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Fahrbericht: Skoda Superb

Von: Hanno Boblenz

16.10.2009
Skoda Superb: Der Riesenkombi greift an

 

 

Bilder: Skoda

1.731, 1.745, 1.751 Liter – wer bietet mehr? In Sachen Kofferraumvolumen liefern sich VW Passat Variant, Ford Mondeo Turnier oder Mazda 6 Sport Kombi ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Doch wahre Größe zeigt nun der neue Skoda Superb Combi und sticht die Konkurrenz in der automobilen Mittelklasse locker aus. Bis zu 1.865 Liter Gepäck lässt sich im Heck des Tschechen bunkern. Einen Eindruck davon vermittelt auch undefinedunsere Bildergalerie. Doch keine Angst, der Combi wirkt nicht wie ein Kleintransporter. Im Gegenteil. Schwarz oder dezent dunkel lackiert, macht er sich auch als Business-Kombi gut und dürfte sogar den einen oder anderen Audi- oder Mercedes-Fahrer zum Umsteigen bewegen.

Vor allem, wenn sie einen Blick in die Preisliste des Superb werfen. Ab 20.125 Euro netto soll der 1.4 TSI mit 125 PS kosten, 700 Euro mehr als die Limousine. Messerscharf kalkuliert liegt er preislich knapp unter dem gleich starken Ford Mondeo Turnier 1.6 Ti-VCT (20.168 Euro) oder dem 10 PS schwächeren Opel Insignia Sports Tourer (20.378 Euro) und weit unter den Modellen der so genannten Premiumhersteller. Richtig schwer dürfte der Skoda Superb Combi es aber dem fast 1.900 Euro teureren VW Passat Variant machen.

Zumal der Superb ja nichts anderes als Passat-Technik zum günstigeren Preis bietet. Ohne deshalb in irgendeiner Weise billiger zu wirken. Im Gegenteil – im Inneren erwartet die Passagiere ein wohlfeiles Ambiente mit weichen Kunststoffoberflächen, schicken Armaturen und – in den höheren Ausstattungsstufen – viel Chrom- oder Holzdekors. Keine Frage – die Tschechen haben längst gelernt, wie ein gut gemachtes Auto aussehen und sich anfühlen muss.

Noch ein größeres Aha-Erlebnis stellt sich ein, wenn man hinten Platz nimmt: So bequem kann man die Beine sonst nur in einer S-Klasse oder einem 7er BMW ausstrecken. Insofern eignet sich der Superb durchaus als bequemer Firmenwagen, wenn vier Mitarbeiter zusammen verreisen sollen. Selbst bei einer mehrtägigen Reise kapituliert der Skoda nicht: 633 Liter fasst der Kofferraum, wenn man die Lehne nicht umlegt – auch dies ist weit mehr als bei der Konkurrenz. Wer allerdings schwere Kisten bunkert, muss sie über eine kleine Kante in den Laderaum wuchten. Auch mit der Ladungssicherung nimmt es Skoda nicht so genau: Zwar kann man Koffer mit Hilfe von variablen Stangen, Netzen und Gurten sichern, doch Halterungen am Dachhimmel für ein Trennnetz sucht man vergebens. Zu den netten Details zählt das Schirmfach in der linken Tür oder die Kofferraumbeleuchtung, die sich auch als Taschenlampe verwenden lässt.

Dass Skoda die Vielfahrer als Kunden im Blick hat, zeigt sich bei der Fahrwerksabstimmung. Der auf Wunsch mit Allradantrieb (plus 1.512 Euro) erhältliche Superb federt geschmeidig und lässt sich weder von Querrillen noch üblen Schlaglöchern aus der Ruhe bringen. Und wenn der Fahrer mal über die Stränge schlägt? Dann schiebt der 4,83 Meter lange Kombi gutmütig über die Vorderräder, bis ihn das ESP blitzschnell wieder auf Kurs bringt. Wind- und Abrollgeräusche sind praktisch nicht zu hören, was insofern gewöhnungsbedürftig ist, als der Fahrer kaum merkt, wie schnell er eigentlich unterwegs ist.

Um flott vorwärts zu kommen, muss man übrigens nicht unbedingt zu den stärksten Motoren wie dem 3.6 V6 4x4 mit 260 PS (25.252 Euro) oder dem 170-PS-Diesel (23.740 Euro) greifen. Bereits mit dem sehr laufruhigen 1.4 TSI (125 PS) ist der Kombi angemessen motorisiert und lässt sich angenehm niedertourig fahren. Dabei pendelt sich der Spritverbrauch um die neun Liter ein. Nur am Berg oder beim plötzlichen Überholen ist trotz des hohen Drehmoments der geringe Hubraum spürbar. Souveräner unterwegs ist man allerdings mit dem ebenfalls aufgeladenen, 160 PS starken 1.8 TSI (21.975 Euro).
 
Käufer eines Firmenwagens greifen in der Regel aber eher zum 2.0 TDI mit 140 PS. Allerdings sollten sie mit dem Kauf noch ein wenig warten. Denn wenn im Januar 2010 die ersten Modelle bei den Händlern stehen, nagelt unter ihrer Haube noch der alte Pumpe-Düse-Diesel mit Euro 4. Die Umstellung des 140-PS-Diesels auf Common-Rail-Technik und Euro 5 ist für Frühjahr 2010 geplant. Wer nicht warten will, muss den 170-PS-Diesel nehmen, am besten mit DSG-Automatik (1.680 Euro). Dafür bekommt er den in der Summe seiner Eigenschaften wohl ausgewogensten Superb Combi.


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