Der neue Mercedes CLA von vorne links 10 Bilder Zoom

Fahrbericht Mercedes CLA 220 CDI: Hut ab, meine Herren!

Er sieht aus wie der kleine Bruder des CLS, basiert auf der A-Klasse und überragt in der Länge dennoch die C-Klasse. Was kann der neue CLA?

Vergessen Sie bitte ihr bisheriges Bild vom typischen Daimler-Fahrer: Grauhaarige Rentner mit Hut werden Sie im neuen Mercedes CLA nicht sehen. Zumindest schielen die Mercedes-Verantwortlichen beim ersten Ableger der neuen A-Klasse auf wesentlich jüngere Fahrer, "die einen Mercedes bislang nicht auf ihrer Shopping-Liste hatten".

So wie die A-Klasse, die bereits neue Kunden im Kompakt-Segment an Land zieht und zwar so viele, dass man im ungarischen Werk Kecskemét Sonderschichten schieben müsse. Die Zuversicht beim neuen CLA ist deshalb groß und der Auftrag an den jungen Stern klar definiert: "Er soll die Mittelklasse aufmischen."

Vier Zentimeter länger als die C-Klasse

Das Konzept dafür ist vielversprechend: Mercedes hat sich das aktuelle Design-Highlight der Marke, den CLS, als Vorlage geschnappt und auf C-Klasse-Größe schrumpfen lassen – genau genommen überragt er diese mit 4,63 Meter sogar um vier Zentimeter. Damit sich der CLA preislich aber unterhalb der C-Klasse einpendelt, steckt unterm modern geschnittenen Blechkleid die kompakte Plattform der A-Klasse.

Neben dessen Frontantrieb bekommt das viertürige Coupé auch den gleichen Radstand (2,70 Meter) mit in die Wiege. Die längeren Überhänge im Vergleich zur A-Basis kommen dem Kofferraumvolumen zugute, der es auf mittelklasseübliche 470 Liter (C-Klasse: 475 Liter) schafft. Im Fond geht es aber  enger zu, als wir es von einer Mittelklasse gewohnt sind. Die Beinfreiheit ist dabei weniger das Problem. Großgewachsene werden sich eher an der stark abfallenden Dachform stören, die den Kopfbereich auf der Hinterbank deutlich einschränkt.

Mercedes-typischer Fahrkomfort

Seien wir doch aber mal ehrlich. Krabbelt man bei Coupés nicht immer auf eine höhlenförmige Rückbank? Im Vergleich zu anderen Mittelklasse-Coupés, die üblicherweise nur mit zwei Türen ausgeliefert werden, hat der CLA hier sogar noch einen entscheidenden Vorteil. Statt sich umständlich an den vorgeklappten Vordersitzen vorbeischlängeln zu müssen, schlüpfen die Fondgäste beim CLA bequem über ihre eigenen Türen auf die Rücksitze.

Die sportliche Coupéform des CLA ist nicht nur schön anzusehen, sondern auch extrem windschnittig (cw-Wert von 0,22). Neben den Verbrauchswerten wirkt sich dies vor allem auf den Geräuschpegel positiv aus. Außer dem knurrigen Vierzylinder-Diesel im Bug des CLA 220 CDI nehmen wir auf unserer Testfahrt kaum Außengeräusche war. Den von Mercedes bekannten Komfort zeigt der CLA auch noch in Sachen Federung. Von Schlaglöchern und Bodenwellen bekommen wir im Coupé nichts mit. Und das, obwohl der CLA selbst mit dem standardmäßigen Komfortfahrwerk schon sportlich um Ecken fegt.

Durchgehend aufgeladene Vierzylinder-Turbomotoren

Zum Markstart bietet Mercedes vier aufgeladene Vierzylinder-Turbomotoren an, drei Benziner (122 bis 211 PS) und ein Diesel mit 170 PS. Für die Kraftübertragung beim 220 CDI sorgt ausschließlich ein Siebenstufen-Doppelkupplungsgetriebe. Im Gegensatz zur souverän arbeitenden Sechsgang-Schaltung (nur für die 1,6-Liter-Benziner) nimmt sich die Automatik beim Herunterschalten eine gute Gedenksekunde Zeit und verhaspelt sich im Sportmodus ab und zu bei der richtigen Gangwahl. Dafür verhilft das DCT-Getriebe dem 220 CDI zu einem äußerst niedrigen Spritverbrauch. Mercedes gibt 4,2 Liter an, bei uns waren es mit 5,7 Liter im Test nur geringfügig mehr. Alle Motorisierungen sind serienmäßig an eine Start-Stopp-Automatik gekoppelt und erfüllen die Euro-6-Norm.

Standard im CLA sind ebenfalls zahlreiche technische Helfer wie Notbremsassistent oder Müdigkeitswarner. Gegen Aufpreis gibt es dann das ganze Mercedes-Sicherheitspaket unter anderem mit Totwinkel- und Spurhalteassistent oder Einparkassistenten für Quer- und Längsparklücken. Kommen zur Basisausstattung die typischen Dienstwagen-Extras – wie Bi-Xenon-Scheinwerfer (845 Euro netto), Klimaautomatik (510 Euro) oder ein integriertes Navi (750 Euro) – noch hinzu, rückt der verlockende Einstiegspreis für den 220 CDI (31.925 Euro) in weite Ferne. Ob sich das die angepeilte jüngere Generation überhaupt leisten kann? Vielleicht bietet Mercedes ja genau deshalb den speziell auf das CLA-Interieur abgestimmten Hut Trilby (42 Euro bei Mercedes Benz Accessories) an, mit Wollfilz und Kontrast-Karo auf dem Hutband. Man will die ältere Kundschaft ja nicht von vornherein ausgrenzen.

Autor

Foto

Daimler AG

Datum

13. März 2013
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