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HWS-Syndrom: Was Sie über die Kopfstütze wissen sollten

Viele Fahrer von Firmenwagen behandeln sie stiefmütterlich, aber nur wenn die  Kopfstützen richtig eingestellt sind, verhindern sie beim Heckaufprall ein Schleudertrauma.

Erfinder

Die erste Kopfstütze wurde 1921 in den USA von Benjamin Katz zum Patent angemeldet, weitere Modelle folgten in den 30er- und 50er-Jahren. Anders als heute waren die Kopfstützen in der Regel nicht in den Sitz integriert, sondern wurden mit Manschetten oder Zurrgurten am Sitz befestigt. In Deutschland brachte 1952 der Zubehörhersteller Kamei 1952 die erste Kopfstütze auf den Markt – als Kopf- und Schulterstütze gegen vorzeitige Ermüdung

Vorschrift

Zur Pflicht wurde die Kopfstütze in Deutschland erst 1999. Seitdem sind sie bei Pkw und Nutzfahrzeugen bis 3,5 Tonnen für die vorderen Außensitze vorgeschrieben. Hinten und auf einem eventuellen Mittelsitz vorne sind sie keine Pflicht, für gewöhnlich aber vorhanden. In den USA sind Kopfstützen bereits seit 1969 Vorschrift.

Einstellung

Optimal schützen kann die Kopfstütze nur in der richtigen Position. Sie sollte nicht mehr als zwei oder drei Zentimeter vom Hinterkopf entfernt sein, ihr oberes Ende liegt im Idealfall auf Höhe der Schädeldecke. Mit der richtigen Einstellung wird bei einem Unfall die Überstreckung der Wirbelsäule und damit ein Schleudertrauma verhindert. Ganz ohne Kopfstütze können die Kräfte, die bei Kollisionen auf das Genick wirken auch tödlich enden.

Nutzen

Bei mehr als zwei Dritteln aller Verkehrsunfälle mit Personenschäden weltweit kommt es zu Verstauchungen der Halswirbelsäule. Schon ein leichter Auffahrunfall im Stadtverkehr kann unangenehme bis schmerzhafte Folgen haben. Die Symptome eines Schleudertraumas reichen von Schwindel und Erschöpfung über Schlafstörungen bis hin zu spastischen Anfällen. In der Regel handelt es sich jedoch um eine eher harmlose Verletzung, die durch Ruhe und Schonung behandelt werden kann.

Verbesserungen

Mit den Jahrzehnten ist aus den eher komfortorientierten "Nackenrollen"-Kopfstützen ein fest mit dem Sitz verbundenes Sicherheitssystem geworden. Neben den weit verbreiteten passiven Kopfstützen gibt es mittlerweile auch aktive Kopfstützen, die dem Kopf des Sitzenden bei einem Unfall entgegenkommen, um ihn früher auffangen zu können. Besonders ausgefuchste Systeme ziehen gleichzeitig die Rückenlehne zurück, um den Abstand weiter zu verringern. Volvo bietet unter dem Namen WHIPS zudem ein System an, bei den Kopfstütze und Rückenlehne eine fest integrierte Einheit bilden, die den Fahrerkörper stützen; bei einem Unfall absorbiert ein spezieller Dämpfer die Stoßenergie. Auch Toyota (WIL) und Audi (Backguard) haben integrierte Schutzsysteme im Angebot.

Autor

Foto

Volvo

Datum

17. Mai 2016
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