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VW spürt Erholung der Automärkte

Bild: Archiv
Beflügelt vom boomenden chinesischen Markt sowie dem weiter erstarkenden US-Geschäft blickt der Volkswagen-Konzern optimistischer ins laufende Jahr. Herrschten bei den VW-Managern zu Jahresbeginn eher die vorsichtigen Töne vor, wagte sich Europas größter Autobauer Mitte Juni auszusprechen, was nicht mehr von der Hand zu weisen war: Der Konzern wird 2010 deutlich mehr Autos verkaufen als im Vorjahr. Dabei gehörte VW schon 2009, vor allem mit der Kernmarke VW Pkw, zu den Gewinnern der europäischen Abwrackprogramme und konnte mitten in der größten Branchenkrise der Nachkriegszeit die Verkäufe auf dem Rekordniveau von 6,3 Millionen Neuwagen halten.
Nun will der Konzern auch an frühere Profitabilität anknüpfen. Das operative Ergebnis soll im laufenden Jahr im Vergleich zum Vorjahr von 1,9 Milliarden Euro deutlich steigen. Analysten hoffen, dass es bei der Vorlage der Halbjahresbilanz am Donnerstag (29.07.) nicht bei diesen vagen Aussagen bleibt, sondern konkrete Ziele genannt werden.
Für das zweite Quartal rechnen die 13 von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragten Analysten im Schnitt mit einem im Vergleich zum Vorjahr moderaten Umsatzzuwachs auf 29,4 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis ist den Schätzungen zufolge deutlich um 30 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro gestiegen. Einmal mehr gilt dabei: Audi sei Dank. Denn die Ingolstädter Premiumtochter dürfte gut die Hälfte dazu beigetragen haben. In den vergangenen Wochen hatte Audi mehrfach betont, es werde in diesem Jahr wieder an die Rekordwerte von 2008 angeknüpft, dem Jahr, in dem Audi erstmals über eine Million Fahrzeuge verkaufte.
Der VW-Konzernüberschuss dürfte sich im Zeitraum von April bis Juni im Vergleich zum Vorjahr auf 789 Millionen Euro mehr als verdreifacht haben. Dabei wirkt sich auch der höhere Ergebnisbeitrag der Lastwagentochter Scania aus. Die Schweden haben ihre Quartalszahlen bereits vorgelegt und mit hoher Rendite überzeugt. Weiterhin mit Verlust rechnen die Analysten dagegen bei der spanischen Tochter Seat.
Im Gesamtjahr traut Analyst Marc-Rene Tonn von M.M. Warburg dem Konzern ein Absatzplus von neun Prozent zu. Im ersten Halbjahr zogen die Verkäufe um 16 Prozent auf 3,58 Millionen Autos an. VW-Vertriebsvorstand Christian Klingler warnte aber mit Blick auf das zweite Halbjahr vor konjunkturellen Unsicherheiten. Das gute Ergebnis der ersten sechs Monate ließe sich nicht einfach auf das Gesamtjahr hochrechnen. Fest steht aber, dass Volkswagen stärker wachsen will als der Markt und damit den Wettbewerbern Kunden abjagen möchte










