Mercedes Sprinter 9 Bilder Video Zoom

Fahrbericht Mercedes-Benz Sprinter: Endlich volljährig

Der Sprinter wird 18, der Neue kommt im September. Zur Feier des Tages haben wir schon mal an der Crème de la Crème genascht: Die Fahrt im Topmodel 319 CDI war begleitet von vielen Assistenten.

1995 kam der erste Sprinter. Ein eher spröder Jüngling unterm Sternenzelt, der Musterschüler werden sollte. Ob mit Airbag oder ESP: Der Sprinter hob in jungen Jahren häufig als Erster den Finger. Jetzt ist er 18 und zeigt sich auch mal im Partyoutfit. Als Kombi, mit 190 PS aus drei Litern im Sechszylinder Turbodiesel und schicker Ausstattung.

Kurzer Blick aufs Äußere: Neue Scheinwerfer, geänderte Kotflügel, die höherstehende Haube und Lammellen zwischen den Kühlermaskenrippen fallen auf. Die sehen nicht nur gut aus, sondern kühlen auch besser die thermisch stärker belasteten Euro 6 Motoren. Deren ökologische Einstellung stimmt dank SCR Technik (Abgasreinigung mit Harnstofflösung).

Sprinter versteckt nicht die Nutzfahrzeug-Gene

Rein hinters neue Multifunktionslenkrad, der Blick fällt auf chromumrandete Armaturen. Alles sitzt, alles passt, alles hat Luft. Detail am Rande: Der Sicherungskasten sitzt zugänglich links am Fahrersitz. Das ist benutzerfreundlich, verweist aber auch auf den Urzweck dieses Autos. Der Sprinter ist ein Nutzfahrzeug, kein Van. Das Ablagefach mit Deckel über dem Zentraldisplay für Navi- und Audiosystem hat großen Nutzwert, allerdings auch die Haptik eines Hartschalenkoffers. Die Handbremse rechts neben dem Fahrersitz beeindruckt im Format einer Streitaxt.

Etwas weniger rustikal und spartanisch dürfte auch die Auslegware über dem gummibespannten Fahrzeugboden sein. Trotzdem gibt es Einiges, was manchen Besitzer selbst opulenter Großraumautos vor Neid erblassen lässt. Da wäre zum Beispiel die (optionale) 7G-Tronic Automatik. Erwähnenswert, weil der einzige Wandlerautomat dieser Klasse. Lobenswert, weil eine Idealergänzung zum Sechszylinder Turbodiesel im 319 CDI Bluetec. 440 Nm Drehmoment krallen sich hier in einer breiten Spanne zwischen 1.600 und 2.600/min an die Kurbelwelle. Auf die Straße gebracht wird das Ganze über rollwiderstandoptimierte Reifen, bei unserem Probanden der Größe 235/65 R 16.

Wandlerautomatik mit Start-Stopp überzeugt

Die Citytour verläuft dank kleinem Lenkradkranz und sauberer Servotechnik komfortabel. Die Wandlerautomatik arbeitet äußerst intelligent und weitestgehend unterbrechungsfrei, was die Zugkräfte angeht. Im Innenstadtverkehr erweist sich zudem eine weitere Neuheit als Segen. Die Start-Stopp-Automatik wurde dahingehend verändert, dass der Bremsdruck trotz Abschaltung des Antriebstranges erhalten bleibt, auch wenn der Fuß von der Bremse geht. Am Berg ein echtes Komfortmerkmal – Rückrollen Fehlanzeige. Spiegel mit Totewinkelassistent schützen die übrigen Verkehrsteilnehmer.Bei Autos, deren Standardlänge schon fünf Meter deutlich überschreitet, ist das auch ein Muss.

Raus geht’s auf die Autobahn, der Edelsprinter darf richtig ran. Das gegenüber dem Vorgänger um drei Zentimeter abgesenkte Fahrwerk erweist sich selbst den Schlaglochpisten auf der A 44 rund um Düsseldorf gewachsen.

Assistenten machen das Fahren leichter

Vor allem ist das Wankverhalten weniger respekteinflößend als in weicher abfedernden Hochdachkombis. Da darf es dann auch mal ein Pfund mehr auf dem Gaspedal sein. Schließlich unterstützt ein ganzes Geschwader weiterer Assistenzen den Fahrer. Spurhaltewarner, Abstandswarner, Notbremsassistent und der in den meisten Modellen serienmäßige Seitenwindassistent sind womöglich Lebensretter. Sie arbeiten effektiv aber dezent. Die Befürchtung, es werde nur noch blinken und piepsen im Sprinter, bestätigt sich nicht. Und um die Kirche im Dorf zu lassen: Der Sprinter lässt sich auch ohne Eingriff der elektronischen Helfer einwandfrei abbremsen. Wie früher, durch einen beherzten Tritt aufs entsprechende Pedal. Den Fernlichtassistenten braucht überdies nur, wer Überlandtouren fährt. In Ortschaften mit Straßenbeleuchtung blendet er ab.

Ein alles umfassendes Sicherheitspaket wird wohl um die 1.200 Euro kosten, ansonsten hüllt sich Daimler bis zur Preisveröffentlichung im Juni in Schweigen. Absehbar ist, dass Euro 6 einen Aufschlag von etwa 1.200 bis 1.300 Euro bedingt. Euro 5 Motoren bleiben weiter im Programm. Genauso alle bislang verfügbaren Modellvarianten mit kleineren Diesel-, Benzin oder Erdgasverbrennern. Da 18jährige nicht mehr ganz so häufig am Rockzipfel hängen, sind die Wartungsintervalle auf bis zu 60.000 km verlängert. Möglich macht das ein serienmäßiger Wartungsassistent, der die Zeitpunkte einsatzabhängig berechnet. Der Start in die Volljährigkeit ist dem Sprinter damit gelungen. Ein anständiger Kerl war er ja schon immer.

Autor

Foto

Daimler

Datum

10. Mai 2013
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