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VW Financial Services: Die Welt im Blick

Knut Krösche, Leiter International Fleet bei VW Financial Services, über Herausforderungen und neue Chancen in internationalen Märkten.

Welche Rolle spielt mittler­weile die Internationalisierung des Flottengeschäfts bei Volkswagen Financial Services?

Knut Krösche: Das internationale Flottengeschäft wird immer wichtiger. In Deutschland sind wir schon sehr lange sehr erfolgreich unterwegs. Nachdem nun die Basisarbeit für das internatio­-nale Geschäft abgeschlossen ist und das Portfolio harmonisiert wurde, nehmen wir aktiv am internationalen Tender­geschäft teil.

Wo steht VW Financial Services?

Die Entwicklung verläuft sehr positiv. Internationalität spielt bei uns eine wich­tige Rolle. Das Thema Fuhrparkmanagement ist nicht nur ein nationales, wir haben durchaus als Ziel, dies auszurollen. Der internationale Markt bietet deutlich mehr Potenzial, der deutsche Markt ist bereits ausgereift – und Volkswagen Financial Services ist mit der Volkswagen Leasing GmbH sehr gut aufgestellt. Und genau das ist der Punkt. In Deutschland werden wir uns nur minimal steigern können, indem wir spezielle Nischen besetzen. Hier ist es eher wichtig, den Erfolg beizubehalten. Es ist leichter, etwas Gutes aufzubauen, als ein hohes Niveau zu halten.

Wie groß ist der Anteil des internationalen Geschäfts im Gesamtkontext?

Wir generieren  immer noch rund 40 Prozent des Gesamtgeschäfts in Deutschland; 60 Prozent ­außerhalb. Daran sieht man, dass Deutschland immer noch das größte Stück vom Kuchen ist. Im Flottengeschäft ist es noch etwas weniger, weil wir hier erst gestartet sind. 70 bis 80 Prozent in Deutschland, die verbleibenden 20 bis 30 Prozent sind internationales Geschäft.

Verliert der deutsche Markt künftig an Relevanz?

Nein. Deutschland ist schon deshalb sehr wichtig, weil wir hier bereits viele große Kunden haben. Außerdem sitzen hier die Headquarters von vielen großen Unternehmen.

Wie weit können Fuhrparkprozesse überhaupt vereinheitlicht werden?

Die Flotte ist einer der wenigen Bereiche bei dem der sogenannte 80 : 20-Ansatz passt. Das heißt, 80 Prozent des Flottengeschäfts sind weltweit gleich, 20 Prozent sind individuell und speziell. Deswegen reden wir immer von Harmonisierung und nicht von Standardisierung. Eine Standardisierung, also wirklich eins zu eins, das ist schwierig. Aber die 80 : 20-Regelung funktioniert weltweit. Nehmen wir zum Beispiel Australien. Dort gibt es einen gut entwickelten Flottenmarkt, ähnlich wie in Westeuropa. Das Volumen liegt bei rund 300.000 Einheiten. Warum sollen wir dort nicht ins Flottengeschäft einsteigen?

Wo liegen die größten Unterschiede der europäischen Märkte?

Es gibt teilweise extreme Unterschiede, aber wir können alle Märkte gut bespielen. So sind beispielsweise die Niederlande sehr CO2-sensitiv, UK ist ein stark  vernetzter und verlinkter Markt, also mit viel Telematik, Online, internetbasiert und sehr serviceorientiert. Bezieht man Russland mit ein, macht schon allein die schiere Größe des Landes eine Netz­abdeckung problematisch.

Welche Ziele streben Sie an?

Wir wollen international im Großkundenbereich auch die Penetration schaffen, die wir in Deutschland vorweisen können. Wir wollen, dass im Prinzip mehr als ­jedes zweite Auto von uns geleast oder finanziert wird.

Bezogen auf alle Marken des Konzerns?

Ja, auf alle Marken. Der Konzern bietet nicht jede Marke in allen Ländern an. Doch das Portfolio, welches in dem jeweiligen Land angeboten wird, wird von VW Financial Services tatkräftig unterstützt.

Welche Länder stehen im Fokus?

Große Märkte sind zum Beispiel England und Frankreich, dann sicherlich Italien und Spanien. In Osteuropa sind Polen und Tschechien interessante Märkte.

Was ist mit China?

Wir sind in China aktiv, aber es ist dort nicht ganz einfach, weil es dort einen ­relativ kleinen Flottenmarkt gibt. Die meisten Mitarbeiter fahren mit Bus und Bahn zum Kunden. Außerdem ist China lange nicht so reguliert, wie man denkt. Jede Provinz, jede Stadt hat ihre eigene Leasinglizenz, das heißt: Sie können nicht mal eben Leasing anbieten. China ist aber nach wie vor ein Käufermarkt.

Thema Elektromobilität: Wie grün sind Flottenkunden wirklich?

Gerade in China ist das ein großes Thema. Allerdings hapert es auch dort an der Ladeinfrastruktur. Auch in Deutschland wird E-Mobilität definitiv kommen. Derzeit sind die Flottenbetreiber noch in ­einer Art Warteschleife. Es wird viel probiert, gerechnet und erprobt, um den richtigen Weg zu finden. Es kommt vielleicht die Zeit, in der wir alle E-Autos fahren.

Wie unterstützen Sie Ihre Kunden?

Wir beraten unsere Kunden umfangreich. Man spricht ja eigentlich nicht mehr von TCO, den Total Cost of Ownership, sondern vielmehr von TCM, den Total Cost of Mobility. Der Trend geht in die Richtung, dass Firmen die Bereiche Fleet und Travel verstärkt zusammenlegen. Wir schauen uns die Bewegungsprofile der  Flotten an, wir berücksichtigen den Zweck, um dann zu sagen: Hier passen Elektroautos und hier nicht. 





Autor

Foto

Marc Stantien

Datum

7. August 2015
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