tritt der Hochdachkombi Caddy an, der ein umfassendes Lifting mit neuen Motoren, geschärftem Äußeren und aufgerüsteter Bordelektronik bekommen hat. Komfortabler als in dem Nutzfahrzeug-Ableger dürfte es jedoch im neuen Touran zugehen. Der Kompakt-Van basiert nun wie der Golf auf dem modularen Querbaukasten des Konzerns, entsprechend dürfte das Gewicht gesunken und das Platzangebot gewachsen sein. Darüber hinaus zeigen die Wolfsburger gleich zwei Hochleistungs-Kombis: den 221 kW/300 PS starken Golf R Variant mit Allradantrieb und einer Spurtzeit von 5,1 Sekunden sowie die Variant-Ausführung des Diesel-Dynamikers GTD. Dort treibt ein 135 kW/184 PS starker Selbstzünder die Vorderachse an. Der Preis beträgt 31.975 Euro.

Autor

Foto

Opel

Datum

13. Februar 2015
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