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Matra Rancho: Offroader für den Supermarktparkplatz

Der Matra Rancho war der erste Möchtergern-Offroader der Autogeschichte. Er war zwar nicht geländetauglich, sah aber dafür verdammt cool aus.

Mal so richtig die Sau raus lassen. Im Schlamm und im Dreck suhlen. Auf solche Ferkeleien sollte der 1977 vorgestellte Rancho Lust machen – lange bevor Autos immer nur vernünftig sein durften. Der Rancho war der erste Vertreter einer Klasse, die es noch gar nicht gab. Die Klasse der Möchtegern-Offroader. Es gab den Range Rover, den Jeep und den Lada Niva. Alles andere mit Stollenreifen hieß Traktor. Der Rancho aber war weder Allradler noch zeichnete er sich durch besonders widerstandsfähige Materialien aus. Aber er sah cool aus.

Der Rancho basierte auf der Technik des Simca 1308

Zu Beginn seiner Karriere war der Rancho noch ein Matra-Simca, basierend auf der Technik des Simca 1308. Anschließend hieß er Talbot-Matra und am Schluss nur noch Talbot. Zwischenzeitlich war Chrysler Europa samt Simca und Matra zu Peugeot gewandert, wo man flugs den Namen Talbot reaktivierte. Ein ungeliebtes Kind im PSA-Konzern. Genauso verwahrlost wie die Familienverhältnisse des Rancho zeigten sich seine Verarbeitungsqualitäten. Manche Besitzer sollen dem Pannendienst gleich den Zweitschlüssel überlassen haben.

Rancho Grand Raid hatte sein Reserverad auf dem Dach

1980 kam trotzdem noch der Rancho Grand Raid. Mit Reserverad auf dem Dach, Suchscheinwerfern und Seilwinde. Damit ließ sich mächtig Eindruck schinden - auf dem Supermarktparkplatz. Denn das war letztlich aufgrund biederer Technik mit 80 PS und Minidrehmomenten das einzig problemlos befahrbare Terrain. Beißend der Kommentar in "auto motor und sport". Der Grand Raid, beschied der Tester, könne zwar durchaus über die Saharapisten flitzen. Genauso gut könne man dazu aber einen Talbot Kastenwagen nehmen, der koste nur die Hälfte.

Renault Espace: Ein entfernter Verwandter des Rancho

Bis 1983 sah sich der PSA-Konzern das Treiben an, dann war Schluss für den Rancho. Prototypen und Pläne für den Nachfolger – P18 getauft – verscherbelte man an Renault. Vielleicht zu voreilig, denn aus dem P18 wurde schließlich der erfolgreiche Espace. Mit sauberen Motoren und Platz für viele Mitfahrer. Die Vernunft hatte gesiegt. Schade.


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18. Februar 2013
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