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Leasing: Kleine Gesellschaften im Blick

Kampfpreise und offensives Marketing: Die Hersteller-Leasinggesellschaften beherrschen den Markt. Doch die kleineren Anbieter haben andere Vorteile

Die Leasinggesellschaften der großen deutschen Autohersteller lassen sich in jüngster Zeit jede Menge einfallen. So wartet zum Beispiel Volkswagen Leasing mit einem speziellenUmweltprogramm für Flottenkunden auf. Im Rahmen dieser Aktion verkauft Volkswagen seine sogenannten Blue Motion-Modelle nicht teurer als herkömmliche Modelle. Das schont einerseits den Geldbeutel und beruhigt andererseits das Umweltgewissen der Flottenkunden.Abgesehen von den Anschaffungskosten lohnt sich die Aktion: Wer sich für einen VW Passat 1.6 TDI Blue Motion entscheidet, verbraucht nach Herstellerangaben 1,2 Liter Diesel weniger. Bei 30.000 Kilometern im Jahr spart das rund 360 Liter. Macht bei 1,20 Euro pro Liter immerhin 432 Euro. Umfasst der Fuhrpark 100 Fahrzeuge, ergibt das eine Ersparnis von insgesamt 43.200 Euro (brutto) jährlich.

Konkurrenzkampf mit Hersteller-Leasinggesellschaften ist hart

Solche Aktionen, bei denen Hersteller und Autobanken ihr Potenzial bündeln, machen den kleinen, herstellerunabhängigen Leasinggesellschaften das Leben nicht leichter. Stefan Cohrs, Leiter der Kundenbetreuung der unabhängigen Leasinggesellschaft Commerz Real: »Das Subventionsgebaren, das die Hersteller für ihre Leasinggesellschaften an den Tag legen, ist für uns eine echte Herausforderung.« Wie hart die großen deutschen Hersteller den Konkurrenzkampf austragen, stellt auch Thomas Fürth, Fuhrparkberater in Korschenbroich, immer wieder fest. Dabei geht es um Mitarbeiter, die bei der Wahl ihres Dienstwagens lediglich die Höhe der Leasingrate beachten müssen.

Hier stellten Unternehmen immer wieder fest, dass Fahrer, denen eine  Kompaktklasse zustand, nun die Möglichkeit hatten, einen Mittelklassewagen zu wählen. Zwar lag der Bruttolistenpreis bis zu 10.000 Euro über der Kompaktklasse, aber die Leasingrate lag teilweise sogar darunter. Es liegt auf der Hand, dass freie Leasingunternehmen bei diesem Preiskampf nicht mithalten können. Ebenfalls nicht konkurrieren können die herstellerunabhängigen Anbieter mit Fullservice-Angeboten wie dem von Volkswagen oder Ford, bei dem sich die Markenwerkstätten um Wartung und Verschleiß kümmern und dafür nur die Hälfte des ansonsten üblichen Werkstattpreises berechne Doch es gibt Bereiche, in denen die herstellerunabhängigen Gesellschaften große Stärken entfalten können.

Vor allem für heterogene Fuhrparks interessant

Eine wichtige Rolle spielen dabei heterogene Fuhrparks. Da die großen Hersteller auf homogene Fuhrparks fixiert sind, die möglichst nur aus Modellen ihres Konzerns bestehen,bieten gemischte Flotten, besonders wenn sie sich aus Importfahrzeugen zusammensetzen,eine gute Chance für die Unabhängigen. Genau dort sieht Carmobility in München seine Chancen. Geschäftsführer Bernhard Dirnberger: »Wir konzentrieren uns vornehmlich auf Kunden, die auf die Vorteile verschiedener Anbieter nicht verzichten wollen, weshalb der Fuhrpark dann auch heterogen wird. Für sie bieten wir ein individuelles und umfassendesFuhrparkmanagement.« Dazu gehören die Auswahl der Marken und Modelle sowie der entsprechendenLeasinggeber, die Vertragsverwaltung bis hin zur Rechnungskonsolidierung. DerKostendruck, gerade im Mittelstand, führte in den letzten Jahren zu einer starkenNachfrage. Gerade in Firmen, in denen die Dienstwagen mehr oder weniger nebenbeiverwaltet werden, ist das Einsparpotenzial groß. »Es liegt im Schnitt zwischen 10 und 25 Prozent«, erklärt Holger Hildebrandt vom Bundesverband für Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME).

Die Kleinen bieten flexible Betreuung

Auf diesen Bereich konzentriert sich unter anderem auch die Atlas Auto-Leasing. Das unabhängige Unternehmen in Münster, bei dem 30 Mitarbeiter beschäftigt sind und in dessen Bestand sich rund 8.000 Fahrzeuge befinden, verbindet das klassische Leasinggeschäft mit einer sehr flexiblen Betreuung. »Wir haben es meist mit mittelständischen Firmen zu tun, denen ein eigenes Fuhrparkmanagement zu aufwendig ist. Für diese stellen wir maßgeschneiderte Lösungen zur Verfügung «, erklärt Geschäftsführer Christian Kiffe. Kiffe sieht die Konkurrenz der großen Hersteller-Leasinggesellschaften eher gelassen: »Man sollte nicht immer alles so dramatisieren.« Das Markenspektrum von Atlas Auto-Leasing ist wie bei den meisten unabhängigenLeasinggesellschaften recht breit. Von den deutschen Herstellern bis hin zu den gängigen Importmarken.

»Die Offenheit für andere Marken ist bei Kunden durch die Krise deutlich gewachsen, viele wollen Alternativen ausprobieren. Insgesamt geht der Trend ganz klar zu sparsameren Autos«, sagt Kiffe. Natürlich haben auch die großen Hersteller-Leasinggesellschaften den Mehrwert des Flottenmanagements erkannt. Für BMW ist dazu die Tochter Alphabet aktiv. Bei Mercedes nennt sich diese Dienstleistung Daimler Fleet Management und bei Volkswagen firmiert sie unter Fleet Management Services. Doch als Dienstleister für heterogene Fahrzeugflotten, in denen sich vor allem Importautos tummeln, dürften sie indes nicht die optimale Besetzung sein. Hier sind Flottenbetreiber in der Regel bei kleinen, unabhängigen Anbietern besser aufgehoben.

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Datum

15. November 2010
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