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Markt für Elektroautos: Subventionen reichen nicht immer aus

Zuschüsse für E-Autos sind keine Garantie für steigende Marktanteile. Eine Studie zeigt: Es gehört ein bisschen mehr dazu.

Norwegen und Niederlande liegen bei Neuzulassungen von Elektroautos und Hybridfahrzeugen weltweit vorn. In Norwegen waren 2013 etwa sechs
Prozent aller verkauften neuen Pkw Elektro- oder Hybridfahrzeuge, in den Niederlanden lag deren Marktanteil bei 5,6 Prozent. In Dänemark, Deutschland, Großbritannien, Österreich, China und Japan dagegen kamen E-Modelle nicht über einen Marktanteil von 0,3 Prozent hinaus. Lediglich Frankreich schaffte es auf 0,8 Prozent, Schweden auf 0,5 Prozent.

Dabei hat sich der Absatz von E-Autos in den vergangenen zwei Jahren weltweit jeweils verdoppelt. Während 2011 etwa 45.000 Fahrzeuge verkauft wurden, waren es 2013 schon mehr als 200.000, berichten Peter Mock und Zifei Yang, Verfasser der Studie "Driving Electrification".

Norwegen: 11.500 Euro Subvention

Warum aber gibt es so große Unterschiede bei den Zulassungszahlen? Ein Blick auf die beiden Vorreiterstaaten aus Nordeuropa zeigt: Sie buttern richtig dazu, um die Stromer attraktiv zu machen. Norwegen springt demnach bei E-Fahrzeugen wie dem Renault Zoe mit etwa 11.500 Euro ein, das ist mehr als die Hälfte des Grundpreises.

Die Niederlande gewähren dem Volvo V60 Plug-in Hybrid, dem zweiten Auto-Modell, das die Autoren für ihre Untersuchung als repräsentativ ausgewählt haben, als Firmenwagen einen Abschlag von rund 38.000 Euro. Das entspricht etwa 75 Prozent des Grundpreises. Die Folge ist eine hohe Wachstumsrate beim Marktanteil in beiden Ländern, der sich in etwa in Norwegen verdoppelte und in Holland verfünffachte.

Großbritannien: 50 Prozent Rabatt reichen nicht

Aber Steueranreize sind nicht alles. Das zeigt das Beispiel Großbritannien, wo für einen Hybriden bis zu 50 Prozent des Grundpreises aus dem Staatssäckel kommen, der Marktanteil von Elektroautos insgesamt aber trotzdem nur bei 0,2 Prozent blieb.

Abgesehen von einer Kfz-Steuerbefreiung, die die hohe Mehrwertsteuer nicht wettmacht, geizt Deutschland mit staatlichen Beihilfen. Die Verfasser errechneten Einsparungen in
Höhe von 1.400 Euro für reine Elektroautos (privat und Firmenwagen) und von 2.000 Euro (private Nutzung) und 2.800 Euro (Firmenwagen) für Hybride.

Trotzdem wurde zur Verwunderung der Autoren mit 105 Prozent von 2012 auf 2013 die zweithöchste Wachstumsrate erzielt. Dazu könnten Zulassungen von Testfahrzeugen der Hersteller beigetragen haben, aber auch die Ladeinfrastruktur, mutmaßen sie. Immerhin kämen auf eine Flotte von 7.000 Elektroautos etwa 2.200 öffentliche Stationen.

Kalifornien: freie Fahrt auf Sonderspur

Aus dem Rahmen fällt Kalifornien. Obwohl die lokale Regierung Stromer nicht mehr als die andere Staaten fördert, steigen die Zulassungszahlen und Marktanteile von Elektrofahrzeugen in Kalifor­nien stärker. Denn der US-Staat verlangt von den Autobauern die Vermarktung von Null-Emissions-Fahrzeugen, verfolgt eine weit entwickelte Infrastrukturpolitik und Aktionspläne. Den größten Kauf­anreiz dürften die Kalifornier aber im Recht sehen, auf Autobahnen mit ihren E-Autos auf Sonderspuren am Stau vorbeizustromern.

Studie: Vier Modelle am Start

Die für den International Council on Clean Transportation (Internationaler Rat für sauberen Verkehr Transport/ICCT) erstellte Studie vergleicht die Kosten für vier Fahrzeugmodelle: Der Renault Zoe ist für die Autoren ein repräsentatives, rein elektrisches Fahrzeug. In Europa hatte er 2013 etwa einen Anteil von 13 Prozent an den verkauften E-Autos. Sein Pendant als Benziner im Kleinwagensegment ist der
Renault Clio, der in der Beliebtheitsskala der Pkw in Europa an vierter Stelle steht. Der Volvo V60 Plug-in Hybrid wird mit einem Anteil an den in Europa verkauften E-Fahrzeugen von elf Prozent als repräsentatives Hybridfahrzeug gesehen.

Autor

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Volvo

Datum

5. August 2014
5 4 3 2 1 0 5 0
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