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Kaufberatung Opel Corsa: Volles Programm

Mit zwei Karosserievarianten, vier Ausstattungsniveaus sowie vielen Assistenzsystemen buhlt der neue Opel Corsa um die Gunst der Kunden. Unser Modellcheck hilft, das passende Modell zu finden.

Eine schmucke Frontpartie ganz im Stile des kleinen Adam, moderne Motoren und jede Menge Feinschliff kennzeichnen jetzt den Opel Corsa. Betrachtet man die eben erst gestartete fünfte Generation des Corsa ausschließlich aus der Seitenperspektive, könnte man meinen, der Kleine ist der Alte geblieben.

Dies stimmt aber nur bedingt, denn bei der umfassenden Modernisierung ließ Opel fast kein Bauteil unberührt. Besonders viel hat sich unterm Blech getan. So wurde unter anderem der Schwerpunkt des Fahrzeugs abgesenkt, das Fahrwerk steifer ausgelegt und die Lenkung überarbeitet. Das bringt spürbar mehr Agilität und Fahrspaß. Dazu kommt ein neuer Einliter-Turbobenziner mit drei Zylindern und 90 beziehungsweise 115 PS. Dank Ausgleichswelle läuft er ausgesprochen vibrationsarm. Da er auch noch einigermaßen sparsam ist (Testverbrauch Verbrauchsrunde: 5,6 l), bietet er sich als sparsame Alternative zu den drei Vierzylinder-Dieseln an.

Drei- und Fünftürer sind optisch eigenständige Varianten

Doch welches Modell soll man für den Fuhrpark nehmen? Den Corsa gibt es weiterhin als Drei- oder Fünftürer, was keineswegs mehr selbstverständlich ist. ­Renault beispielsweise hat den dreitürigen Clio aus Kostengründen gestrichen.

Die beiden Versionen unterscheiden sich optisch stark voneinander. Während der Fünftürer mit seinen Zusatzpforten (630 Euro Aufpreis) die Pflichten des Pragmatikers erfüllt, mimt der schicke Dreitürer mit seiner flachen Dachlinie ganz ungeniert den kleinen Sportler. Sein coupéhaftes Design bringt aber auch Nachteile. Dass die Kopffreiheit im Fond etwas geringer als beim Fünftürer ist, lässt sich vor allem bei einem Poolfahrzeug noch leicht verschmerzen. Die Übersichtlichkeit aber leidet enorm unter den stämmigen C-Säulen, weil sie die Sicht nach hinten einschränken. Deshalb sollten Fuhrparkmanager sofort ein Häkchen bei den Parkpiepsern für 298 Euro setzen.

Unabhängig von der gewählten Karosserievariante finden der Fahrer- und Beifahrer im Corsa ein überdurchschnittlich großzügiges Platzangebot vor. Selbst im Fond gibt es für Erwachsene noch genügend Bewegungsfreiheit. Die hinteren Pforten öffnen weit und beim Dreitürer erleichtert die Easy-Entry-Funktion den Einstieg auf Reihe zwei. Sie lässt die Vordersitze nach vorne gleiten und führt sie nach dem Umklappen wieder in ihre Ausgangsposition zurück.

Das Corsa-Mobiliar ist im Grunde genommen bequem. Einzig langbeinige Personen würden sich vorne mehr Oberschenkelauflage wünschen, insgesamt sind aber die straff gepolsterten Sitze gut konturiert. Auch das Kofferraumvolumen kann sich sehen lassen. Es ist sogar etwas üppiger dimensioniert als beim VW Polo. Der Corsa-Dreitürer schluckt zwischen 280 und 1.090 Liter, beim Fünftürer sind es 285 bis maximal 1.120 Liter.

Ein Staufach unter dem Ladeboden nimmt es mit allerhand Kleinkram auf und sorgt für Ordnung. Der zweifach verstellbare Gepäckboden gehört aber nur beim Topmodell zum Inventar, ansonsten sind netto 63 Euro fällig. Beim Grundmodell kostet der doppelte Boden sogar  71 Euro. Allerdings gibt es dann gleich eine Höhenverstellung für den Beifahrersitz mit dazu. In dieser Hinsicht ist der Aufpreis angemessen und es gibt nicht wirklich etwas zu bekritteln.

Apropos Ausstattung, Opel bietet den Corsa in vier Versionen an: Selection, Edition, Color Edition sowie Innovation. Der Basis-Dreitürer Selection beginnt mit dem 1,2-Liter-Benziner und 70 PS bei 10.067 Euro. Mit elektrischen Helfern für Fenster und Außenspiegel gibt es zwar ein paar nützliche Komfortfeatures, ansonsten ist die Einstiegsversion aber recht karg ausgestattet

Das Basismodell ist mager ausgestattet. Vernünftiger ist der Corsa Edition

Deshalb sollte man gleich zum nächsthöheren Edition greifen. Der ist unter anderem mit Klimaanlage, geteilter Rückbank, CD-Radio samt Bluetooth, USB-Schnittstelle sowie Lenkradfernbedienung weitaus besser ausstaffiert. Die Mehrinvestition von mindestens 1.270 Euro lohnt sich. Werden diese Extras beim Basismodell einzeln hinzugeordert, wird’s unterm Strich teurer.

Die Variante Color Edition treibt es, wie der Name vermuten lässt, schön bunt und hübscht den Corsa auf. Dazu zählen spezielle Applikationen wie der Zweifarbendekor am Cockpit, die Alu-Pedalerie oder die in Hochglanzschwarz lackierte Kühlergrillspange. Im gleichen Look erstrahlen das Dach, die Außenspiegel und die 16 Zoll großen Alu-Räder. Wer mag, kann den Corsa noch mit breiten Zierstreifen oder anderen Dekoren weiter individualisieren. Aber es gibt auch nützliche Dinge, die nicht nur eingefleischte Corsa-Fans begeistern dürften, wie die Nebelscheinwerfer (mit Chromverzierungen), ein Geschwindigkeitsregler oder ein griffiges Lederlenkrad. Die Color Edition startet dreitürig bei 12.252 Euro.

Verglichen mit der Color Edition, ist der Mehrpreis für die höchste Ausstattungsstufe Innovation nur noch gering. Den Corsa Innovation gibt es gegen Zuzahlung von gerade einmal 260 Euro, der Gegenwert ist hingegen reichhaltig. Bi-Xenon mit Abbiegelicht? Hat er. Wie sieht es mit Regensensor, Lichtsensor oder gar mit automatisch abblendbarem Innenspiegel aus? Alles drin, genauso wie ein großes Farbdisplay, Bordcomputer oder spezielle Alu-Räder im Achtspeichen-Rotordesign. Und noch vieles mehr. Sollte also noch etwas Spielraum im Budget für den nächsten Corsa-Dienstwagen sein, heißt es ohne Wenn und Aber: sofort die Version Innovation nehmen. Alternativ steht das sonst optionale Portfolio auch einzeln bereit.

Wo wir schon beim Thema Extras sind: Äußerst angenehm in frostigen Wintertagen ist die Lenkradheizung in Verbindung mit den beheizbaren Vordersitzen. Der Preis liegt bei 311 Euro, sie sind aber ebenso Bestandteil innerhalb der beiden Komfort-Pakete. Als besonders lobenswert erweist sich ebenso die beheizbare Windschutzscheibe. Sie schlägt mit 176 Euro zu Buche, erspart lästiges und zeitaufwendiges Kratzen und befreit die Scheibe wirkungsvoll in Sekundenschnelle von Schnee und Eis.

Beim Multimedia-Touchscreen wird per Smartphone-App navigiert

Der Tendenz zum vernetzten Auto begegnet Opel mit dem Intellilink genannten Bediensystem. Der Aufpreis beträgt 252 Euro. Bei der Version Edition muss noch das Multifunktions-Lederlenkrad als Tastensteuerungseinheit mit knapp 110 Euro hinzugerechnet werden. Für das Einstiegsmodell Selection ist Intellilink wesentlich teurer und kostet fast 933 Euro, da das Einstiegsmodell kein Serien-Radio oder Leder-Volant hat.

Dreh- und Angelpunkt des Bediensystems ist ein sieben Zoll großer Touchscreen, der ausgewählte Smartphone-Inhalte wie etwa das Musikstreamen auf den Farbmonitor spiegelt. Werden noch zusätzliche 42 Euro in die Bringo-App investiert, erfolgt die Navigation über das Telefon und die Routenführung wird auf dem Mittelkonsolen-Display dargestellt. Weitere Gebühren entfallen, da die App sämtliches Kartenmaterial auf dem Handy abspeichert.

Ansonsten steht noch eine günstigere Möglichkeit zur Verfügung: mit einer werkseitig angebotenen Smartphone-Halterung für 76 Euro und einer Gratis-Navigation mittels Google Maps. Keine schlechte Lösung, denn über die Halterung ist das Telefon fest mit dem  Cockpit verbunden, wird per Kabel mit Ladestrom versorgt. Die Routenansagen erfolgen, genauso wie bei Intellilink, über die Lautsprecher im Fahrzeug. Das eingesparte Geld ließe sich anschließend gleich in die vielen Assistenzsysteme investieren, die der Corsa zu bieten hat.

Das kamerabasierte Opel-Eye hinter dem Innenspiegel liest zuverlässig Verkehrsschilder, überwacht die Fahrspur und misst den Abstand zum Vordermann. Ist der zu gering, meldet sich der Kollisionswarner mit einem mahnenden Ton. Abgerundet wird das Angebot noch mit einem halbautomatischen Parkassistenten, der den Rüsselsheimer freihändig in Längs- und Quer-Richtung einparkt, einem Toten-Winkel-Warner sowie einer Rückfahrkamera. Für die Sicherheit mehr als genug gesorgt. Aber an der Basis leisten sich die Rüsselsheimer trotzdem einen kleinen Schnitzer, denn die dritte Kopfstütze im Fond lassen sie sich mit 50 Euro extra entlohnen. Hallo Opel, bitte hier noch einmal nachbessern. Dann wäre der Corsa perfekt.

Autor

,

Foto

Thomas Küppers

Datum

30. Januar 2015
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