Mobiles Arbeiten: Die Sat-Anlage für weniger Internetkosten

Manche Außendienstler sind mit dem Wohnmobil unterwegs. Eine Sat-Anlage bringt sie auch im Ausland zu überschaubaren Kosten ins Internet.

Leerlauf gibt es nicht in Sabine Jacobis Leben. Die freiberufliche Buchhalterin und Controllerin aus Tübingen bringt täglich Haushalt, Kinder und Job unter einen Hut. Müssen die Kinder zum Sport, erspart sie sich unnötiges Hin- und Herfahren. Lieber wartet sie vor Ort und nutzt die Zeit, um zu arbeiten. Nicht im Auto, sondern im Wohnmobil. So dient ihr sieben Meter langer Camper als Büro, Dienstwagen und Urlaubsmobil zugleich.

Wie Sabine Jacobi gibt es viele Außendienstler, die im Wohnmobil Kunden besuchen oder sich auf Messen die teueren Hotelzimmer sparen. Mobil zu arbeiten ist dank günstiger Flatrates kein Problem. Teuer wird das mobile Surfen und Telefonieren erst im Ausland. Zwar hat die Europäische Kommission die Roaminggebühren gedeckelt. Doch diese Tarife gelten nur in der EU. Für ein Megabyte dürfen die Mobilfunkanbieter dort nur noch 83 Cent verlangen. Wer sich täglich online mit Firmenzentrale oder Kunden austauscht, fährt mit einer Datenkarte des jeweiligen Landes billiger.

Oder er investiert gleich in eine Satellitenschüssel. Denn von allen Verbindungsarten ist die per Sat-Anlage am zuverlässigsten. Angeboten werden sie für rund 2.500 Euro plus Montage von Alden, Crystop, Teleco und Ten Haaft. Äußerlich und technisch unterscheiden sie sich kaum von Sat-Anlagen für den normalen TVEmpfang, mit zwei Ausnahmen. Da wäre zunächst das Datenmodem, an das mit einem sogenannten Ethernetkabel der Laptop oder PC angeschlossen wird. Das Modem bereitet, vereinfacht gesagt, Daten für die Fernübertragung auf. Alternativ kann man daran auch einen Router anstöpseln.

Auch TV-Sender empfangen die Anlagen

Mit ihm können per Funk (W-LAN) oder Kabel wiederum gleich mehrere Endgeräte zum Internetsurfen verbunden werden. Der zweite Unterschied ist der Low Noise Block Amplifier (LNB). Er wird am Arm der Antenne im Brennpunkt des Spiegels montiert und ermöglicht es, Daten zu empfangen und zu senden (Upload).

Auch TV-Sender empfangen die Anlagen. Allerdings muss man dazu auf Fernsehbetrieb umstellen. Ten Haaft löst das mit Hilfe eines kleinen Stellmotors, der auf Knopfdruck die richtige Einstellung vornimmt. Alle anderen Hersteller spendieren ihren Internet-Sat-Anlagen einen zweiten Verstärker für den TV-Empfang und zumindest Teleco verspricht dadurch eine parallele Nutzung von Fernsehen und Internet.

Neben der Hardware benötigt man einen Vertrag mit einem Provider, beispielsweise Ipcopter oder Filiago. Einige Hersteller arbeiten nur mit einem Anbieter, andere mit mehreren. Gemein ist allen Providern, dass sie Internet über den Astra-3-Satelliten anbieten, der bei 23,5 Grad Ost steht. In den Preislisten der Provider finden sich auch spezielle Tarife für das sogenannte Voiceover-IP (VoIP). Wer diesen Dienst bucht, kann von seinem Reisemobil aus mit einem gewöhnlichen Telefon wie zu Hause telefonieren. Vorausgesetzt, es ist zusätzlich eine spezielle Fritz Box installiert und die Internetverbindung steht.

Sprich: Die Sat-Antenne muss ausgerichtet sein. Alternativ kann man mit einer VoIP-Software wie Skype über das Internet telefonieren. Die Qualität ist bei dieser Variante aber meist eingeschränkt. Schließlich muss das Signal bei Internet via Satellit immer erst einen Weg über einige tausend Kilometer durch den Äther zurücklegen.

Datum

18. September 2012
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