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Hyundai Tucson: Aus dem Hyundai ix35 wird der Tucson

Der Tucson bläst zum Angriff auf VW Tiguan und Co. Ob die Rezeptur für die Flotte stimmt, klärt der Fahrbericht mit dem kompakten SUV.

Hyundai hat die jüngste Modellpalette Deutschlands. Der zuletzt vorgestellte kleine i10 ist gerade einmal eineinhalb Jahre auf dem Markt. Nun folgt mit dem Tucson der nächste Streich. Tucson? Den Namen kennen wir doch?

Richtig, so hieß schon einmal ein kompakter SUV von Hyundai. Danach kam der ix35 und mit seinem Nachfolger wiederum die Rückkehr zur alten Bezeichnung. Der Name klingt eben mehr nach Freiheit und Abenteuer als nur die dröge Kombination aus Buchstaben und Zahlen.

Made in Germany: das Design

Unter dem Blechkleid des Tucson steckt eine völlig neue Architektur, die etwas länger und breiter wurde. Nur das Dach verläuft im Vergleich zum alten ix35 um einen Zentimeter flacher. Ein gefälliges Design ist für die Südkoreaner zu einem wichtigen Verkaufsargument geworden. Es stammt, wie bei seinem Vorgänger, aus dem europäischen Forschungs- und Entwicklungszentrum in Rüsselsheim. Der 4,48 Meter lange Tuscon wirkt wohlproportioniert und sein überdimensional geformter Hexagonal-Kühlergrill verleiht ihm einen kraftvollen, robusten Auftritt. Alles in allem macht ihn das sympathisch und schindet sicherlich Eindruck auf der Fahrt zum Kunden.

Viele Fahrerassistenten, einer geht jedoch gewaltig auf den Keks

An Assistenzsystemen wurde nicht gespart. Kein Hyundai bringt mehr Sicherheitsausstattung mit als dieser Fünfsitzer, darunter die Verkehrszeichenerkennung sowie einen radargestützten Kollisionswarner, der autonom eine Notbremsung einleitet. Einen der Helfer verdammen wir auf unserer ersten Ausfahrt allerdings sofort zum Schweigen, da er nervt. Der Spurhalteassistent geht viel zu engagiert zu Werke, sobald man einer weißen Fahrbahnbegrenzung auch nur nahe kommt. Seine korrigierenden Lenkeingriffe sind zwar gut gemeint, erfolgen aber viel zu früh und dominant. Gut gemeint, aber kontraproduktiv.

Neuer Turbobenziner und Doppelkupplungsgetriebe

Nach dem erlösenden Tastendruck kehrt Ruhe ins Auto und der Tucson kann seine wahren Qualitäten unter Beweis stellen. Überhaupt  ist der Tucson ein gut gedämmtes Auto. Die meisten Geräusche bleiben dort, wo sie hingehören, nämlich draußen.

Er lenkt willig ein und federt selbst auf holprigen Landstraßen noch komfortabel. Wir sind mit dem 1,6-Liter Turbobenziner unterwegs. Der ist genauso neu im Programm wie das Doppelkupplungsgetriebe (ab 1.512 Euro netto). 177 PS stehen im Fahrzeugschein des Benzindirekteinspritzers. Er hängt spontan am Gas und arbeitet leise, während der Schaltautomat komfortabel durchs Sieben-Gänge-Menü führt. Aber auch hier wäre noch ein wenig Feinschliff wünschenswert, da das Getriebe oft zu lang in den einzelnen Gangstufen verharrt und nicht zeitig genug hochschaltet. Serienmäßig ist der neue Benzindirekteinspritzer mit Allradantrieb ausgerüstet.

Diesel sind fit für Euro 6-Norm

Benziner sind aber sowieso keine adäquate Antriebsquelle für kilometerfressende Außendienstler. Deshalb steigen wir um in den Tucson mit dem 185 PS starken Diesel. Der 2.0 CRDi wurde ebenso wie die beiden anderen Diesel mit 116 und 136 PS überarbeitet und schafft Euro 6. Er werkelt laufruhig und stellt schon bei geringer Drehzahl viel Dampf bereit. Dieses Mal schalten wir von Hand und siehe da: Das flutscht richtig gut. Trotzdem gibt’s den Selbstzünder auf Wunsch mit einer komfortablen Wandlerautomatik. Allerdings nur mit sechs Gängen – da ist die Konkurrenz weiter. Jeep Renegade oder Land Rover Discovery Sport beispielsweise haben bei den quer eingebauten Motoren die Neungang-Automatik von ZF eingebaut.

Wie der Top-Benziner rollt auch der kräftigste Diesel immer mit Allradantrieb vor. Beim kleineren Zweiliter-CRDi mit 136 PS ist der 4x4 gegen 1.597 Euro netto erhältlich, der 1,7-Liter-Basisdiesel mit 116 PS kommt dagegen generell mit Frontantrieb.

Navi mit kostenloser Karten-Aktualisierung

Den Fahrer empfängt ein klar gegliedertes Cockpit. In der Mitte befindet sich ein großer TFT-Monitor mit TomTom-Navigation inklusive fünfjährigem Karten-Update sowie einer Smartphone-Integration. Für den Komfort an Bord sorgen bequeme, klimatisierte Vordersitze. Platz hat der Hyundai mehr als genug. Nicht nur in der ersten Reihe. Auch die Gäste im Fond genießen auf der verschiebbaren Rückbank ein feudales Raumangebot und der Kofferraum bietet mit 513 bis 1.503 Litern ein anständiges Gardemaß. Alles in allem also ein faires Angebot für User Chooser, die moderne Technik wünschen, ohne dass ihnen die Privatnutzung des Firmenwagens steuerlich die Monatsbilanz verhagelt.

Autor

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Hyundai

Datum

31. Juli 2015
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