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Mercedes A-Klasse von 1997: Umwerfender Erfolg

Die Mercedes A-Klasse entwickelte sich vom drohenden Desaster zum absoluten Erfolg. Witzen und Elchen zum Trotz – das Auto war ein Innovationsträger schlechthin.

Schluss mit einem weitverbreiteten Irrglauben: ESP wurde nicht für die A-Klasse erfunden. Das Patent war schon vorher angemeldet, das System vorgesehen für die S-Klasse. ESP aber rettete der A-Klasse den A…llerwertesten und machte sie mit mehr als 1,1 Millionen Stück bis 2004 zu einer der erfolgreichsten Mercedes-Baureihen.

Der Reihe nach: 1997 präsentierte Mercedes auf dem Genfer Salon die A-Klasse, deren Grundzüge schon vier Jahre zuvor in einer Studie namens »Vision A 93« erkennbar waren. Kernelement war eine Bodengruppe in Sandwichbauweise, die dem 3,58 Meter kurzen Auto eine mit 1,58 Metern stattliche Höhe verlieh. Visionärer Sinn des Bodens war die Möglichkeit, verschiedene alternative Antriebsspeicher – von Batterien bis zu Brennstoffzellen – unterzubringen. Das sollte auch im Laufe der Baureihe gelingen. Weniger gelungen für einen erfolgreichen Marktstart waren die durchaus mutigen Fahrversuche des schwedischen Journalisten Robert Collin. Der simulierte das ruckartige Umfahren einer plötzlich auftauchenden Kollisionsgefahr. Das Ergebnis der schwedischen Schaukeltour war ein Super-GAU fürs Marketing. Die A-Klasse kippte um. Witzfreunde durchlebten eine seit Manta-Zeiten nicht mehr genossene Hochsaison (»ein umwerfendes Auto«), schnell war der mittlerweile dudenfeste Begriff »Elchtest« kreiert.

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Niki Lauda musste ans Steuer

Mercedes handelte. 300 Millionen Mark flossen in ein Nachbesserungsprogramm, das nicht nur ESP ins Auto brachte, sondern auch Niki Lauda ans Steuer. Die medienwirksame Botschaft solcher Expertentests: Weder Hirsche aus Schweden noch Raser aus Österreich konnten dem Auto jetzt was anhaben. Dabei war die A-Klasse auch ohne ESP schon ein Innovationsträger par excellence. Nicht weniger als 20 technische Neuerungen waren in die Ur-Reihe eingeflossen. Erstaunlich die Variabilität des so gedrungen wirkenden Autos. Das Sitzkonzept lag auf Van-Niveau und ermöglichte die Nutzung als Fünf-, Drei-, Zwei- und sogar Einsitzer. Ob umgeklappt, ausgebaut, zweigeteilt oder sonst wie: 72 verschiedene Sitzvariationen seien denkbar, hat jemand bei Daimler ausgerechnet.

Das ist ebenso bemerkenswert wie die Bedeutung der Baureihe für den Konzern. Mit der A-Klasse sprang man auf den Erfolgszug der Kompakten mit Front­antrieb. Firmenkunden entdeckten die A-Klasse aufgrund glänzender Restwerte, Senioren lobten den bequemen Einstieg, Unfallforscher huldigten dem Sicherheitsfaktor ESP als Serienausstattung. Ergebnis: Das neue Werk in Rastatt lief unter Volllast. Was für ein Erfolg nach all den Witzen zum Start. Einen haben natürlich auch wir noch: Der Unterschied zwischen A- und S-Klasse? 90 Grad. Zum Wegkippen, oder? Gut, dann halt nicht

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Datum

7. Juni 2017
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