Lada 6 Bilder Zoom

Lada Niva: Die Taiga-Trommel

Kaum zu glauben, der Lada Niva wird 40 Jahre. Zu UdSSR-Zeiten war er der sowjetische Exportschlager, heute ist er zumindest in Deutschland ein Exot

Die Planer der Sowjetwirtschaft mögen ja vieles in den Sand gesetzt haben, eine Entscheidung aber erwies sich als goldrichtig: Der 1976 präsentierte Lada Niva sollte zum Exportschlager werden. Nicht nur in den Bruderstaaten, sondern auch beim Klassenfeind in Westeuropa. 105 Zielländer wurden es im Laufe der Jahre. Kaum ein Auto auf der Welt kann da mithalten. Grund für den Erfolg des Niva: Es gab kaum Alternativen. Wer Mitte der 70er-Jahre in Europa einen Allrader benötigte, wurde vielleicht fündig bei Toyota, Land Rover oder Jeep, sah aber in deren Geländewagen aus wie Daktari auf Visite im Zebragehege. Viel zu groß die Dinger. Wald- und Forstbetriebe, aber auch Landärzte oder Hotelbesitzer in den Alpen brauchten etwas Praktischeres, Kleineres.

So was wie den Lada. Der brachte es auf kompakte 3,72 Meter und rollte auf moderat dimensionierten 16-Zoll-Rädern. Wie man angesichts solcher Maße auf
einen sportplatzartigen Wendekreis von 11,70 Meter kommt, blieb das Geheimnis der Russen. Keine Fragen offen ließ dagegen die weitestgehend innovationsfreie Technik: Lenkung ohne Servounterstützung, vorne Doppelquerlenker, hinten Starrachse mit vier Längslenkern und Panhardstab. Damit ließen sich zwar sibirische Taigapisten glatt trommeln, kurvenreiche Straßen aber wurden zur Herausforderung für die Armmuskulatur. Auch sonst mussten Lada-Kunden hart im Nehmen sein.

Allradantrieb für wenig Geld

Der deutsche Importeur ließ 1978 ein Aufbereitungszentrum in Hamburg errichten, um die Autos nach ihrer Ankunft aus Toljatti annähernd auf hiesiges Auslieferungsniveau zu bringen. Vor allem mit Rostschutz und Hohlraumversiegelung.

Als Motor gab es eine fremdgezündete, 1,6 Liter große Fiat-Weiterentwicklung
mit 75 PS, sonst nichts. Dass der knapp 1,2 Tonnen schwere Niva damit für den Sprint von null auf 100 geschlagene 23 Sekunden brauchte, war Nebensache. Seine Stärken zeigte er im Gelände – egal ob Geröll, Schotter, Matsch oder Schnee. Der Niva hatte permanenten All­rad­antrieb, bot 22 Zentimeter Bodenfreiheit und eine Wattiefe von 65 Zentimetern. Wenn es mal steil wurde, ließ sich das Vierganggetriebe durch einen Schalter auf der Mittelkonsole zu einer Geländegangbox untersetzen. Die Gesamtübersetzung im ersten Gang betrug dann 30 : 1. Lada versprach damit die Bewältigung von Steigwinkeln bis zu 58 Prozent, den Kippwinkel bezifferte man auf 48 Grad. Wenn die Achsen mal komplett durchdrehten, ließ sich das Differential zudem über einen dritten Schalthebel sperren. Das alles seinerzeit für gerade 15.600 Mark – nicht schlecht. Zum Schluss das Tollste: Es gibt ihn noch, den wilden Lada. Taiga heißt er heute. Das Grundprinzip ist freilich unverändert. Ein Auto fürs Grobe.

Autor

Foto

Lada

Datum

30. August 2016
5 4 3 2 1 0 5 0
Kommentare
Kostenloser Newsletter
Newsletter Small

+++ Alle Tests +++
+++ Alle News +++

Und immer bequem und kostenlos per E-Mail.

  • Alle Bereiche
  • Branche
  • Auto
  • Management
  • ecoFleet
  • Recht/Steuer
  • Service
  • Firmenauto des Jahres