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Leichtlaufreifen: So finden Sie die Spritsparreifen

Je leichter ein Auto rollt, desto weniger verbraucht es. Fuhrparkleiter sollten deshalb beim Reifenkauf verstärkt auf den Rollwiderstand achten.

Den Flottenverbrauch zu senken dürfte jedem Fuhrparkleiter ein Anliegen sein. Dazu kann er seinen Fahrern besonders sparsame Autos auf den Hof stellen. Er kann sie auf Eco-Trainings schicken. Am bequemsten lässt sich der Spritverbrauch aber mit einer klugen ­Reifenwahl drücken. Denn zusätzlich zum Einfluss des Fahrers hängt noch rund 20 Prozent des Fahrzeugverbrauches vom Rollwiderstand ab. Je kleiner der ausfällt, desto grüner der Reifen. Der Energieverbrauch hängt also eng mit der Wahl der Pneus zusammen.

Besonders bei niedrigem Tempo fällt der Rollwiderstand stärker ins Gewicht, da der Luftwiderstand quadratisch mit der Geschwindigkeit wächst. Insofern empfiehlt es sich, gerade Verteiler- oder Poolfahrzeuge, die viel in der Stadt unterwegs sind, mit Leichtlaufreifen auszurüsten. Zehn Prozent weniger Rollwiderstand senkt den Verbrauch um 1,5 Prozent. Der CO2-Ausstoß eines Mittelklassewagens verringert sich dann um zwei Gramm pro Kilometer. Auf eine Jahresfahrleistung von 30.000 Kilometern hochgerechnet um 60 Kilo. Das Spritsparpotential von Reifen können Sie sich auch ausrechnen lassen .

Ein guter Reifen ist sicher, langlebig und rollwiderstandsarm

Seit den 1990er-Jahren hat die Reifenindustrie den Rollwiderstand der Pneus um bis zu 30 Prozent gesenkt. Das entspricht einer Kraftstoffeinsparung von 0,6 l/100 km. Das kam auch der Laufleistung zugute, insbesondere bei den Winterreifen. In den nächsten 25 bis 30 Jahren plant die Reifenindustrie, den Rollwiderstand durch eine enge Kooperation mit den Kautschukherstellern nochmals zu halbieren.

Ermittelt wird der Rollwiderstand durch standardisierte Tests auf Trommelprüfständen. Er setzt sich zusammen aus Walkwiderstand, also der Verformung des Reifens beim Ein- und Ausfedern, dem Reib- sowie dem Luftwiderstand. Noch bis vor rund 30 Jahren galt: Rollwiderstand, Sicherheit und Haltbarkeit lassen sich nicht unabhängig voneinander variieren.

Große Fortschritte in der Reifenentwicklung

Weiche Gummimischungen mit guter Haftung verschleißen rasch. Harte Mischungen haften nicht so gut, halten aber länger und senken dazu den Benzinverbrauch. Nun wünscht man sich als Autofahrer gerne Mischungen, die lange halten und gleichzeitig gut auf der Straße haften. Diesen Zielkonflikt haben die Ingenieure inzwischen weitgehend gelöst.

Dabei gehen die Verbesserungen nicht zu Lasten der Sicherheit. Auf heutigen Reifen steht ein Auto bei einer Vollbremsung aus 100 km/h nach gut 35 Metern. In den 70er-Jahren war der Bremsweg fast 20 Meter, bei Nässe sogar 30 Meter länger. Außerdem werden Reifen immer leiser. Ein heutiger Qualitätsreifen rollt nur noch halb so laut ab wie einer aus den 70er-Jahren. Nebenbei sind heutige Reifen fast ein Drittel leichter.

Wie aber findet ein Fuhrparkleiter die richtigen Reifen für seine Flotte? Zum einen natürlich durch aktuelle Tests. Und dann wäre da noch das neue Reifenlabel. Damit lassen sich schnell Leichtlaufreifen identifizieren, die auch sicher sind. Zwar kostet ein Satz Qualitätsreifen oft um die 80 Euro mehr als die Billigofferten aus Fernost. Der Griff zum Premiumprodukt lohnt sich trotzdem. Der Reifenrohstoff-Lieferant Lanxess hat berechnet, dass der Verbrauch eines Autos mit A-Reifen um bis 0,66 l/100 km sinkt. Gegenüber einem Reifen der Klasse F macht sich das hochwertige Markenprodukt bei einem Verbrauch von acht Litern bereits nach etwa 10.000 Kilometern bezahlt.

Bis zu 200 Bestandteile sind im Reifen

Die Klassifizierung hilft dem Fuhrparkleiter auch deshalb, weil er sonst nicht erkennen kann, wie gut ein Reifen ist. Für den Laien sieht jeder Pneu ziemlich stark danach aus, als wäre er aus einem Stück gemacht. Das täuscht gewaltig. Rund 200 Bestandteile stecken drin. Die meisten davon sind in der schwarzen Masse eingerührt, die viele für Gummi halten. Der Fachmann weiß: Es ist Synthese-Kautschuk, vor der Vulkanisierung versetzt mit ein paar Dutzend Legierungs-Bestandteilen, die kryptische Namen wie Neodymium-Polybutadien-Kautschuk oder Butyl-Kautschuk tragen.

Einen wichtigen Bestandteil aber kennt jeder: Ruß gibt dem Reifen seine Farbe, er stabilisiert ihn und macht ihn haltbar. Er färbt immer auch ein wenig ab. Wenn ein Fahrer heftig bremst oder Gas gibt, schreibt der Ruß die Spuren der starken Beanspruchung in schwarzen Streifen auf die Straße. Schon deshalb lohnt es sich, nicht so hart aufs Pedal zu treten. Dann ist der Reifen für mehr Kilometer gut und die Tankfüllung auch.

Insgesamt bestimmen knapp 200 Bestandteile die Eigenschaften eines Reifens. Sie lassen sich in drei Gruppen zusammenfassen:

  • Gemisch aus natürlichem und synthetischem Kautschuk.
  • Füllstoffe wie Ruß oder Silica. Das ist ein chemisches Gel aus sogenannter Kieselsäure und sieht etwa so aus wie farblose Gummibärchen.
  • Additive für den Reifen, also Vulkanisationsmittel, Weichmacher, Wachse.

Nur ein Drittel ist Kautschuk

Ein moderner Pkw-Reifen besteht zu etwa 30 Prozent aus Kautschuk. Ein weiteres Drittel sind verstärkende Füllstoffe wie Ruß und Silica. Das letzte Drittel besteht zur einen Hälfte (15 Prozent) aus den Fäden aus Stahl, Polyester, Rayon oder Nylon, die zur Karkasse verwebt werden. Die restlichen 14 Prozent machen die zum Teil recht geheimnisvollen Additive aus. Das ist insgesamt der Top-Secret-Bestandteil der Reifenmischung, den die Hersteller noch geheimer halten als James Bond seine nächste Mission.

Die optimale Mischung macht’s also, so viel steht fest. Sie bewirkt, dass der Reifen beim Fahren möglichst wenig durchgeknetet wird und sich nicht unnötig erhitzt. Der Fachmann sagt hierzu: "Der Latsch ist stabil." Der Latsch, das ist die Fläche, mit welcher der Reifen auf der Fahrbahn steht. Wie gut der Reifen letztlich ist, zeigt sich in den Tests von ADAC, Stiftung ­Warentest und den Fachzeitschriften. Auch unsere Kollegen von "auto motor und sport" nehmen zweimal jährlich die neuesten Produkte in aufwendigen Fahrtests unter die Lupe. Was dabei herauskommt, erfahren Sie auch bei FIRMENAUTO .

Foto

Lanxess

Datum

30. Oktober 2013
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