Opel Adam Intellilink 7 Bilder Zoom

Opel Intellilink: Opels günstige Multimedia-Lösung im Test

Für den Opel Adam gibt es für nur knapp 300 Euro ein Multimediasystem samt Online-Navigation. Wir haben getestet, wie gut Intellilink funktioniert.

Je kleiner das Auto, desto geringer die Bereitschaft, viel Geld für ein teures Multimedia- oder Navisystem auszugeben. Zumal fast jeder ein leistungsfähiges Smartphone mit einer Navi-App besitzt, das tausende von Musiktitel speichert. Opel lagert bei Intellilink (252 Euro) deshalb etliche Funktionen aufs Handy aus. So wird das System mit seinem sieben Zoll großen Touchscreen zur Fernbedienung.

Apps des Smartphones erscheinen groß auf dem Bildschirm und lassen sich von dort aus auch bedienen. Bisher bringt Opel allerdings nur drei Apps ins Auto: Bring Go (Navigation), Tune In (Internetradio) sowie den Podcastdienst Stitcher. Facebook oder Twitter wird im Auto niemand vermissen, doch eine App-basierte Parkplatz- oder Restaurantsuche oder eine Stauübersicht beispielsweise wären dagegen wünschenswert.

Smartphone-Einbindung auf mehreren Wegen

Verbunden wird das Smartphone per Kabel über die USB-/AUX-Anschlüsse, per Bluetooth oder über eine Halterung auf dem Armaturenbrett. Egal wie, unser iPhone 4S loggte sich immer schnell und problemlos ein. Auf die schicke, aber stolze 190 Euro teure Halterung kann man getrost verzichten. Zwar ist das Telefon sicher befestigt und wird während der Fahrt geladen. Das ginge aber auch übers USB-Kabel. Die Halterung sitzt zudem direkt im Blickfeld des Fahrers. Das ist schon deshalb völlig unnötig, da alle Funktionen über den Touchscreen gesteuert werden.

Bewertung der Bedienung

Der Touchscreen reagiert sensibel auf Berührung und auch die Helligkeit geht in Ordnung. Wobei der Lichtsensor den Bildschirm relativ schnell auf dunkel umschaltet. Manuell lässt sich die Helligkeit nicht regeln. Besitzer eines iPhones können über Intellilink auch die Sprachsteuerung Siri nutzen und kurze Nachrichten verschicken oder Kontakte anrufen. Aktiviert wird die Sprachsteuerung über eine Taste am Lenkrad. Zum Umfang gehört die Fernbedienung für Lautstärke und Titelsuche am Lenkrad.

Vorteile:

  • Gut ablesbarer Bildschirm
  • Logische Menüführung
  • Bedienung auch über Tasten am Lenkrad

Bewertung der Navigation

Die Navigation läuft über die App BringGo mit umfangreichem Kartenmaterial für West-Europa von Navteq. 89 Cent kostet die Testversion für einen Monat. Die Vollversion ist für 49,99 Euro beziehungsweise 69,99 Euro mit drei Jahre Kartenupdates sowie Echtzeit-Verkehrsinfos zu haben. Da die Karten auf dem Handy liegen, fallen je nach Modell keine Verbindungsgebühren. Teilweise verfügen Smartphones über echtes GPS, das auch ohne Netzempfang funktioniert. So kann man die Navi ohne Roamingebühren auch im Ausland nutzen. BringGo lässt sich über den Touchscreen problemlos bedienen und lotst sicher ans Ziel. Allerdings nerven die zu vielen Sprachhinweise ("Sie fahren in einen Tunnel ein") und auch die synthetische Stimme der Ansagerin ist nicht jedermanns Sache.

Vorteile:

  • Günstiger Preis
  • Einfache Bedienung
  • Ziele lassen sich auch online über Google suchen
  • Echtzeit-Verkehrsinfos

Nachteile:

  • Synthetische Stimme
  • Großer Speicherbedarf für Karten

Bewertung der Audiokomponenten

Das Bordradio überzeugt mit gutem Empfang und vernünftigem Klang. Der verbessert sich bei der Nutzung von digitalem Radio (168 Euro) hörbar. DAB lohnt sich aber nur, wenn man kein Internetradio nutzen will. Hierfür bietet Opel die kostenlose App Tune In an, deren Menü samt Senderliste übersichtlich auf dem großen Bildschirm dargestellt wird. Auf Podcasts von Radiosendern gibt die App Stitcher Zugriff. Weitere Apps hat Opel nicht im Programm.

Doch wer beispielsweise einen Musik-Streaming-Dienst wie Spotify auf dem Smartphone aktiviert, bekommt ebenfalls die wichtigsten Infos auf dem Opel-Bildschirm angezeigt und kann zumindest die Grundfunktionen steuern, ohne das Telefon in die Hand zu nehmen. Prima funktioniert auch die Musik-Übertragung vom Smartphone. Listen werden übersichtlich dargestellt, Titelbilder der Alben abgebildet.

Vorteile:

  • Guter Radioempfang
  • Einfache Bedienung
  • Cover- und Listendarstellung
  • Zugriff auf Internetradio

Nachteile:

  • Nur eine Musik-Apps
  • Mäßiger Empfang bei Internetradio (Keine Nutzung der Autoantenne)

Bewertung der Telefonfunktionen

Der einzige Schwachpunkt von Intellilink. Das Handy muss über Bluetooth verbunden werden. Zwar wird das Telefonbuch übertragen, doch das System ordnet die Kontakte ausschließlich nach Vornamen. Wer nur ein paar Freunde abgespeichert hat, kommt damit klar. Bei einem Firmentelefon ist das aber Unsinn. Ein Kontakt kann auch direkt gesucht werden, über Siri-Sprachsteuerung (nur iPhone) oder per Buchstabeneingabe. Dazu fasst das System wie bei einer Telefontastatur drei bis vier Lettern zu einem Block zusammen. Nicht sehr komfortabel, funktioniert aber. Weniger hat uns die ziemlich blechern klingende Freisprecheinrichtung überzeugt.

Vorteile:

  • Telefonbuch wird komplett übertragen

Nachteile:

  • Sortierung nach Vornamen
  • Mäßige Sprachqualität

Fazit: Gute Lösung für wenig Geld

2.500 Euro für eine Festplatten-Navigation ausgeben, die noch nicht mal Echtzeit-Verkehrsdaten nutzt? Das will heute niemand mehr. Nicht in der Golf-Klasse und schon gar nicht im Kleinwagen. Dass es anders gut funktioniert, zeigt Opel im Adam. Das System ist erschwinglich, einfach, vielseitig und funktioniert prima. Jetzt sollte Opel aber schleunigst dafür sorgen, dass noch ein paar mehr Apps ins Auto kommen. Für die Marke ist das die Chance, als Trendsetter wieder ins Gespräch zu kommen.

Autor

Foto

Opel

Datum

21. August 2013
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