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Kostenloses Laden bei Tesla: Gratis stromern war einmal

Bisher konnten Tesla-Käufer an den Schnellladestationen des Herstellers Strom tanken, ohne dafür zu bezahlen. Diese Option endet nun – möglicherweise, weil sie zu viel genutzt wurde.

Es hatte von Beginn an etwas Fabelhaftes: Ein Autohersteller stellt seinen Kunden kostenlos Antriebsenergie zur Verfügung und sorgt auch noch selbst für den Ausbau der Infrastruktur. Seit 2012 können Tesla-Käufer an den vom amerikanischen E-Auto-Hersteller selbst aufgestellten Schnellladestationen kostenlos Strom tanken, Ende 2013 wurden die ersten so genannten Supercharger in Deutschland eingerichtet. Nun hat Tesla angekündigt, die kostenlose Ladeoption zumindest für Neukunden zu streichen.

Tesla-Gründer Elon Musk, der sich selbst als Pionier des Langstrecken-Elektroautos sieht, wollte mit dem Ausbau der Ladestationen die Alltagstauglichkeit der Elektromobilität im Allgemeinen und seiner mindestens 76.600 Euro teuren Oberklasse-Limousine Model S im Speziellen beweisen. Der große Akku der Teslas verspricht ohnehin zwischen 400 und 600 Kilometer Reichweite. Dank der 4.600 Schnelllade-Möglichkeiten weltweit, die mittlerweile unter anderem an Hauptverkehrsstrecken quer durch Europa, die Vereinigten Staaten und in dicht besiedelten Zentren Chinas und Japans eine mehr oder weniger nahtlose Abdeckung versprechen, ist Musk der Beweis tatsächlich gelungen.

Nun hat das versprochene "für immer kostenlose Laden" ein Ende, zumindest für Neukunden: Für Tesla-Fahrzeuge, die nach dem 1. Januar 2017 bestellt werden, sind 400 kWh jährliches Laden inklusive (entspricht laut Tesla rund 1.600 Kilometern). Danach wird eine noch nicht näher bezifferte, "kleine Gebühr" fällig. Sie soll auf jeden Fall geringer sein als das Auftanken eines vergleichbaren Verbrennerfahrzeugs, verspricht Tesla.

Die Anpassung erlaube neue Investitionen in den Ausbau des Netzwerks, heißt es von den Amerikanern. Über einen anderen Grund kann man nur mutmaßen: Möglicherweise haben einige Tesla-Besitzer das kostenlose System ausgenutzt. So hat der E-Autobauer bereits 2015 laut Medienberichten einige Kunden dazu aufgerufen, das Netzwerk nicht zu "überbeanspruchen" – sie hatten ihre Fahrzeuge wohl dauerhaft an den Ladesäulen aufgetankt. "Unsere Absicht war es immer, Supercharger als Lösung für die Langstrecke anzubieten", heißt es nun auch im offiziellen Tesla-Statement. Wie auch im Umgang mit einem Smartphone, sei man überzeugt, dass das Laden eines Tesla Zuhause oder am Arbeitsplatz die beste Variante darstelle. Mit Strom für 1.600 Kilometer jährlich könnten die Kunden "weiterhin die Vorteile des kostenfreien Superchargings auf Reisen genießen", heißt es weiter.

Die 160.000 bestehenden Kunden betrifft die neue Regelung nicht, ebenso alle Tesla Model S oder Model X die vor dem 1. Januar 2017 bestellt werden, solange die Auslieferung vor dem 1. April 2017 stattfindet. Für das angekündigte, kleinere und günstigere Volumenfahrzeug Model 3 war die kostenlose Ladeoption offenbar ohnehin nicht vorgesehen.

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Tesla

Datum

9. November 2016
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